Berner Stadtbach wieder offen – FDP im Abseits

Eine Provinzposse nimmt hoffentlich ein gutes Ende: Die zugedeckten Teile des Stadtbachs in der unteren Alstadt Berns werden wieder geöffnet.

Stossend bleibt die Tatsache, dass sich der Gemeinderat sich seinerzeit überhaupt von den Bürgerlichen hat einlullen lassen: Die Überdeckung des Bachs vor zwei Jahren – mit sicher nicht wenig Steuergeld – hätte nie geschehen dürfen. Leider siegte Hysterie über Standortattraktivität, ungeachtet der Tatsache, dass in vielen Städten zahlreiche Kanäle seit Jahren komplett offen liegen (und nicht nur teilweise, wie der Stadtbach bis 2007).

Endgültig unmöglich macht sich die FDP: Zuerst war da die irre Idee von Jacqueline Gafner Wasem, den Bärengraben nach Pedros Tod temporär mit den Bären aus dem Tierpark zu bevölkern. War Gafner Wasem einmal im Tierpark und hat die beiden fröhlich im grossen Gehege herumrennen sehen?

Die Idee, fortan Berner FDP-Politikerinnen (oder jedenfallls jene, die solchen Unsinn ernsthaft fordern) spärlich bekleidet im Bärengraben auszustellen, fände ich persönlich weit weniger stossend. Das würde auch viel Publikum anziehen und für internationale Schlagzeilen sorgen. Der Aufenthalt im Graben würde womöglich auch kathartisch wirken, was hier dringend nötig scheint.

Doch nicht genug der Schildbürgerstreiche – Co-Fraktionspräsidentin Dolores Dana will sich noch nicht festlegen, ob in der “Causa Stadtbach” ein Vorstoss eingereicht wird oder nicht. Von einer FDP, sofern es diese Partei überhaupt noch braucht, erwarte ich wenn schon Sätze wie: “Henusode, immerhin wird die Untere Altstadt touristisch wieder attraktiver – das war ja auch die Grundidee beim Bärengraben, drum verzichten wir bewusst auf weitere Schritte. Wobei ich zugeben muss, dass wir bei den Bären eigentlich hochoffiziell Tierquälerei postuliert haben, das tut mir im Nachhinein leid.”

Das wäre mal eine bürgerliche Politikerin mit Rückgrat, whow!

Aber eben: Ein paar Bärli einpferchen ist ja nicht so schlimm – alors, dann sind auch die Autofahrer, die unfähigerweise einmal im Jahr in den Stadtbach fahren, nicht weiter der Rede wert.

Liebe FDP, ihr könntet ja was Gescheites tun und zum Beispiel auf die derzeit mangelhafte Einhaltung von Tempo 20 in der Begegnungszone pochen – dann passieren sicher gar keine Stadtbach-Unfälle mehr.

Alltag in der Altstadt - eine Kameraüberwachung würde immerhin die Verrechnung der Kosten erlauben (Mai 2008)

Oder die Videoüberwachung der Granitpoller fordern, die von Strassenrowdys immer wieder umgefahren werden – samt einem System, das dem Autobesitzer automatisch die Rechnung zuschickt.

Das würde uns wieder ein paar Steuerfranken sparen, darauf seid ihr doch sonst so scharf?

3 Kommentare

  1. Die Berner muss man beneiden – habt ihr wirklich keine ernsthafteren Probleme in der Stadtpolitik zu behandeln?

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