Bargeldlos zahlen – Apfel als Geschenk

Das Problem ist bekannt: “Mit Karte bezahlen” ist auch Jahrzehnte nach Einführung der Plastikkarten hierzulande noch ein Stiefkind vieler Unternehmen. Die Grossverteiler Coop und Migros zum Beispiel haben erst vor wenigen Monaten Kreditkartenzahlungen ermöglicht – und das auch erst, als die eigenen Gratiskarten eingeführt wurden. Schlechter Kundendienst – aber immerhin inzwischen behoben.

Auch ein Unternehmen mit einem alles andere als verstaubten Image – Tibits – hat es erst kürzlich geschafft, bargeldloses Zahlen zu ermöglichen. Da fragt sich schon, wie ernst die KundInnen genommen werden.

Immer mehr Leute verzichten zurecht darauf, mit allzu viel Bargeld im Sack herumzurennen – wofür auch?

Entgegen der landläufigen Ansicht funktioniert die Bezahlung mit der Karte schneller als mit Geldscheinen und Münzen, wenn die gewählte Lösung modern ist und die KundInnen (und KassierInnen) sich geschickt anstellen. Die Karte kann schon während des Scannens der Artikel eingeschoben werden. Reagiert das Personal rasch und drückt die “EFT”-Taste an der Kasse nicht erst nach einigen fragenden Blicken, kann der Betrag gleich mit PIN und OK bestätigt werden – fertig, merci, adieu.

Glatz in Bern geht mit gutem Beispiel voran und müsste (vielleicht mal abgesehen von den doch recht hohen Preisen) einen Kundenfreundlichkeits-Award bekommen. Wer für Mandelbärli und andere Köstlichkeiten mit der Karte bezahlt, erhält einen Apfel geschenkt. Die Begründungen liefert Glatz gleich selbst mit – einleuchtend und zur Nachahmung empfohlen:

Bezahlen mit Karte wird forciert: Gut so! (Januar 2008)

5 Kommentare

  1. Na, bargeldlos geht’s aber ganz bunt, wenn wir zum Beispiel bei der BEKB eine MAESTRO-Karte besitzen. Nun, eine solche ist mir mal etwas schäbig demoliert geworden und funktionierte nur noch bei jedem zweiten Automaten. Kann passieren – also, ab zur Bank und eine Neue bestellen. Doch denkste: Ich hätte meine alte Karte – die ja noch immer in “Betrieb” war und soweit nur lästig funktionierte – abgeben müssen und wäre im bargeldlosen Zeitalter – von dern Bank verschrieben – eine Woche ohne Karte/Geld gewesen. Also nix mehr mit Tibits und so, tanken schon gar nicht mehr. Der Kundendienst der Bank meinte, ich solle doch einfach für eine Woche genug Geld vom Konto nehmen – glaub, als Chef hätte ich den grad in die Putzmanschaft geschmissen. Mein Vorschlag, die Karte einfach zu bestellen und direkt am Schalter einzutauschen, damit die alte Karte in Sicherheit auch gleich wieder bei der Bank landen würde, erklärte man mir, wäre aus technischer Sicht nicht möglich. Man könne nicht zweimal eine Karte mit den selben Codes erstellen. Leuchtet halbwegs ein – nach 4 Wochen labbern und lieren gab ich auf und putze meine Karte. An fusslige Technik gewöhnt man sich ja…

    Witz an der Sache: ca. 3 Wochen später erhielt ich unaufgefordert Post, nicht mal eingeschrieben, mit einer nigelnagelneuen Maestro-Karte. Die BEKB hatte festgestellt, dass ein Fehler auf den alten Karten, auf den Cash-CHIPS, vorhanden war. Deswegen ersetzten sie Karten – die Codes seinen die gleichen geblieben (!) und wir sollten einfach die alten Karten entsorgen! Von wegen also, zwei Karten seien nicht möglich! Jetzt habe ich zwei Maestro-Karten mit den gleichen Codes und da ich das CASH-Teil nie brauche, sorge ich mich auch nicht um die Sicherheit… Aber die Frage nach der Logik bleibt…

    (und Anmerkung: Wie konnte die Bank mein Passwort auf die Karte kopieren – das ist doch gemäss Anfragen, wenn man es vergessen hat, auch nie möglich…)

  2. Ich bin kein Freund von Kreditkarten. Meiner Ansicht nach sind die mitbeteiligt an der Verschuldung der Bevölkerung. Viele (aber längst nicht alle!) Leute, welche eine Karte besitzen, haben keinen Überblick mehr über ihre Ausgaben und ihre finanziellen Verhältnisse und geraten – Kartei sei dank – in die Schuldenfalle.

    Wie gesagt, die Kredit-Funktion der Plastikkarten finde ich nicht wirklich toll. Jedoch gefällt mir die Idee, welche hinter der Cash-Funktion steckt. Dort kann man nur soviel Geld ausgeben, wie auf dem Chip vorhanden ist. (Sprich: Nur jenen Betrag, den man auf die Karte geladen hat.)

    Ein weiterer Grund, weshalb ich eine gewisse Allergie gegen Kreditkarten habe: Seit neustem müssen wir im Zug bei jeder Kreditkarten-Bezahlung, welche CHF 60 (oder sind es 80?) übersteigt, ein ca. 5 Minuten dauerndes Telefon-Gespräch mit der Autorisierungsstelle der jeweiligen Kartenfirma führen… *nerv* Dabei hätten wir wirklich besseres zu tun.

    PS: Beim Bild des Beck Glatz Confiseur gefällt mir Punkt 4:

    “Keine Fehler beim Retourgeld”

    –> Die haben aber ein Vertrauen in ihre Verkäufer! 🙂

  3. Nun… diesen Schluss finde ich etwas übertrieben: Wir verbieten ja auch nicht einfach alle Autos, weil sie auch die Umwelt verschmutzen. Ich möchte jedenfalls nicht auf den Komfort verzichten, nur weil einige (zu viele) nie gelernt haben, mit Geld umzugehen. Das ist schlicht nicht mein Problem.

    Und: Ich benützte ja meistens die Debit-Karte (Maestro, früher EC), da wird das Konto mehr oder weniger umgehend belastet.

    Vielleicht müsste die allgemein die Ausgabe der Karten rigider erfolgen bzw. bei der ersten verspäteten Zahlung die Karte umgehend gesperrt werden – das Leben auf Pump find ich auch nicht sinnvoll, siehe hier.

    Geld auf Chipkarten wirft leider keinen Zins ab… ich finde die Funktion aber praktisch, sie wird viel zu wenig oft angeboten.

    Das mit dem Telefongespräch tut mir leid für euch, aber da gäbe es technisch sicher bessere Lösungen z.B. übers Mobilnetz.

    Also ich bleib dabei: Bargeld brauchts heute eigentlich nicht mehr. Auch für Trinkgeld gäbs Systeme (zugegebenermassen ists etwas weniger stylish). Wenn alle mitmachen würden… seufz.

  4. Ich selbst finde Kreditkartennutzung wesentlich gemütlicher als Barzahlung. Bei der Barzahlung muss man immer darauf achten das man Geld in der tasche hat. Und so muss man nur darauf achten das man Die Karte dabei hat..

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.