Sadomaso mit Sunrise

Frohe Kunde für Power-SMSlerInnen: Eine Million Gratis-SMS bekommt, wer sich nun für das Prepaid-Angebot entscheidet. Geniessen wir doch dieses Gefühl kurz, bevor wir das Kleingedruckte lesen: Eine Million! SMS im Wert von etwa 100’000 bis 200’000 Franken je nach Anbieter! Endlich: Welch grosszügiges Geschenk für die hochpreisgeplagten Kurzmitteilenden dieses Landes, für die SMS seit Jahren nicht “Short Message System”, sondern “Sado Maso System” heisst – Sado für die Anbieter und Maso für die Tippenden.

Jetzt aber zu den Fakten: Natürlich ist das alles Quark. Die Million Gratis-SMS gilt nur bis 30. April 2006. Nehmen wir an, wir lösen auf den 1. Oktober 2005 so ein Vorauszahl-Dingsda – und bemühen ganz überschlagsmässig den altbekannten Adam Riese: Macht 142’857 Kurzmitteilungen pro Monat oder 4761 pro Tag oder 198 pro Stunde oder drei pro Minute. Selbst für SMS-Kilcker mit einem Mitteilungsbedürfnis wie Andreas Lüönd oder Schnelltipper wie Craig Crossbie dürfte das, gelinde gesagt, in die Kategorie “Mega Maso” fallen: Rechnen wir noch 6 Stunden fürs Schlafen weg, müsste man pro Minute zwischen vier und fünf Messages hinrattern und sich per Nadelstich intravenös ernähren lassen. Sieben Monate lang.

Für derartigen PR-Unfug sollte ich umgehend Mobile, Festnetz und ADSL künden. Da würden Sunrise, das mir für das ganze Bündel nicht mal einen Mengenrabatt gewährt, immerhin rund 3600 Franken im Jahr entgehen, oder 300 Franken im Monat, oder 10 Franken am Tag, mit denen ich so einen Bockmist mitfinanziere. Nur sind dummerweise die Alternativen in diesem sogenannt liberalisierten Telekommarkt auch nicht eben verheissend, Prigarootiie und Emmbüdschéh hin oder her.

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