200’000 Franken sind viel zu viel

Und gleich noch einer zum Abstimmungssonntag in anderthalb Wochen.

Zur Vorlage über die Erhöhung der Gehälter in der Stadt Bern nur so viel: Was für René Schmied gilt (siehe Blogbeitrag im April), trifft selbstverständlich auch für Poltikerinnen, Politiker und Verwaltungsangestellte zu.

Kurz: Wer nur Dollarzeichen in den Augen leuchten sieht wie Dagobert Duck, ist für höhere politische Ämter oder Verwaltungsjobs ungeeignet.

Ich will auf gar keinen Fall Menschen in Exekutivämtern sehen, die sich nur für ein solches Amt bewerben, wenn der Lohn über 15’000 Franken im Monat beträgt. Auf Bewerbungen und Kandidaturen von Geldgierigen können die Einwohnerinnen und Einwohner Berns gut und gerne verzichten. An der unteren Lohnskala kann man hingegen ruhig etwas arbeiten.

Nachdenklich stimmt mich, dass selbst viele meiner lieben linken Kolleginnen und Kollegen auf diese angeblichen Zwänge reinfallen und fröhlich mitmachen. Vielleicht führt jahrelange Arbeit in der Politik zu einem gewissen Vernuft- oder Bodenkontaktverlust?

GB, GFL, SP – alle empfehlen sie ein JA. Ich glaubte zu träumen, als ich das sah. Verdirbt Geld sogar an sich vernünftige Leute?

Klar, tröpfchenweise werden auch die Löhne “unten” erhöht. Aber dass man dafür “oben” mit zig Tausendernötli drauf gibt, widert mich an. Muss ich solche PolitikerInnen wirklich wählen? Uff. Politikverdruss im Quadrat. Der Gedanke “Wahlabstinenz” taucht drohend am Horizont auf.

Was ist daran angeblich “populistisch“?

Von mir aus kann man die Löhne schon erhöhen, aber in einer Verordnung festlegen, dass der Anteil über 200’000 für Krippen, öffentlichen Verkehr, Veloparkplätze und dergleichen gespendet werden muss…

Im Ernst: Ich will die fähigsten, geeignetsten, motiviertesten, kreativsten Leute auf den verantwortungsvollen Positionen sehen, nicht Abzocker.

Jene, die ein ungutes Gefühl haben, wenn ihre “Untergebenen” mehr verdienen als sie selbst, haben offenbar ein Problem mit ihrem Selbstwertgefühl und sollten entweder die Finger ebenfalls von solchen Stellen lassen oder dafür sorgen, dass gute Leute (denen es egal ist, ob sie 200’000 oder 246’000 verdienen) jene Jobs bekommen.

Wer sich für einen Job nicht bewirbt, weil er weniger als 200’000 Franken verdient, kann wegen sehr grundlegender Charakterfehler schon gar nicht “der geeignetste” sein.

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