Früher nahm ich auf Reisen in die USA nebst einem kleinen Grundstock Bargeld stets American Express Travelers Cheques mit. Beim Kauf wurde eine Kommission für die Versicherung berechnet – und das war’s dann auch schon mit Gebühren. Wären die Checks einmal geklaut worden, hätte sie Amex laut Eigenwerbung innert 24 Stunden ersetzt.

An der Tankstelle konnte man dann einen Fünfziger kommissionsfrei wie Bargeld abgeben und bekam das Wechselgeld von rund 30 Dollar in bar – so hatte man dann für Kleinsteinkäufe wieder genug Cash.

Leider gibt es in der Schweiz diese Checks nicht mehr. Swiss Bankers wirbt mit dem Satz: “Mit der Travel Cash Karte bieten wir Kunden, die bisher mit Travelers Cheques gereist sind, eine hervorragende Alternative an.”

Leider ist diese Alternative alles andere als hervorragend, wie ich auf der Reise im letzten Herbst (Westen, New York, New England) feststellen musste.

Travel Cash: zu hohe GebührenDie Travel-Cash-Karte ist im Prinzip nichts anderes als eine Prepay-Debitkarte von MasterCard, die wie eine Kreditkarte benutzt werden kann. Nach den Erfahrungen muss ich das Produkt aber klar in die Kategorie “vereinte Bankenabzockerei” einordnen und kann sie leider nicht empfehlen. (Update August 2014: Gemäss diesem Beitrag von SRF ist Travel Cash inzwischen eine Kreditkarte.)

Wieso? – Schön der Reihe nach.

Auch bei TravelCash (in der gewünschten Währung – z.B. US$ – ausgestellt) bezahlt man für die Grundaufladung ein Prozent Kommission, die den Betrag automatisch gegen Verlust versichert. Im Gegensatz zu den Cheques, die in der Regel keine Einlösegebühren mehr verursachten, kommen bei TravelCash zur Grundkommission noch teils horrende Automatengebühren dazu, die jede Bank selbst festlegt. Ich habe in den USA zwischen 3 und 7 Dollar alles erlebt, dazu kommen noch 5 Dollar Gebühr von TravelCash selbst.

Das läuft dann drauf hinaus, dass man von Bank zu Bank springt und diejenige mit den tiefsten Gebühren sucht – keine nette Ferienbeschäftigung.

Sobald der geneigte Reisende das System mit den hohen “ATM fees” begriffen hat, beginnt er natürlich damit, mehr Cash zu ziehen, um die Pro-Bezug-Kommissionen zu vermeiden – was dann wiederum die Gefahr erhöht, dass man bei einem Diebstahl viel Geld abschreiben kann, da ja nur der Betrag auf der Karte versichert ist.

Damit ist der einzige wirkliche Vorteil der Karte dahin. Zudem beschränken einige Banken jeden Bezug auf 200 Dollar, und in den meisten Mini-Automaten in Geschäften funktionierte die Karte gar nicht erst.

Was kostet das nun konkret? Viel! – Rechnen wir einmal mit 1000 Dollar Aufladung. Die Karte wird mit dem vollen Betrag geladen; das CH-Bankkonto wird in CHF zum Tageskurs (und inklusive Kommission) belastet.

Ich beziehe in den USA sodann 10mal 100US$ an Automaten und bezahle dafür im Extremfall je 10 Dollar Gebühren. Am Ende kann ich also statt 1000$ nur 900$ frei benutzen, der Rest waren Bankgebühren und Kommissionen. (Das ist zwar eine Maximalrechnung, meistens bezahlte ich pro Bargeldbezug allerdings nur ein kleines bisschen weniger: 8 Dollar.)

Screenshot aus der Travel-Cash-App eines typischen Bancomatbezugs in den USA: 140 Dollar bezogen, 8 Dollar Gebühr bezahltAm Ende drücke ich also 70-100 Dollar nur für Gebühren ab. Für dieses Geld gehe ich lieber ein paar Steaks essen oder zahle einen Jahrespass für Nationalparks als dass ich sie gierigen Bankinstituten in den Schlund stopfe.

Praktisch an TravelCash sind allenfalls die Übersicht über das Konto via Web oder Smartphone-App sowie die Möglichkeit des berührungsfreien Zahlens (PayPass, sofern die Stamm-Kreditkarte dies nicht schon unterstützt) aber auch hier wird mit einem Dollar pro Einkauf – im Verhältnis zu den meist kleinen Beträgen – viel zu viel Kommission abgezwackt.

Zudem bleibt auf der Karte nach der Reise oft ein minimaler Restbetrag (bei mir z.B. 2.89$), um den sich vermutlich nur die wenigsten noch bemühen (laut Swiss Bankers kann man sich diese Beträge aber zurück überweisen lassen, natürlich wieder mit einem Kursverlust).

Für jede Aufladung der Karte musste ich zudem stets meine Bank kontaktieren. Das ist kompliziert und müsste heutzutage über eine Überweisung oder online möglich sein.

Im Vergleich zu Cheques, die man (nach einer einzigen Kommission beim Kauf) wie Bargeld benützen konnte, ist TravelCash somit punkto Handling und Gebühren ein klarer Rückschritt. Die Karte ist nur etwas für Menschen, die zu viel Geld haben und nicht auf die Ausgaben achten müssen.

Angesichts der Tatsache, dass man auf Reisen ohnehin meist nicht ausgeraubt wird, werde ich das nächste Mal genügend Dollar in Cash mitnehmen und notfalls halt am Automaten mit der EC-Karte Geld zupfen (Automat auf Skimming-Geräte prüfen und Code verdeckt eingeben) – so fallen zwar die erwähnten Bezugsgebühren auch an, aber ohne Kommission und in geringerem Ausmass. Selbst zwei Diebstähle von ein paar hundert Dollars im Leben sind unter dem Strich günstiger als die horrenden Travel-Cash-Gebühren.

Es ist also wie bei der Haftungsreduktion, die einem Autovermieter stets andrehen wollen: Über ein Leben gesehen sind selbst mehrere Unfälle mit dem höheren Selbstbehalt immer noch günstiger als die viele unnütz an Versicherungen überwiesene Kohle.

Ich bin allerdings vollkommen selbstverschuldet in die Travel-Cash-Falle getappt. Schon 2008 schrieb ein User bei BloggingTom: “Wer es als Besitzer einer solchen Karte noch nicht gemerkt hat, dass er nach Strich und Faden beschissen wird, ist selber schuld.” Wie recht er hat.

Wie die HandelZeitung in einem bisweilen nach PR duftenden Artikel schreibt, sind solche Karten vor allem ein Geschäft mit der Angst der Kundinnen und Kunden.

Travel Cash kann man also getrost abschreiben. Die Variante “Kreditkarte als Basis; genug Bargeld für Kleinstbeträge; EC-Karte/Postcard für Notfall-Cashbezüge” ist – über Jahre gerechnet – mit Abstand am günstigsten.

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Ich habe 2013 genau so wenig über mein 20-Jahre-Jubiläum in Bern geschrieben (weil man das auch nach 25 Jahren noch tun kann, sofern man das dann noch für nötig hält), noch meine geplante Serie zu einer Reise vor 20 Jahren fortgesetzt, noch habe ich eines meiner Lieblingsnostalgiethemen zum Jubiläum “30 Jahre Lokalradios” vertieft.

Mickrige 27 Blogbeiträge sind dieses Jahr erschienen. Neuer Minusrekord. (Umso schöner dafür, dass noch nie so viele Leute auf JacoBlök waren wie 2013 – die Details stehen weiter unten.)

Dafür habe ich fast 1000 Tweets abgesetzt, die meisten mit Bildern – darum ist die klassische “Fotowand” eine Collage aus sämtlichen Twitterfotos des Jahres.

Die Originale sind ohne jegliche Anmeldung wunderschön sortiert hier frei verfügbar. Tipp: Immer weiter runter scrollen, auch wenn’s scheinbar nicht mehr geht, aktiviert den Download noch älterer Bilder.

Das war 2013 - die vertwitterten Bilder des Jahres als bunt gemischte Collage

Auch mich hat also der Paradigmenwechsel voll erfasst, den in den letzten Jahren schon so manchen Blogger ereilt hat: Kurzfutter und das schöne Foto von unterwegs auf Twitter, ausführlichere Gedanken bei Bedarf weiterhin im Blog. Twitter ist ebenso öffentlich wie dieser Blog, darum verstehe ich viele Banausen-Kommentare wie “ich will aber kein Twitter, blogge doch wieder mehr” nicht – man “braucht” nichts, man schaut einfach, genau wie eine Blog-Website.

Dass trotzdem noch hunderte Zugriffe wöchentlich auf JacoBlök erfolgen, ist schön – und dass nach “Tanz dich frei” an einem einzigen Tag 4672 Leute vorbeischauten (und im ganzen Mai über 10’000), freut mich. Das sind alles neue Rekorde.

Traurig hingegen: Murrli brachte das Jahr 13 kein Glück. In diesem Sommer starb meine Sedruner Lieblingskatze den fiesestmöglichen Unfalltod. Das war mein Tiefpunkt des Jahres – er war ein ganz besonderer Kater.

Aber sonst stand im Rahmen der Möglichkeiten möglichst extensiver Lebensgenuss an möglichst schönen Orten im Vordergrund: 2013 besuchte ich erstmals Oslo und verliebte mich in Kanelbollen, unsere Haussanierung ging endlich glücklich zu Ende (soweit sowas je zu Ende ist), ich kehrte nach 5 langen Jahren Pause endlich nach San Francisco und östlich davon zurück, reiste nach einer Woche Brooklyn in den erholsamsten Wochen seit langem durch Neuengland und in den entlegensten Chrachen der Provinz Québec, wir ernteten in Handarbeit eine Vierteltonne Oliven im geliebten Südfrankreich, das Geschäft lief einigermassen OK, einen historischen Buchbeitrag habe ich endlich auch wieder mal verfasst, an Heiligabend wurde ich zum dritten Mal Götti. Und was man jedes Jahr behaupten kann, behaupte ich auch heuer – ich ass vermutlich genussvoller und besser denn je, hatte schönere Skitage denn je und war mehr erkältet denn je.

Und zum Schluss das traditionelle “Best Of JacoBlök 2013″ – der Rückblick auf die aus persönlicher Warte wichtigsten Blogbeiträge des Jahres:

Von Sunrise zu Swisscom, Teil 1: Der schleichende Niedergang von Sunrise – weil ich es im Nachhinein kaum fasse, wie ich den Fehler begehen konnte, einer Bastlerfirma wie Sunrise so lange zu vertrauen – die Telekommunikation funktioniert seit dem Wechsel zu Swisscom schlicht tadellos und ärgerfrei, während Sunrise immer noch täglich massive Schelte in Massenmedien und Social Media bekommt. Geschieht ihnen Recht.

Der grosse Stadtbrand – weil es dieser zufällige iPhone-Pano-Schnappschuss in den Meteotest-Kalender 2014 schaffte.

Vintage-Skifahren, Teil 22: Heiligkreuz-First im Entlebuch – weil dies der schönste alte Skilift des Winters mit dem gesprächigsten und urchigsten Personal war.

Die JacoBlök-Extension auf Twitter – weil ich dieses Jahr nur 37 Blogbeiträge, aber beinahe 1000 Tweets abgesetzt habe und hier eindeutig ein schleichender Wechsel stattfindet.

Grenzenlos naiv – weil es mich masslos ärgert, wenn selbst an sich vernünftige Menschen irgendwelchen pubertären Bullshit sowie Gewaltanwendung verteidigen.

Windows XP: Microsoft, bitte Support verlängern! – weil es eine Unverschämtheit ist, dass Microsoft ohne valable Alternative ein wunderbares Betriebssystem beerdigt, das nebst mir noch Hunderttausende andere Menschen problemlos verwenden.

Faule Ferien – weil mir auf den Reisen dieses Jahres die Erholung wichtiger war als die Berichterstattung, was eigentlich eine beruhigende Entwicklung ist.

Zu den nackten Zahlen: Trotz meiner Blogabstinenz hat sich die Anzahl Besuche massiv erhöht, von rund 162’000 anno 2012 auf über 245’000 dieses Jahr, so viele wie noch nie. Vielen Dank an alle Leserinnen und Leser (im Durchschnitt ca. 285 pro Tag, soweit die Technik das auseinander halten kann).

Blog-Abrufstatistik 2013

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Noch weiter zurück in der Zeit:

Der Rückblick 2012
Der Rückblick 2011
Der Rückblick 2010
Der Rückblick 2009
Der Rückblick 2008
Der Rückblick 2007
Der Rückblick 2006

Ach ja, fast vergessen: Peanut Butter. Crunchy, chunky. Und nur von Skippy. Happy new year to all you guys.

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Nach dem Saisonstart in Zermatt (am 17. November) folgte die gefühlte 371. Erkältung dieses Jahres. Gestern war dafür wieder einmal einer dieser perfekten Montage, an denen man frühmorgens beschliesst, dass man auch nachts arbeiten kann, ein Mobility-Auto chartert und in die Berge düst.

Trotz guter Schneeverhältnisse sind die Berner Oberländer Skigebiete reichlich lethargisch: Wie so oft bietet fast nur die Elsigenalp durchgehenden Skibetrieb an (dem Vernehmen nach begann die Saison hier auch schon einmal Mitte Oktober). Höchste Zeit also, das Angebot auch mal zu nutzen. Die nahe Engstligenalp, ebenfalls im Adelbodner Tarifverbund, ist quasi das Gegenteil: bekannt für den späten Saisonschluss – und in dieser Serie schon früh zu Ehren gekommen.

Das Vintage-Gefühl beginnt schon bei der Anfahrt: Ein enges Strässchen mit nur wenigen Kreuzungsbuchten führt von Achseten (zwischen Frutigen und Adelboden) nach Elsigbach.

Skifahren auf der Elsigenalp, Dezember 2013 - klicken für mehr Fotos

Man hat nicht das Gefühl, dass man hier richtig ist und das einzig offene Skigebiet weit und breit korrekt anpeilt – aber kaum will man Google Maps starten, steht man auch schon auf dem Parkplatz der Gondelbahn. Nach der Fahrt öffnet sich vor einem die Hochebene der Elsigenalp…

Skifahren auf der Elsigenalp, Dezember 2013 - klicken für mehr Fotos

… die Bindungen klicken, und los geht der Genuss. Für Skiliftnostalgiker ist dieses Gebiet ein absolutes Mekka. Keine einzige Sesselbahn stört die Bergbahnidylle – einzig die Schneekanonen wirken etwas gar modern. Aber da drücken wir ein Auge zu; dank der Kunstschneeunterlage mit Naturpulverauflage sind die Pisten schlicht umwerfend.

Die beiden Hauptanlagen sind die Habegger- und Küpfer-Skilifte aus den Jahren 1966 und 1979 – solide Thuner und Steffisburger Arbeit “wie geng”:

Skifahren auf der Elsigenalp, Dezember 2013 - klicken für mehr Fotos

Der Habegger-Lift wurde laut dem Schild bei der Talstation von “F. Zurbrügg & Sohn Frutigen” montiert. Natürlich fehlt auch der obligate Regierungsratsbeschluss nicht:

Skifahren auf der Elsigenalp, Dezember 2013 - klicken für mehr Fotos

Geschlossen waren heute die beiden modernen Garaventa-Bügellifte Elsighorn und Wilderhubel, mit denen Mitte der 1990er-Jahre das Gebiet erweitert wurde. Dafür surrte oben der Küpfer-Tellerlift Hohmatti (Jahrgang 1976), der einige nette Pisten “hingerdüre” erschliesst:

Skifahren auf der Elsigenalp, Dezember 2013 - klicken für mehr Fotos

Eines der Lifthighlights des Berner Oberlandes ist aber der fast 1.5 Kilometer lange, schwere Habegger-Lift Höchst-Metschalp im zweiten Teil dieses Skigebietes. Als Spezialität weist die 42 Jahre alte Anlage Kurzbügel auf, die “verkehrtrum” hängen (90 Grad verdreht wie Selbstbedienungs-Langbügel):

Skifahren auf der Elsigenalp, Dezember 2013 - klicken für mehr Fotos

Skifahren auf der Elsigenalp, Dezember 2013 - klicken für mehr Fotos

Skifahren auf der Elsigenalp, Dezember 2013 - klicken für mehr Fotos

Leider hat keiner der Lifte hier oben mehr die quietschenden und röhrenden Habegger-Gehänge aus den Anfangszeiten. Aber dafür haben wir ja z.B. den Skilift Faltschen oder die längere Anlage im Selital.

Nebst den altehrwürdigen Liften (mehr Technisches dazu hier) gabs an diesem wunderbaren Vorsaisontag aber natürlich auch noch ein Schnipo und schönes Abendlicht.

Skifahren auf der Elsigenalp, Dezember 2013 - klicken für mehr Fotos

Skifahren auf der Elsigenalp, Dezember 2013 - klicken für mehr Fotos

Skifahren auf der Elsigenalp, Dezember 2013 - klicken für mehr Fotos

Kurz: Wer dieser Tage dem Büro entfliehen kann, soll es unbedingt tun. Es gibt keine unbeschwerteren Skitage als in der Vor- und Nachsaison, wenn die Angefressenen unter sich weilen.

Video des Skitages auf der Elsigenalp am 2. Dezember 2013. Mehr Bilder hier.

Die bisherigen Teile dieser Serie: Eggiwil / Marbach und Bumbach / Les Breuleux und Tramelan / Nachtskifahren Linden / Selital (Gantrisch) / Hohe Winde / Grandval / Engstligenalp / Langenbruck / Prés-d’Orvin / Faltschen / Aeschiallmend / Gantrisch-Gurnigel / Les Bugnenets-Savagnières / La Corbatière / Rüschegg-Eywald / Dent de Vaulion / L’Audibergue (F) / Gréolières-les-neiges (F) / La Berra / Habkern / Heiligkreuz / Valée de Joux

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28.09.2013

Faule Ferien

Im Gegensatz zu früheren Reiseberichterstattungen habe ich mir vorgenommen, in meiner längeren Auszeit dieses Jahr möglichst wenig am Computer zu hocken – nur schon eine Woche grossflächige Pause hat dazu geführt, dass die klassischen Tastaturarbeits-Entzündungen in den Fingergelenken mächtig zurückgegangen sind. Das ist gut so und soll auch so bleiben. (Man wird alt, scheinbar.)

Ich twittere von dieser Reise (wieder einmal im Westen der USA, später dann im Osten) allerdings vom iPhone aus täglich Dinge, die mir – bisher – entlang der Route zwischen San Francisco, dem Death Valley und Las Vegas auffallen, und schalte in der Fotogalerie Bilder auf:

Westen: San Francisco, Kalifornien, Nevada
Osten: New York, Long Island
Osten: New England, Québec, Chibougamau, Boston

Wenn ich irgend eine Geschichte loswerden will, melde ich mich extensiver. Ansonsten scheint mein Twitterkanal diesen Blog langsam aber sicher für Kurzfutter komplett abzulösen – für Nichtzwitscherer sei nochmals erwähnt: Man kann die Tweets einer Person wie eine normale Website anschauen, ohne sich irgendwo anmelden zu müssen.

Allerdings ist es natürlich interessanter für alle Beteiligten, wenn man selbst ab und zu einen netten Tipp oder ein schönes Foto vertwittert.

San Francisco, September 2013

(Gestern in San Francisco.)

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So langsam befürchte ich tatsächlich, dass es Microsoft mit dem irren Gedanken ernst meint, in nicht einmal einem Jahr den Support für Windows XP einzustellen.

In meinem Umfeld setzen viele Leute problemlos und glücklich XP ein. Ich benütze selbst vier Systeme mit Windows XP und ich bin bestens zufrieden – die Geräte sind schnell und gut. Es gibt keinen Grund, sie zu ersetzen oder neue Software zu installieren, nur weil “die Industrie” das so will.

Abgesehen davon habe ich schlicht kein Geld, diese Geräte zu ersetzen, und die meisten neuen Geräte erfüllen meine Anforderungen an gute Computer nicht: gerade die Unsitte mit dem Trackpad ohne separate Tasten ist ein Klassiker von Mülldesign (hat man zwei Finger drauf – einen zum Klicken und einen zum Fahren – interpretiert das System das meistens als Zweifingergeste und macht damit irgendwas, nur nicht das, was man wollte).

Windows 8 ist Usability-Schrott – das interessiert mich nicht. Und ein Downgrade auf Windows 7, mit dem ich noch halbwegs leben könnte, ist oftmals mit manueller Arbeit und Treibersuche verbunden. Sobald Windows ein Betriebssystem anbietet, das man auf den Look von Windows 2000 zurücksetzen kann und auf dem sämtliche von mir heute eingesetzte Software problemlos läuft, lasse ich allenfalls wieder mit mir reden.

Aber Geld für neue Rechner auszugeben, die perfekt funktionieren – oder ein untaugliches Betriebssystem lizenzieren und installieren (und wohl an mancher Hürde zu scheitern) nur weil Microsoft das so will? Nee.

Das fehlende Geld und die mangelnde Freude an den “innovativen” Designs dürften für die rund 40% der PC-User, die ebenfalls noch das bewährte und schlanke XP einsetzen, Zwangsargumente sein, auch nach dem 8. April 2014 weiterhin “auf gut Glück” XP einzusetzen.

Microsoft hat mit Win XP vor über zehn Jahren schlicht ein gutes OS eingeführt – hallo Redmond, viele wollen und brauchen nicht mehr als das. Auch in Zukunft. Verlängert den Support um weitere 5-10 Jahre. Oder ihr seid hauptverantwortlich dafür, dass eine Welle von Botnetzen die Welt überrollen wird.

Nochmals: Knapp 40% benützen Windows XP immer noch – will Microsoft wirklich das Risiko eingehen, Cyberkriminelle zu unterstützen, die ungestopfte Sicherheitslücken ausnützen?

Ihr könnt mir ansonsten auch gerne ein paar 1000 Franken überweisen, weil ich meinen Gerätepark oder meine Software aufgrund eurer Support-Policy angeblich erneuern soll (von der Arbeitszeit ganz zu schweigen) und mich danach auch noch selbst um Plugins bemühen muss, um Windows 8 halbwegs alltagstauglich zu gestalten.

Also: Redet XP nicht schlecht, sondern verlängert den Support!

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Etwas vom wenigen, was ich aus dem gymnasialen Geographieunterricht in die nackte Realität retten konnte, waren die Great Smoky Mountains. Eine Mitschülerin hatte wenige Jahre zuvor ein Referat über die Appalachen und die “Smokies” gehalten.

Also sagte ich mir im Juni 1993: Wenn ich schon mal zwischen Florida und New York unterwegs bin, schaue ich mir die Sache mal aus der Nähe an.

(Dies ist der zweite Teil eines Rückblicks auf meine erste “grosse Reise” vor 20 Jahren, Teil eins ist hier zu lesen.)

Zunächst führte die Route aber an Atlanta vorbei – da musste der Jungschurni natürlich bei CNN vorbeischauen. Spätestens seit dem ersten Golfkrieg blickten wir alle auf den Sender, und in den USA gefiel mir das Konzept von “Headline News”.

Von der I-95 gings also rüber zur I-75 – irgendwo war dann auch noch die Abzweigung nach Athens, wo REM herkommen, die damals ganz gross waren. Einigermassen ehrfürchtig fuhr ich also “Losing my Religion” singend über die Interstates im Niemandsland von Georgia und tankte irgendwo auf dem Land draussen zum vermutlich ewigen Benzintiefstpreis meines ganzen Lebens: 79 cent pro Gallone, damals rund 30 Rappen pro Liter.

Auf den Interstates von Georgia, Juni 1993

Bei CNN dann die Ernüchterung: Die Studiotour war ausverkauft. Also gabs nur ein sehnsüchtiges Foto vom Eingang…

CNN-Studiotour in Atlanta, 1993

… und einen Spontanbesuch bei 104.7 WALR. Die Discjockeys waren immer sehr locker, wenn man sich als Radiöler aus einem fernen Land zu erkennen gab, und gaben bereitwillig Auskunft. Im Tagebuch gab ich mich beeindruckt: “Die haben hier die selben Studer-Spulenmaschinen wie wir. Aber sie machen sonst fast alles mit Carts. Wahnsinn, 5 Sekunden vor dem Ende eines Jingles blinkt eine Lampe! Die spielen bis zu 20 in Folge. Wo nimmt der Moderator bloss diese unendliche Coolheit in seiner Stimme her?”

Am Abend landete ich dann spontan in Asheville, North Carolina – Liebe auf den ersten Blick. Irgendwie fühlte ich mich hier auf Anhieb wohl, vielleicht weil es nun etwas gebirgiger wurde und die Menschen etwas “alternativer”, jedenfalls verblasste das Heimweh in der dritten Reisewoche immer mehr.

Natürlich besass auch Asheville seine Mall – das mir völlig neue Konzept von Einkaufstempeln faszinierte mich ebenso wie die über der Strasse hängenden Ampeln:

Asheville NC, Juni 1993

In dieser Woche lief der Film des Jahres an – damals feierten die grossen Streifen in den USA noch Monate vor Europa Premiere, und so war ich umso stolzer, Kinoticket für Jurassic Park, 13.6.1993“Jurassic Park” (begleitet von einem nie dagewesenen Merchandise- und Marketinghype) bereits am 13. Juni 1993 gesehen zu haben (Ticket rechts), einen Tag vor meinem 21. Geburtstag, den ich einsam in den Great Smoky Mountains feierte.

Spielbergs Dino-Epos war wohl der erste Film, in dem man das Gefühl hatte, das könnte wirklich echt sein; die Computertechnik machte in dieser Zeit enorme Fortschritte – am Anfang stand das flüssige Metall in “Terminator 2″.

Nach all den Computer-Spezialeffekten im Kino lechzte ich aber nach Natur. Im nahen Cherokee (nomen est omen, voller Indianerkitsch) gönnte ich mir eine Fahrt auf einem alten, ratternden Sessellift…

Sessellift in Cherokee, North Carolina, 1993

… und wanderte über Hügel, die irgendwie auch im Jura hätten stehen können:

Wandern in den Appalachen, Blue Ridge Mountains, Juni 1993

Wandern in den Appalachen, Blue Ridge Mountains, Juni 1993

Auf dem Gipfel schrieb ich ins Tagebuch (heute würde ich bestensfalls 140 Zeichen und ein gepimptes Foto Twittern): “Gediegen, ich sitze auf einer Felsnadel auf etwa 1800m, nach einer etwas haarsträubenden Kletterei, und geniesse die Aussicht. Die Chimney Tops steigen aus einem dicht bewaldeten Hügel auf, einem Urwald gleich – ich glaube, ich habe noch nie einen so dichten Mischwald gesehen. Auf dem Parkplatz des Clingmans Dome traf ich Andrea, eine Studentin aus Indiana, die den Schlüssel im Kofferraum eingeschlossen hatte und schon früh im Gespräch betonte, sie wolle einmal Präsidentin werden – das nennt man Ambitionen. Langsam hat es mir hier oben zu viele Squirrels, und diese komischen Schmerzen im Becken werden wieder stärker, ich sollte an den Abstieg denken. Ich musste eine dieser Tabletten nehmen, die mir Hans für Notfälle mitgegeben hat.”

Dass das von einem Morbus Bechterew herrührte und dies den Rest meines medizinischen Lebens prägen würde, sollte ich erst zwei Jahre später erfahren.

Später begann es zu regnen, und die Fahrt auf dem Blue Ridge Parkway war mir ohnehin etwas zu kurvig, so landete ich in Gatlinburg, einem ziemlich schrecklichen Retortenort in Tennessee, in dessen Umgebung unter anderem Dolly Partons “Amusement Park” Dollywood liegt.

Gatlinburg, Juni 1993

Dass auch ein “Ober Gatlinburg” samt Skigebiet und einer stattlichen Gondel existiert, entging mir leider – das hätte den Lifthistoriker allenfalls noch milde stimmen können.

Auf dem Weg nach Norden landete ich auch in Little Switzerland, North Carolina – tatsächlich sieht es in den Appalachen und vor allem in den Blue Ridge Mountains (John Denver lässt grüssen) sehr oft aus wie in der Schweiz. Natürlich waren die Amis begeistert, dass endlich wieder einmal einer als “Big Switzerland” vorbeischaut – der Pöstler stempelte mir sogar bereitwillig ins Tagebuch:

Little Switzerland, North Carolina, Juni 1993

Auf der Postkarte des Ortes mit einem doch sehr zu einer Reise hierher animierenden Sujet…

Little Switzerland, North Carolina, Juni 1993

… war zu meiner Überraschung genau mein weisser Chevy Cavalier Station Wagon abgebildet, der mir doch schon so sehr ans Herz gewachsen war, dass er sogar als exklusives Sujet für ein Foto in Frage kam – in den Zeiten vor der Digitalfotografie knipste man noch sehr sparsam; alle Bilder von dieser Reise sind Ektachrome-Dia-Scans.

Mein guter alter Chevy Cavalier in den Blue Ridge Mountains

Nach den Tagen in den Hügeln dürstete es mich wieder nach kurvenfreier Interstate-Fahrerei samt Musikhören und Fast Food aus dem Drive Thru, zudem war das Wetter in den Appalachen durchzogen – schon bald bestimmten solche Bilder wieder den Tagesablauf:

Irgendwo zwischen North Carolina und Delaware, Juni 1993

Und sonst? In den News herrschte langsam aber sicher Sommerflaute, für Schlagzeilen sorgte allenfalls eine wie immer völlig übertriebene Panikwelle, weil angeblich jemand eine Spritze in einer Pepsidose gefunden hatte, wie ich in der Folgewoche aus New York für meine Heimradiostationen berichtete:

Go get Adobe Flash Player!
(Lieber in eigenem Player hören / herunterladen – MP3, 1.6 MB)

Ja, heute lacht man drüber – doch in den Prä-Web-Zeiten war das noch etwas ganz Besonderes, so ein Report aus Übersee – und erst noch von mitten auf der Strasse. Boah.

So ganz geheuer war es mir beim Gedanken aber nicht, erstmals alleine in den Grossstadtdschungel einer Weltstadt abzutauchen.

Am 18. Juni 1993 notierte ich in Wilmington, Delaware: “Ah, Alien 3 kommt auf HBO, das passt perfekt – denn ich stehe vor den Toren des ungewissen Monsters NEW YORK.”

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Heute vor fünf Jahren ging “Newsnet” (als “Newsnetz”) an den Start – und überraschte primär durch eine stattliche Anzahl Tippfehler. (Wir schauten damals ins Jahre 1996 zurück, als die erste Tagi-Website online ging.)

Man könnte meinen, im Jahre 2013 seien endlich alle Probleme gelöst – doch leider sorgt Tamedia nach wie vor für Ärger mit seinem Onlineangebot. Ich rege mich inzwischen täglich über die mobile Fassung des “Tages-Anzeigers” und seiner zugewandten Orte wie “Bund” und “Berner Zeitung” auf.

Was den Userinnen und Usern zwangsweise angedreht wird, ist ein Paradebeispiel von vermeintlich gut gemeintem Digitalschrott – eine klassische Bevormundung der Kundinnen und Kunden ohne eine einfache Möglichkeit, sich zu wehren.

“Responsive Design” scheint für Tamedia/Newsnet ein Fremdwort zu sein. Stattdessen werden User mit bestimmten Geräten auf eine so genannte “mobile App” geleitet, deren Adresse mit mobile2 statt www beginnt.

Whow, “mobile2″ als Subdomain – was für ein kreativer Kopf hat wohl diese Adresse auserkoren?

Nun könnte man meinen, wer umsverrode die “mobile Fassung” einer Website wolle, könne zumindest beim ersten Besuch wählen, ob er das will. Dann wird ein Cookie gesetzt, und bis sich der User aktiv für die andere Fassung entscheidet, bleibt er bei der gewählten Version (selbstredend befindet sich irgendwo auf jeder Seite ein Wechsellink wie in diesem Blog hier).

Ich für meinen Teil halte viele “mobile Fassungen” (vor allem wenn sie einem aufgezwungen werden), die nervtötenden Popups (“wussten Sie, dass diese Seite als App verfügbar ist”) und auch viele “responsive Sites” (Seiten, die sich dem Bildschirm automatisch anpassen) für überflüssig. An einem Smartphone schätze ich eben gerade, dass meistens die “normale” Fassung einer Website problemlos zu betrachten ist – so auch beim Tagi.

Wenn ich wirklich das “mobile App-Feeling” möchte, lade ich mir – nomen est omen – eben die App runter. Wenn ich im Browser surfe (was meiner bescheidenen Ansicht nach immer noch Standard ist), möchte ich primär Websites sehen wie auf einem Notebook oder Desktop – sicher aber keine “mobilen Apps”, die sich auch wie solche anfühlen und abseits jeglicher Browserstandards bewegen.

Statt die normale Seite mit mehreren Spalten und vielen Geschichten auf einen Blick erhalte ich bei “mobile2.tagesanzeiger.ch” eine abgespeckte Fassung mit zwei Geschichten pro Ressort, und ich scrolle und scrolle und scrolle und scrolle, wenn ich runter will, und scrolle noch mehr, wenn ich wieder an den Anfang der Seite will.

Dummerweise hält sich “mobile2″ auch nicht an Standards und Konventionen, an die sich viele Menschen – gerade versierte Benutzerinnen und Benutzer – gewöhnt haben (hier bezogen auf das iPhone):

  • Die Webadresse eines Artikels lässt sich nicht aus der Adresszeile kopieren (die URL lautet permanent “mobile2.tagesanzeiger.ch”, auch auf Unterseiten)
  • Ein Tippen auf die oberste Leiste führt nicht zum Seitenanfang
  • Einen Link auf die reguläre Fassung gibt es nur auf der Startseite
  • Es gibt keine Möglichkeit, Links in einem neuen Browsertab zu öffnen (ich scrolle meistens durch den Content und öffne Artikel, die ich später lesen will, durch langes Berühren und der Wahl des entsprechenden Links im Kontextmenu in einem neuen Hintergrund-Tab).

Für eines der führenden Medienhäuser des Landes ein reichlich seltsames Angebot.

Nun könnte ich zumindest mit iCab mobile – dem im Gegensatz zu Safari echt brauchbaren Browser für iOS – dem Tagi vorgaukeln, mein iPhone sei ein iPad (iCab sendet dann dem Server eine andere Browser-ID). Dann funktionieren aber diverse andere Seiten nicht so, wie ich es mir auf dem iPhone wünsche.

Ausserdem stockt “mobile2″ oftmals und “dreht im Leeren” – wähle ich die normale Fassung, erscheint der Inhalt sofort. Auf “mobile2″ hingegen darf ich teils minutenlang zuschauen, wie sich die nette kleine Animation dreht:

Mühsam und nervig: Mobile Fassung der Tagi-Website

Ich kontaktierte Tamedia schon im letzten Winter, als die erste Fassung der mobilen Website für Ärger sorgte. Da beschied man mir, ich solle ?nomobile=1 an die Webadresse hängen, so würde die mobile Fassung umgangen. Ich passte meine Lesezeichen an, und so klappte das auch eine Weile.

Nebenbei gesagt nervte die mobile Version auch monatelang bei jedem Start mit der Spam-artigen Meldung, man solle mit einem Klick auf ein Icon den Link als Symbol auf dem Homescreen ablegen – dummerweise zeigte der Pfeil nur gerade bei Safari aufs korrekte Icon – von alternativen iOS-Browsern schien man bei Tamedia nie gehört zu haben.

Spam-artige Meldung bei jedem Besuch der mobilen TA-Website - mit Pfeil aufs falsche Icon

All das hat dazu beigetragen, dass ich vermehrt andere Medienseiten konsumiert habe.

Vor einigen Wochen begannen sich dann auch Links aus Twitter und Facebook in der unbrauchbaren “mobile2″-Fassung zu öffnen, und der Spuk begann auch beim “Bund” und der “Berner Zeitung”. Seither kann ich kaum mehr einen in sozialen Medien verlinkten Tamedia-Text lesen, da in 90% der Fällen statt dem Content nur die kleine Dreh-Animation erscheint.

Es erhöht die Freude am digitalen Leben nur bedingt, wenn man Inhalte abrufen will, dann aber nur das da zu sehen bekommt:

Link aus Twitter zur Berner Zeitung: Minutenlang drehende Animation statt Inhalt

Auf eine weitere Anfrage – mit den obigen Einwänden bezüglich Standard-Abweichungen ausgestattet – kam keine Stellungnahme zurück, wieso man dieses und jenes so und nicht anders mache, sondern ein knappes Mail:

Guten Tag

Ganz unten auf der mobilen Fassung gibt es einen Link “Zur klassischen Ansicht wechseln”. Dahinter versteckt sich dieser Link: http://www.tagesanzeiger.ch/?force_desktop=true

Mit freundlichen Grüssen
[Name des aktuellen IT-Leiters “Tages-Anzeiger Online”]

Unten stand noch der Text der Leserservice-Mitarbeiterin im Mail, die meine Nachricht weitergeleitet hatte: “Lieber XY, kannst Du evtl. diesem Leser technisch weiterhelfen? Danke und beste Grüsse, R” – doch, all dies wirkt höchst professionell.

Und sonst? – Keine persönliche Anrede. Kein Wort des Bedauerns. Nichts davon, dass sich dieser Link nur auf der Startseite befindet und sonst nirgends. Keine Anleitung, wie man einen nicht blockierten “mobile2″-Link aus Social Media rasch zum Laufen bringt oder umgehen kann.

Nicht gerade das, was man als langjähriger Leser von Tamedia-Produkten und als IT-affiner User punkto Kommunikation erwartet.

Die Rückfrage, ob der Parameter “?force_desktop=true” nun eine Weile lang so bleibe, blieb unbeantwortet. (Der geneigte Surfer denkt sich: Passen die nun jedes Jahr zweimal die URL-Parameter an? Ist das sinnvoll und sieht das nach einem gut geplanten Vorgehen aus?)

Kurz: Der Tagi hat hier auf Deutsch gesagt än rächte huere Seich produziert und tut gut daran, hier rasch etwas zu ändern. Und es vor allem wieder dem User zu überlassen, welche Fassung er sehen möchte.

Find’ ich gut. (8 weitere Leute finden diesen Beitrag auch gut.)

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