5.12.2011

Auf der Post-Website den Auslandtarif erfahren? Uff!

Hinweis vor der Lektüre: Die in diesem Beitrag erwähnten Probleme bestanden im Dezember 2011. Ich stelle ein Jahr später mit Befriedigung fest, dass sämtliche hier erwähnten Kritikpunkte inzwischen gelöst und die Probleme damit eliminiert sind.

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So sieht die Tab-Zeile eines Browsers aus, nachdem man nur kurz nachschauen wollte, wieviel ein hundgsewöhnlicher Kleinbrief nach Deutschland kostet:

Usability auf der Post-Website anno 2011: Mangelhaft

Und das passiert im Detail: Man surft auf www.post.ch, wählt “Privatkunden”, “Versand international”, “ECONOMY Brief” (unkorrekterweise ohne Bindestrich geschrieben) und fragt sich dann schon mal, warum hier zuerst mal viel Text steht und nicht gleich die Tarife (den Link “Preise” geich darunter habe ich übersehen – schliesslich erwarte ich das Wichtigste, die Preise!, auf der Startseite des Economy-Briefes):

Usability auf der Post-Website anno 2011: Mangelhaft

Zuerst muss man auf der folgenden Seite einige Dinge anklicken – und landet gleich wieder bei den Inland-Tarifen:

Usability auf der Post-Website anno 2011: Mangelhaft

Also… zuerst auf den Reiter “Ausland” wechseln, das Land wählen, aufs Format klicken, das Gewicht wählen…

Usability auf der Post-Website anno 2011: Mangelhaft

… auf “weiter” klicken – erst dann sieht man in einer ellenlangen Übersicht, die mit einem der teuersten Tarife beginnt, an zweitletzter Stelle den Preis, den vermutlich 90% aller Menschen suchen, die eine Weihnachtskarte in die Nachbarsländer schicken wollen:

Usability auf der Post-Website anno 2011: Mangelhaft

Für alle darum hier schwarz auf weiss und kürz und bündig: Ein kleiner, leichter Brief in die meisten Länder Europas kostet als Economy (B-Post) CHF 1.30.

Usability bei der Schweizerischen Post anno 2011!

Wie ich zu den verschiedenen Tabs gekommen bin? Nun, zuerst habe ich in Google nach “Post Tarif Ausland” gesucht.

Eines der ersten Suchergebnisse führte zu den Geschäftskunden, was ich in der Eile übersehen hatte. Auch hier beginnt dann eine Odyssee, wobei die Links meistens mit target=_blank gesetzt sind, für Nichtwebdesigner: Sie gehen in einem neuen Fenster auf, was man eigentlich (wenn überhaupt) nur bei Links zu externen Sites so einrichtet.

Auch hier wird man zuerst umständlich zu einem “Service Guide Online” geleitet (ohne Verlinkung, den Link muss man rechts aussen suchen gehen)…

Usability auf der Post-Website anno 2011: Mangelhaft

… erhält unangekündigt PDF-Dokumente (Faustregel im Web: PDFs werden als solche gekennzeichnet, wenn möglich mindestens mit Dateigrösse und/oder Seitenzahl) und entweder Fehlermeldungen…

Usability auf der Post-Website anno 2011: Mangelhaft

… oder das Popupfenster geht einfach zu, wenn es eigentlich ein Ergebnis anzeigen sollte.

Zufällig bin ich dann von der deutschen Geschäftskundenseite…

Usability auf der Post-Website anno 2011: Mangelhaft

… mit einem verzweifelten Klick auf “Preise International” zur englischen (!) Privatkundenseite gelangt. Und siehe da – hier, am Ende des Internets, wie’s einem vorkommt nach dieser langen Reise, befindet sich die langersehnte Liste zuoberst auf der Seite.

Usability auf der Post-Website anno 2011: Mangelhaft

Tipps an die liebe Post:

– Zeigt doch überall zuerst diese Liste an, bevor die Gefahr von “Verklickern” besteht, lasst die Klick-Odyssee erst für Sonderwünsche laufen (hohes Gewicht, grosse Formate).

– Etwas weniger Granularität wäre gut: Ein Klick auf “Briefe Ausland” sollte bereits eine Preistabelle für die meistgefragten Tarife beinhalten, spätestens aber “Economy Brief” (und bitt den Bindestrich korrekt verwenden, gell). Momentan sind zu viele Klicks notwendig bis dahin: Start > Privatkunden > Versenden / Briefe Ausland > Preise > Economy ist der kürzeste (!) Weg. Die meisten machen wohl den Umweg über Start > Privatkunden > Versenden / Briefe Ausland > Economy-Brief > Preise > Economy, da der “Preise”-Link zu weit unten in der Navi steht.

Der Kalkulator ist für komplexe Fälle sicher ein schönes Mittel – aber wenn man einfach nur wissen will, wieviel Marken man auf eine Karte kleben muss, mag nicht fünf Minuten investieren. Also: Wichtigste Preise weiter rauf, auf diese Seite – von mir aus auch Eco/Urgent auf die selbe Seite, dann kann man nämlich auch gerade vergleichen.

Find’ ich gut. (3 weitere Leute finden diesen Beitrag auch gut.)

Kommentare

Da hast du dich aber wieder mal mächtig über deinen Lieblingsfeind ausgelassen!
Für solche Fälle habe ich eine althergebrachte Tabelle zur Hand, in der ich – total antiquiert – blättern kann und relativ schnell den Tarif finde. Da besteht höchstens noch die Gefahr, dass unser lieber gelber Riese in der Zwischenzeit eine Tarifänderung vorgenommen hat.

Ich denke nicht, dass ich im Online-Zeitalter (ggf. veraltete) Papiertabellen benötige. Ich habe lieber einen gelben Riesen, der sich etwas zur Usability überlegt.

Ciao blöker =)
Vielleicht hast du ja jetzt mittlerweile die Post-App auf deinem Handy/Smartphone?
Ist nämlich sehr praktisch.
Lg Simu

Die App habe ich nicht, aber http://mobile.swisspost.ch/mobile-post/mobile-preise/mobile-preise-briefe-ausland.htm genügt vollauf und das ist dort auch bestens gelöst – Hausaufgaben gemacht!

[...] Fairness halber sei erwähnt, dass die Post durchaus lernfähig ist. Die in diesem Beitrag erwähnten Probleme sind inzwischen gelöst. Auf die Seite mit den wichtigsten Brieftarifen fürs Ausland gelangt man [...]

Salutti Andi

yeah, ist natürlich auch praktisch. Hat sich dein Ärger gegenüber der Post ein bisschen gelegt mittlerweile? Oder ist noch viel Unmut vorhanden?

Lg Simon

Derzeit keine Probleme – wenn dann die versprochene Paket-Abendzustellung wirklich kommt (hoffentlich mit zweiter Gratiszustellung auf den Wunschtermin) und die Post auf das “amtliche Spamming” verzichtet (Stichwort Promopost / teiladressierte Post / SVP-Blättli und dergleichen), ist das Angebot durchaus in Ordnung.

Okay =) Ja die Abendzustellung kommt garantiert und die zweite Gratiszustellung auf den Wunschtermin müsste auch drinliegen. Ja, das mit der Promopost ist immer so ne sache. Weil gerade die “politische” Werbung (ich nenn sie mal so) muss eben in jeden Briefkasten zugestellt werden… leider gibts da keine Ausnahme. Der Anzeiger muss ja auch in jeden Kasten, aber wenigstens kann man da noch die Verzichtserklärung anfordern (hast du ja). Erinnerst du dich noch an mich? Ich habe vor (glaub ich) drei Jahren ausführlich erklärt, wie das funktioniert mit dem Anzeiger =)

Sorry hab ich mich nicht mehr gemeldet. Hast mich ja gefragt, ob ich bei Nespresso oder Kassensturz etc. mal Auskunft geben will (anonym). War eben ziemlich lange im Ausland, deswegen ist es ein bisschen im Sande verlaufen

=) Kannst sonst aber auf mich zurückgreifen, wenn du insider infos oder ähnlich brauchst. Lg Simon

“Leider gibts da keine Ausnahme”… doch, wenn ich als Kunde/Bürger das wünsche, ist das zu respektieren – für mich ein klarer Fall.

Genau wie es beim Anzeiger auch klappt, sollte das – auch wenn mir das im Prinzip zu umständlich ist, ein Kleber am Briefkasten sollte genügen – für alle anderen unerwünschten Sendungen auch möglich sein.

ja klar, ich selber sehe das auch so wie du =) aber die post eben nicht (leider). Warum dies aber so ist, weiss ich allerdings auch nicht… man könnte ja etwas verpassen ;)

lg

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