11.10.2011

Wieso für TV-Empfang monatlich Geld abdrücken?

Sunrise schickte mir kürzlich eine Umfrage, welche TV- und Radiosender man denn beim demnächst lancierten neuen TV-Angebot (à la Swisscom TV) wünsche.

Nun: Keine!

Weil wir mit der Satellitenschüssel wunschlos glücklich sind.

Der ganze Hype mit Swisscom TV, Glasfaser oder Cablecom Digital lässt uns ziemlich kalt, die Sat-Schüssel steht schon (einigermassen gut versteckt), die Kündigung bei der Cablecom ist bereits geschrieben.

Wer auf TV und Radio bei Sunrise, Swisscom oder Cablecom verzichtet, kann massiv Geld sparen – man kauft einfach einmal den Parabolspiegel, die Kabel und bezahlt pro Empfangsgerät 60 Franken für die Empfangskarte der Schweizer Sender, das wars – Monatsgebühren fallen für den Rest des Lebens keine an.

Bis zur Pensionierung sparen wir so über 10’000 Franken – das gibt eine nette fette Ferienreise zusätzlich! Ich habe ein wenig herumgerechnet (Stand Januar 2011):

– Cablecom: Digicard einmalig 99 Franken, Kabelanschluss inkl. Servicevertrag und Urheberrechtsgebühr: 29.35 pro Monat, Totalkosten für ein Jahr 451.20 und für zehn Jahre 3621 Franken.

– Swisscom TV: Telefonanschluss 25.35, Urheberrechtsgebühr 2.25, Swisscom TV Basic 19 = total 46.60 monatlich, pro Jahr 559.20, für zehn Jahre 5592 Franken.

– Satellitenschüssel: Materialkosten einmalig je nach Material wenige hundert Franken (Schüssel, LNB, Kabel, SRG-Empfangskarten), keine Monatsgebühren, Totalkosten für ein Jahr und zehn Jahre ca. 500 Franken, Ersparnis gegenüber UPC Cablecom in zehn Jahren über 3000 Franken, gegenüber Swisscom TV über 5000 Franken.

Zudem habe ich die Meldung beim Aufstarten des Fernsehers langsam satt: Bei UPC Cablecom kommt am Anfang immer allzu lange „verschlüsselter Sender“ oder „Authentication in progress, please wait“.

Obige Berechnungen (Stand Oktober 2011, ohne Billag, Quelle: Anbieterwebsites) gelten für ein Empfangsgerät und beinhalten keine On-Demand-Angebote, für die es bei der Cablecom weiterhin (und bei Swisscom sowieso) eine Settopbox braucht und die viel teurer sind.

Da moderne TV-Geräte alle möglichen Receiever intus haben, also auch für DVB-S (Digitales Satellitenfernsehen), entfällt die stromfressende Box. Für den Radioempfang genügen FM, DAB oder – am besten, da man tausende Programme aus der ganzen Welt hören kann – das Internet; via WLAN und Line-In kommt das Zeug problemlos auf die Stereoanlage aus dem Jahre 1991. Dafür genügt im Prinzip ein „Naked DSL“.

TV und Radio via Kabel oder Telekom-Anbieter ist nur für Leute sinnvoll, die aus Heimatschutzgründen keine Satschüssel aufstellen dürfen oder die unbedingt extensives „TV on demand“ wünschen. Ansonsten ist es schlicht „Geld zum Fenster raus geschmissen“, und die einzigen valablen Ausreden sind „ich habe eh zuviel Kohle und ich bin zu faul zum eine Schüssel aufstellen“ und „ich finde die Schüssel am Haus hässlich“. Ich hatte die Antenne im Alleingang im Nu aufgestellt und sauber auf Astra und Eutelsat ausgerichtet.

Ausserdem ist man mit der Sat-Schüssel vom Gängelband der kabelbasierten Anbieter befreit: Mit einem Sat-fähigen Harddiskrecorder mit BluRay/DVD können wir aufzeichnen, was wir wollen, es bei Bedarf sogar auf eine Scheibe brennen, archivieren und es jederzeit wieder gucken.

Wer Video on Demand möchte, kann sich bei Bedarf immer noch eine Apple-TV-Box oder etwas Ähnliches beschaffen oder für kleinere Nachträglich-Schauen-Wünsche auf Zattoo, Wilmaa & Co. ausweichen.

Find‘ ich gut. (5 weitere Leute finden diesen Beitrag auch gut.)

Kommentare

[…] regelmässiger Leser von JacoBlök schreibt: Ich bin auf Deine Einträge (hier und hier) zu Sat-TV gestossen. Wir haben seit kurzem das neue Glasfaser-Angebot von ewb / Quickline […]

Schreibe einen Kommentar (Hausregeln hier)

Dein Kommentar
(Anonyme Kommentare werden gelöscht.)

  (Hausregeln beachtet?)

Kategorien