JacoBlök » Papa hört auf
30.06.2008

Papa hört auf

Jetzt werden schon die eigenen Eltern pensioniert – uff, wir werden alt. In diesen Minuten quittiert mein Papa den Dienst – und hat fortan noch mehr Zeit, seine Familie zu nerven 🙂

Papa quittiert den Dienst und kommt auch noch in der Zeitung (Klicken für grössere Fassung)

(Das ganze gibts auch auf Rätoromanisch und mit mehr Fotos.)

Etwas wehmütig ist einem selbst schon auch zumute: Die Sommerferien auf der Rega-Basis waren für einen Buben natürlich vom Feinsten. 1984/85 war alles etwas lockerer: Als Tarnung den Blaumann überziehen und in der altehrwürdigen Alouette III mitfliegen, um Fotoreportagen von der Bergung abgestürzter Kühe zu anzufertigen? Kein Problem. Hach, in dieser Maschine hatte man wirklich noch das Gefühl, richtig zu fliegen!

Dazu VHS-Videos mit unhandlich grossen Kameras drehen – was die Piloten zu allerlei Kamikaze im Bündner Luftraum antrieb… Per Funk dazu aufgefordert werden, die Landelichter anzustellen – das war für den 12-jährigen Junior die höchste Ehre. Manchmal landete in den 80ern auch schon mal der Heli „November November“ im Sedruner Garten, wenn es die Crew erschöpft nach Koffein dürstete (einfach dem BAZL nicht erzählen).

Yepp – mit der Untervazer Crew wars stets lustig. Hier zwei Bilder aus des Erzeugers erstem Sommer dort (1984):

Am Anfang seiner Karriere: Juli 1984 in der Alouette III, dem damaligen Arbeitspferd der Rega

Der Untervazer Rega-Heli im Sommer 1984: Alouette III HB-XNN

Der Untervazer Rega-Heli im Sommer 1984: Alouette III HB-XNN

Das damalige Arbeitspferd der Rega in den Bergen: Die Alouette III.

Im November 1984 war auch Kumpel Tanner mit dabei (im Hintergrund die damals noch ganz kleine Basis Untervaz):

Ferien auf der Rega-Basis Untervaz: Andi und Patrick im November 1984

Nun – wie ich ihn kenne, wird „de Bappe“ nicht lange still sitzen können. Auf jeden Fall werden wir viel mehr Zeit haben, um ab Ende November über die Sedruner pisten zu flitzen, was mich doch sehr freut. Hans – nimms aber auch ein wenig gemütlich, gell? Und verschwende vor allem unsere… öh, Deine Pensionskassengelder nicht grobfahrlässig!

Heute dipl. Kurzschlussverursacher, damals (1993) Klettermeister auf einer Alouette IIIDafür startet seine zweitneuste Produktion voll durch, die anno 1993 auch noch gerne auf der Rega-Alouette herumkletterte. Wie die Zeit doch bloss vergeht.

Des Blökers Halbbruder hat letzte Woche die Lehre als Elektromonteur mit der besten Gesamtnote seines Jahrgangs im Kanton Graubünden abgeschlossen: Lucas, Du verdammter Streber… dafür wirst Du im August in Seattle umgehend zum grössten Steak eingeladen, das wir auftreiben können. Pass auf, das geht ganz schnell! Se big bröser gratuliert herzlich – wie auch seine Bude:

Der Beste: Gratulation für Lucas in der Zeitung

Kommentare

Oh, da bin ich baff… Chapo für diese Familienmitglieder! Da kannst Du stolz sein…

Potzblitz, Helikopterabenteuer im Jugendalter und keine Langzeitschäden – offenbar scheinst Du immun zu sein gegen den Bazillus Aviaticus? Was gäbe ich (heute) für ein Rega-Heli-Mitflug… 😉

Naja, stolz… alle Menschen tun halt, was sie können und worauf sie Lust haben. – Es war aber schon cool, wenn man einen Heli sah, zu wissen „Aha, Papa kommt vielleicht“… oder auf den Bündner Pisten jeweils zum gelandeten Heli hinschwingen zu können und mit der Crew zu tratschen. Das sind so die kleinen Freuden im Leben 🙂 Ausser dem legendären Untervazer Flughelfer Hansruedi sind aber die meisten bekannten Gesichter inzwischen pensioniert…

Also ich kann Dir sagen, in einer A109 fliegen ist auch cool, aber in der Alouette war das Fluggefühl sehr viel geiler ausgeprägter und die Rundsicht viel besser.

Eh ich mein ja nur. Jeder macht was er kann und will, das stimmt schon.

Das sind so die kleinen Freuden im Leben

Genau 🙂 Naja, Alouette fliegen wär schon mal ein Tröimli. Bald werden ja sicher ein paar Armee-Geräte den Weg in zivile Hände finden (das ist meine Vermutung). Und sonst muss ich halt weiterhin (als Gast) mit der Heliswiss-Flotte vorlieb nehmen.

[…] Der sitzt jetzt aber jeweils ziemlich frustiert in Sedrun vor der Skype-Kamera, wenn wir von unseren Abenteuern hier drüben erzählen, hähä – oder von den saftigen, kollossalen Steaks, die ich Lucas schon vor den Ferien zu seiner tollen LAP versprochen hatte. […]

[…] betrüblich. Dass die Rega im Einsatz einen Arzt verliert, ist höchst selten. Mein Vater hat in seinen 24 Rega-Jahren etliche Lawinenrettungen mitgemacht – in solchen Augenblicken bin ich umso dankbarer, dass ich […]

[…] wieder im trauten Heim, wo mich zwar das Spachteln juckt, das ich nun aber schön brav sein lasse. Papa empfiehlt eher die konservative Therapie (“hüpf einfach ein paar Mal vom Esstisch”); […]

Und 2011 durfte einer auch noch ein wenig aus seinem Leben erzählen

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