26.05.2008

Die dümmsten Raucher, Teil 6

Blog-Kommentatorin „drillingsmami“ (nomen est omen) hat mir ein Bild geschickt, das altbekannt ist, aber die grenzenlose Gedankenlosigkeit vieler Raucherinnen und Raucher drastisch aufzeigt: Die Mutter kann ihre drei Kinder hier im Restaurant Tierpark Dählhölzli nicht spielen lassen – die zu hunderten weggeworfenen Kippen wären ein tödliches Risiko für die Drillinge, die momentan alles reflexartig in den Mund nehmen. Ein Grund mehr, auch auf Aussenplätzen von Restaurants Rauchverbote einzuführen.

Zigarettenkippen am Boden: Die meisten Raucher kümmerts nicht, dass Kinder hier nicht spielen können (Mai 2008)

Aber hey – „mich betriffts ja nicht“, sagen sich die Smokies, Kinder sind eh doof, und die Abfallgebühren decken ja die Reinigung. Schliesslich steigen die Gebühren ständig. Warum wohl…? „Ach, ist mir Wurst“ – ob der Rauch jemanden stört, ob die Zigarettenkippen die Gegend verschönern… scheissegal!

Ach, ich liebe diese Rauchenden. So freiheitsliebend, so unkonventionell.

Wie arm viele Raucherinnen und Raucher dran sind, zeigt dieses Bild. Hier ist das Rauchen nicht störend oder schädlich, aber solche Leute sind doch bemitleidenswert: sie sind derart abhängig, dass sie den Glimmstengel schon im Zug in den Mund nehmen, damit sie draussen auf dem Perron die nichtrauchenden BahnfahrerInnen rascher belästigen können.

Lächerlich: Zigi schon vor dem Aussteigen im Mund (Januar 2008)

Derweil wehren sich Wirtschaftverbände u.a. gegen die Tabakprävention der Bundesverwaltung, wie gestern auch in der „NZZ am Sonntag“ wieder zu lesen war. Wie der Autor treffend bemerkt, ist der tatsächliche Gegner der Verbände aber nicht der Bund, sondern die öffentliche Meinung:

Rauchfreie Restaurants sind im Ausland längst Realität und haben zu keinem wirtschaftlichen Einbruch geführt. In verschiedenen Kantonen wurden vom Volk scharfe Rauchverbote erlassen. In Genf etwa haben fast 80 Prozent der Stimmbürger der bisher radikalsten Regelung zugestimmt. Nicht einmal mehr geschlossene Raucherzimmer – Fumoirs – sollen erlaubt sein.

Eine Fachfrau aus der Party- und Konzertszene, die sich am Rauch selbst nicht stört, sagte mir kürzlich: „Klar, Rauch gehört einfach zum Partymachen. Ich zweifle aber keine Sekunde dran, dass die Rauchverbote kommen werden – das ist sonnenklar. Wer das ernsthaft in Frage stellt, hat keinen Sinn für Realität. Die Partys in London sind aber keineswegs weniger cool, nur weil man nicht mehr rauchen darf.“

Die Fanatiker, die sich in den Kommentaren der früheren Teile dieser Serie immer wieder lautstark zu Wort melden und die besagten 80 Prozent mitunter gerne als „Geruchstaliban“ betiteln, kommen mir dagegen vor wie Erich Honecker in den letzten Tagen der DDR – träumen fernab irgendwo versunken in ihrer Welt, nicht realisierend, was draussen vor sich geht. Oder wie die Swisscom: Das Unvermeidliche möglichst lange hinauszögern oder via Gerichte bekämpfen.

Inzwischen kräht kein Hahn mehr gegen die Rauchverbote im öffentlichen Verkehr. Im zivilisierten Ausland motzt kaum jemand über rauchfreie Innenräume. Hingegen warten wir nun sehnlichst auf das Rauchverbot auf den Bahnsteigen, wie in Deutschland. Und auf rauchfreie Aussenplätze in Beizen.

Das alles kommt – die Frage ist nur, wann.

Die weiteren Folgen dieser Serie: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5

Find‘ ich gut. (3 weitere Leute finden diesen Beitrag auch gut.)

Kommentare

Wahrscheinlich tun RaucherInnen all das, was der Blöker in seinem Beitrag geschrieben hat nicht, um andere (so wie das Drillingsmami oder den Blöker oder auch die Lehrgotte) zu ärgern oder zu provozieren, sondern weil sie permanent ihren Denkapparat im Schongang laufen lassen…

Also ich muss dem Blogger ja sooo recht geben. Ich komme soeben von 5 Jahren Australien zurück, wo Rauchen nur noch im Freien und im eigenen Auto gestattet ist. Herrlich. Wer rauchen will geht nach draussen. Keiner motzt da. Widerlich ist es, wenn man zurück in die Schweiz kommt und nicht mal in einem Restaurant eine Mahlzeit geniessen kann, ohne verqualmt zu werden. Da sieht man wiedermal wie rückständig die Schweizer sind. Zudem zeigen Studien, dass vorallem auch Passivrauchen (vorallem bei Kindern) sehr schädlich ist und zu grossen gesundheitlichen Problemen führen kann. Also Glimmstengel nur noch im Freien und die Kippe in den Arsch schieben – nicht aufs Perron oder den Spielplatz!!!

Grundsätzlich einverstanden – nur sollte das Rauchen draussen auch nur da erlaubt sein, wo es niemanden stört, siehe frühere Teile dieser Serie. Dummerweise haben jene, die oben an der Beiz rauchen, nicht sehr viel Freude, wenn Rauch zum Fenster reinkommt – und jene, die draussen qualmfrei essen wollen, schon gar nicht. Ich finde jedenfalls immer problemlos so ein Plätzchen.

SCNR: Ich bin sowieso auch dafür das man all das, was die Volksgesundheit auf die eine oder andere Art in Gefahr bringt, verbieten tut:
– Offroader (Spritschlucker, Panzer selbstredend)
– Adipöse Menschen (Da leistet zum Glück das BAG gute Vorarbeit, ich empfehle: checkt euren BMI, falls er >25 ist, seit ihr direkt dafür Verantwortlich, dass wir Normalgewichtigen so hohe Krankenkassenprämien bezahlen!!)
– Die SVP (daran arbeiten wir noch, aber legt ums Himmelsgottswillen am 1.6.08 ein NEIN ein!)
– Den East-European Song Contest (der erledigt sich wohl von selber)
– Kinder (Scheint tatsächlich so zu sein das Kinder ein Armutsriskio darstellen und damit den Sozialstaat unnötig belastet: auso, keine Kinder mehr, please!)
– Natürlich alle Arten von Drogen (Der Blöker kämpft bereits vorbildlich gegen das Rauchen, ich würde gerne noch das hier auf der Liste haben: Glücksspiel, Casinos, Lotto, Alkohol, Ritalin, Viagra (SPAM!), Sex, Videospiele, Jasskarten, Panini-Bildlis)
– Blühende Landschaften (Europaweit verursachen Allergiker Volkswirtschaftliche Kosten von über 25 Milliarden Euro)

Natürlich geht es noch weiter, aber all das beeinträchtigt unser aller Leben direkt massiv.

Offroader: Umgehend. Adipöse Menschen: Schaden gesundheitlich nur sich selbst – die BAG-Bestrebungen sind aber zu begrüssen. SVP und ESC: Sofort!! 🙂 Kinder, Drogen, Landschaften: Jaja… gähn.

Ich finds etwas doof, hier am Thema vorbei zu diskutieren – Zynismus find ich in diesem Fall auch nicht besonders lustig.

Drum konkret: Findest Du Zigarettenkippen am Boden cool, namentlich in einer Beiz mit vielen Kindern? Wetten, dass Du das Thema ernster nimmst, wenn Dein Kind dereinst in einer unbewachten Sekunde eine Kippe frisst?

Schade, dass auch Dir die Fähigkeit abzugehen scheint, Dich in solche Situationen zu versetzen. Ich finde die desinteressierte, unüberlegte Art vieler RaucherInnen, mitten in Menschenmengen (denk an unseren Fussballabend YB-Basel) eine Zigi anzuzünden und sich einen Scheiss drum zu scheren, was um sie herum noch alles läuft (und anschliessend den Abfall einfach wie ungezogene Teenies an den Boden zu werfen), schlicht beschämend und oberfaul. Mich störte es an jenem Abend nicht sonderlich – aber es war doch auffällig, dass weder jemand fragte, ob es störe, noch sich umdrehte. Es wurde einfach gepafft. Sowas findest Du also OK?

PS: Es geht hier genau und nur ums Rauchen und nicht um alle anderen Themen. Bevor Du also wieder mit blühenden Wiesen kommst und anderen Ausreden wie all diese Kettenrauchfanatics… es geht nicht drum, wer was noch schlimmer macht, und auch nicht um ein totales Rauch- und Spassverbot, sondern ums Rauchen (und die Folgen) an jenen Orten, wo es stört.

Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass unsere Gesellschaft eine ausgeprägte Tendenz zur Hysterie entwickelt hat. Das finde ich Gesundheitsschädigend. Ich bin absolut gegen das Rauchen in Restaurants und Orten wo Menschen arbeiten müssen. Aber: ich plädiere gleichzeitig auch an die Selbsverantwortung: eventuell muss man damit rechnen, dass an einem Public Viewing eben Publikum da ist, das nicht die selbe feinstoffliche Erziehung wie wir alle bodenständigen Gesunden genossen haben. Oder vielleicht ist es nicht die tollste Idee einem Kleinkind eine Raucherbar als Spielzone vorzustellen.

Ab einem bestimmten Punkt müssen wir wohl alle einsehen, dass das Leben gefährlich ist, und wir beim besten Willen kein 0%-Risiko-Leben erreichen werden.

Ich werde ja bald Papa, aber ich hoffe doch inbrünstig, dass ich mich nicht von all den tausend Gefahren terrorisieren lasse (denn das ist auch ungesund) und es nicht mehr wage bei Sonnenschein (Ozon, UV, Krebs!) am Waldrand (Allergie, Zecken, Hunde!) mit Kind und Kegel zu bräteln (Rauch, Feinstaub!) und mich dazu darüber amüsiere, dass die Nati Europameister geworden ist (fUEssballmaFiA!).

Ich teile doch all die Argumente gegen das Rauchen, finde es nur etwas bemühend, dass hier offenbar nur in den Kästchen

Kettenrauchfanatics

und Vernünftige operiert wird. Das ist IMHO wenig hilfreich.

Aber was ist denn dran, zu überlegen: „Nervt meine momentane Tätigkeit andere momentan, beeinträchtigt sie ihr Wohlbefinden?“ Und dann entsprechend zu handeln?

Ist man womöglich einfach zu faul dafür? Was meinsch?

Natürlich schädige ich mit einer Autofahrt oder einem Flug die Umwelt in einem viel grösseren Masse. Doch dies ist wie gesagt hier nicht das Thema. Die unmittelbare Belästigung fürs nahe Umfeld ist mit einer Zigi immens höher.

Wenn jemand neben Dir furzt und es dann stinkt, wenn jemand an den Boden kotzt und Du reinstehst, nervt Dich das doch auch? An die Wand pissen in der Altstadt und dann der tolle Geruch tagelang… all das sind – wie das Rauchen für viele es ist – einfach zu vermeidbare Belästigungen. Purer Egoismus auf Kosten anderer eben.

Mit Deiner Argumentation könnte man jegliches dumpfbackige Verhalten rechtfertigen: Hysterie! Verbote sind böse! Es lebe die Freiheit!

Mir gehts mit dieser Serie vor allem drum, all jene zumindest ein wenig zum Nachdenken zu bringen, die bisher – aus welchen Gründen auch immer – auch in Menschenmassen sich gedankenlos eine Zigarette angezündet haben; ohne zu überlegen, ob man auch kurz abseits stehen gehen könnte, wo zumindest weniger Menschen sind. Wenn auch nur jemand wegen dieser Postings dran denkt, selbst wenn ihn das hier alles sehr nervt, ist schon viel gewonnen.

Um UV-Strahlung, Zeckenbisse, Feinstaub, Krebs usw. zu verhindern, würde es ungleich grössere Taten brauchen als einfach auf eine Zigi zu verzichten oder sie woanders zu rauchen. Das ist mein Punkt!

Klar ist Leben gefährlich – eine Binsenwahrheit. Aber es will mir nicht in den Kopf, dass ausschliesslich die Lethargie der meisten RaucherInnen die einfache Lösung eines Problems verhindert, das sehr viele Leute in ihrem Alltag beeinträchtigt und nervt.

Zum 100. Male: Es geht überhaupt nicht um Gesundheitsfanatismus, um Gesundheitsapostelei – es geht einfach um den Aufruf: Raucht verdammt nochmal da, wo es niemanden stört, der das vielleicht nicht will. Rücksichtnahme – ist denn das so schwierig? Oder ist es OK, wenn ich bei Dir im Büro jeweils ungewaschen erscheine und ein paar Male am Tag einen ziehen lasse? Ist ja nicht so schlimm, gell.

Und dass selbst vernünftige Menschen wie Du und andere hier das einfach nicht begreifen… sondern lieber weiter egölen oder egölen lassen.

Nochmals, Du bist nicht drauf eingegangen: Zigarettenkippen am Boden sind das Hauptthema dieses Posts. Anstatt dass Du drauf hinwirkst, dass das nicht mehr vorkommt, nimmst Du’s einfach hin – ist das wirklich Dein ernst? Wie würdest Du wohl denken, wir wollens nicht hoffen, dass Dein Kind dereinst so eine Kippe schluckt und ihr dann ins Spital rennt?

Das ist IMHO wenig hilfreich.

Weshalb denn? Ein Rauchverbot z.B. im Aussenbereich des Tierpark-Restaurants würde das Problem der Kippen schlicht lösen – das Problem sind hier eindeutig die Verantwortungslosen unter den RaucherInnen, eben die Rauchfanatcis, die sich keinen Deut um die anderen scheren, und sonst niemand.

Der ewige Appell an die Selbstverantwortung ist gut und schön, aber naiv – denn er nützt meistens nichts. Sonst gäbe es zB auch keine Tempolimiten. Oder wieso muss man dann gewisse Verhaltensweisen, die wir wie selbstverständlich als verachtenswert ansehen, wie Verleumdung, Mord usw. extra sanktionieren?

Wieso ist es nicht OK, offen auszusprechen, dass es eine Gruppe von Leuten gibt, die anderen (die Mehrheit) mit ihrem sehr leicht verhinderbaren Verhalten (sie müssen nicht mal aufhören, zu rauchen, sie müssens einfach woanders tun) auf den Wecker geht?

Wieso ist es nicht OK, offen auszusprechen, dass es eine Gruppe von Leuten gibt, die anderen (die Mehrheit) mit ihrem sehr leicht verhinderbaren Verhalten (sie müssen nicht mal aufhören, zu rauchen, sie müssens einfach woanders tun) auf den Wecker geht?

Das ist meiner Ansicht genau der Punkt! Wenn du meinen Post gelesen hast, wirst du ja festgestellt haben, dass ich grundsätzlich auch für ein Rauchverbot bin, aber ich finde es besser, wenn man es tatsächlich offen aussprechen würde, und etwas weniger hintenrum lästert (keine Ahnung wie viele deiner fotografierten dummen menschenverachtenden Kettenraucherfanatics tatsächlich in Reue deinen Blog lesen).

Ich bin dafür, dass man Menschen direkt anspricht, und sie darauf hinweist, dass es einem nicht egal ist, dass sie sich hier wie zuhause fühlen und bitte Rücksicht nehmen sollen. Ich bin aber gegen die Kultur, dass wir nur die Kamera zücken und dann aus sicherer Distanz darüber auslassen wie doof (dumm!) alle sind, die rauchen. Das geht meiner Meinung nach nid.

Zusätzlich fehlt mir der Glaube, dass man mit möglichst vielen ausgefeilten Verboten verantwortungsvollere Mitmenschen hervorbringt (Tierparkvorplatz, bis Perimeter xy ist Rauchverbot; wehe ein Kind schluckt eine Kippe 10cm nach dem ‚Perimeter Rauchverbot Tierpark‘!). Auso, jetzt muss ig aber wieder es bitz arbeiten.
Ich danke Ihnen meine Damen und Herren.

Ich habe absolut keine Lust, mich von den Fanatics zurechtweisen zu lassen oder womöglich gar eini id Schnorre z’kassiere.

Wenn das jemand tun will, und das seine Art ist, bitte. Meine Art ist es, öffentlich darauf aufmerksam zu machen und eine Diskussion anzuregen (so erreiche ich immerhin rund 600 Leute täglich, von denen nach Adam Riese etwa 200 rauchen). Ich halte das für effizienter als Einzelabschlachtungen mit einem beträchtlichen Risiko für verbale oder körperliche Attacken.

Und himmelherrgott, ich finde NICHT „alle“ doof, die rauchen – ist denn das so schwierig zu begreifen? Es geht ums wann und wo! Alle sollen soviel rauchen, wie sie wollen! Das begreif ich nicht – ich kann das 100x schreiben, immer heissts dann grad „er hasst alle Raucher“. Uff. Ehrlich. Wenn selbst mit Dir diese Diskussion nicht klappt, dann muss ich wohl wirklich langsam davon ausgehen, dass alles zwecklos ist.

Ich zück die Kamera auch nicht, um jemanden als Person blosszustellen (deshalb ist auf den Bildern nie jemand identifizierbar), sondern um plakativ darzustellen, in welchen an sich unmöglichen Situationen RaucherInnen zum Glimmstängel greifen.

Wieso weigerst Du dich denn standhaft, auf ganz konkrete Fragen einzugehen, die ich immer wieder stelle?

Sobald es drum geht, für konkrete Situationen Stellung zu beziehen, krebst Du zurück – einfach möglichst allgemein und theoretisch bleiben („Zusätzlich fehlt mir der Glaube, dass man mit möglichst vielen ausgefeilten Verboten verantwortungsvollere Mitmenschen hervorbringt „) gilt jetzt mal nicht mehr.

Also nochmals: Denkst Du nicht, dass Du auch etwas radikalere Massnahmen forderst, wenn Du oder Dein Umfeld mal selbst betroffen bist?

Lass jetzt mal irgendwelche Abwandlungen: Würde ein Rauchverbot im Tierparkrestaurant Deiner Ansicht nach dazu führen, dass zumindest mal weniger Kippen am Boden liegen? Ja oder nein?

Was ist denn dran, zu überlegen: “Nervt meine momentane Tätigkeit andere momentan, beeinträchtigt sie ihr Wohlbefinden?” Und dann entsprechend zu handeln? Ist man womöglich einfach zu faul dafür?

Ist es in dem Fall angesichts Deiner grenzenlosen Freiheitsliebe OK, wenn ich bei Dir im Büro jeweils ungewaschen erscheine und ein paar Male am Tag einen ziehen lasse?

Du kannst gerne auch nach dem Arbeiten antworten. Einfach nicht wieder ausweichen und verallgemeinern. Danke schon jetzt!

@blöker
bist schon ein bisschen sehr radikal – redest du denn überhauot noch mit mir, ich hab ja auch mal geraucht 😉

@sultan
typisch einlingspapa. EIN kind kann man leicht die ganze zeit im auge behalten. aber ich möchte eigentlich an einem ort, der extra vor allem für kinder gemacht ist, meine kinder aus dem wagen nehmen können. wenn ich sie im marzili krabbeln lasse, räume ich vorher die paar kippen aus dem gras weg und dann hats sich. im tierparkesti müsste ich grad mit einem eimer dahinter um alle kippen auflesen zu können… gut man kann sagen, dass die welt halt nicht für drillingseltern gemacht ist. man hat immer zu wenig augen. aber wenigstens ist dann die ich-nehm-alles-in-den-mund-phase auf einen schlag vorbei.

Ich weiss einfach nicht, was daran derart „sehr radikal“ sein soll, einfach etwas mehr gegenseitige Rücksichtnahme zu postulieren.

Ich kenne zig RaucherInnen, habe überhaupt kein Problem mit ihnen und setze mich manchmal sogar für die Kaffeepause zu ihnen in den Raucherraum.

Sorry Blöker, aber das ist schizophren. Du wetterst über Raucher und ihren Rauch und setzt Dich dann zu ihnen in den Nebelraum? Deine Antwort wird nun sicher lauten: „Aber ich will selber entscheiden, wann ich Zigi-Rauch inhalieren muss.“ Für mich macht das Deinen Kampf gegen Rauch schlicht unglaubwürdig.

Ich bin auch ein Verfechter für rauchfreien öffentlichen Raum, bin aber auch der Meinung, dass gerade draussen ein tolerantes Nebeneinander möglich sein sollte. Stört mich beispielsweise an einer Bushaltestelle der vorbeiziehende blaue Dunst, kann ich ja meinen Platz wechseln. Ich teile aber voll und ganz die Ansicht von drillingsmami, dass Raucher vor allem an Orten, wo Kinder spielen, ihre Kippen sachgerecht entsorgen – was sicher nicht auf dem Boden ist.

Ich versteh das nicht. Echt nicht. Ich kämpfe doch hier nicht für mich alleine, sondern für alle Betroffenen. Ich paffe ja selbst auch ab und zu eine – wieso soll ich mich denn nicht ab und zu auch zu den RaucherInnen in den Nebelraum setzen? Wieso soll das unglaubwürdig sein?

über das thema rauchen lässt es sich viel diskutieren 🙂

@blöker
wenn die kinder nicht mit dabei sind und jemand an der bushaltestelle neben mir raucht, rege ich mich nicht auf – sondern stelle mich woanders hin. beginnt aber jemand an der bushaltestelle neben dem kinderwagen zu rauchen, rege ich mich auf. du regst dich schon ab ersterem auf – deshalb bist du radikaler als ich 😉 kurz zusammengefasst: ich rege mich überall auf, wo leute meine kinder anrauchen und wo ich dem rauch nicht entfliehen kann.

@Blöker: Wenn Du für andere kämpfst, dann klär doch erst einmal ab, wie weit diese „Anderen“ in Sachen Repression gehen wollen. Und ja, jemand der schon fast fundamentalistisch etwas bekämpft aber dann selber sich gewollt in die bekämpfte Situation begibt, verliert an Glaubwürdigkeit in der Sache. Nehmen wir einen Arzt, der seinem Patienten eine Anpassung der Ernährung rät, ihn zu mehr Sport animiert, selber aber deutlich übergewichtig ist. Folgst Du dem Rat eines solchen Arztes? Wohl kaum. Oder einen Polizisten, der Dir eine Busse für das Überfahren eines Rotlichts verpasst, selber aber in seiner Freizeit die Verkehrsregeln wissentlich missachtet, wirst Du wohl auch nicht ganz ernst nehmen. Klar, diese Vergleiche hinken, aber sie zeigen dennoch, dass Predigten nur glaubwürdig sind, wenn der Prediger konsequent ist. Das bist Du mit dem eigenen Konsum von Zigaretten und dem Besuch von Raucherräumen nicht. Dein Kampf für weniger Rauch ist löblich, aber nur, wenn Du nicht ins Extreme gleitest. Wie bei so vielem im Leben ist Toleranz die Essenz, die es für ein funktionierendes Nebeneinander braucht.

Streich einfach das „fundanentalistisch“ bitte. Nochmals: Was ist am Postulieren von mehr Rücksichtnahme fundamentalistisch? Wieso müssen an den Haltestellen die vom Rauch Betroffenen Ausweichen und nicht die Verursacher? Das wäre ja was ganz Neues… Wenn ich auf den Bus warte, jemand stellt sich neben mich und zündet sich eine an – dann soll ICH es sein, der weggeht? Das ist ein seltsames Verständnis von friedlicher Koexistenz, die ich durchaus auch anstrebe.

Natürlich glaube ich auch einem übergewichtigen Arzt – wieso auch nicht? Er spricht sogar aus Erfahrung! Ich finde die Einstellung etwas sehr veraltet, dass man nur kritisieren darf, wenn man gänzlich ohne Fehl und Tadel ist. Das kanns ja wohl nicht sein.

Abgesehen davon missachten wohl die meisten Polizisten – wie alle Verkehrsteilnehmenden – ab und zu mal eine Verkehrsregel. Das ist nichts als menschlich. Wie sultan andeutet, ist eine perfekte Gesellschaft weder möglich noch erstrebenswert. Ich behaupte nicht, nie Dinge zu tun, die andere nicht nerven.

Toleranz ist gut und schön – heute sind aber eher diejenigen noch zu tolerant, die den Rauch nicht möchten. Die Abstimmungsergebnisse aus Genf zeigen zB, dass gegen 80% der Leute sehr viel strengere Massnahmen gegen den Rauch befürworten. Das sind Zahlen, die keines weiteren Kommentares bedürfen.

Ich bleib dabei: Wer sich freiwillig in Raucherräume begibt, begeht doch keinen Hochverrat – ich bin ja kein asoziales Schwein, das solche „bösen“ Bereiche aus Prinzip meidet… es geht rein um die Freiwilligkeit, wie Du ja selbst angetönt hast! Wenn ich mit Arbeitskollega X in der Pause tratschen will und er im Raucherraum ist und ich mich aus freien Stücken da rein begebe, mit allen Risiken, und ich grad in einer Heute-ist-mir-das-egal-Stimmung bin, why not? Hauptsache ist doch, dass diejenigen, die das nicht wollen, im Nichtraucherteil nicht behelligt werden! Oder wenn meine Bürogenossin in der (leider nicht rauchfreien) Beiz schneller als ich weg muss und sie mich fragt, hab ich nichts dagegen, wenn sie eine anzündet, noch während ich esse. Bei ihr kann ich sicher sein, dass sie sich Mühe gibt, dass ich dem Rauch nicht ausgesetzt bin.

Nochmals: Dabei wäre es so simpel – ich weiss es ja aus eigener Erfahrung, was mich im Gegenteil glaubwürdiger macht… Einfach kurz mal dahin gehen, wo keine Leute sind, die man stören könnte. Bei der Busstation etwas abseits und nicht mitten in den Wartenden, beim Essen um die nächste Ecke, am Perron ganz hinten oder ganz vorn, im Public Viewing an den Rand raus (oder es dann sein lassen, wenns zu crowded ist) usw.

Das ist doch kein immenser Aufwand, sondern – und drum heisst die Serie auch so – pure Dummheit, wenn mans unterlässt.

Ich mag nur den Rauch meiner guten alten Dampflokomotive Emma!

Angst
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Man fürchtet sich zunehmend.

Ja, man befürchtet, dass sich Drillinge an Zigarettenstummel verschlucken.
Diese rücksichtslosen Raucher müssen bekämpft werden.

Zigarettenstummel sind eine Sauerei. Aber ein echtes Problem ist die Angst, die viele meiner Zeitgenossen tief in sich herumtragen.
Nur angstfreiere Menschen haben die Courage zivil direkt dem Ursacher zu sagen, was stört, und tragen so effektiv zu einer bessern Welt bei.

Anders das Horror-Bild von den drei süssen Kleinkindern, die sich röchelnd dem Erstickungstod nähren. Grauenhaft. Dieses Panikbilder schüren Ängste und bewirken das Gegenteil.

Schade.

Danke für Deinen Input. Doch wie gesagt, irgendwelche abgehobenen Theorien rund um Angst interessieren mich nicht. Es geht um Alltag, um Praxis: zum Beispiel darum, was der sultan eigentlich weiss, aber öffentlich nicht zugeben will, weil das irgendwie andere Grundeinstellungen von ihm in Frage stellen würde – dass ein Rauchverbot automatisch Stummel verhindert.

Im übrigen gehts weniger ums Ersticken, sondern um die in den Stummeln enthaltenen Stoffe. Dass Du da Horrorbilder von Erstickungen inszenieren willst, versteh ich nicht – allerdings halte ich jegliche Vorstellung, dass ein Kind an sowas stirbt oder sich ernsthaft verletzt, nicht für Panikmache, sondern für recht tragisch. Es ist reichlich menschenverachtend, wenn Du das ausser Acht lässt und stattdessen vom eigentlichen Thema hin zu weltfremden Theorien ablenkst. Es kann ja wohl nicht sein, dass man die Freiheit der RaucherInnen höher gewichtet als die Verhinderung möglicher Verletzungen.

Offenbar kennst Du auch keine Leute mit Kleinkindern. Auch schade.

@Sergey: Das Schweizerische Toxikologische Informationszentrum schreibt dazu:

Zahlreiche Fälle, die dem Tox gemeldet wurden, zeigten, dass keine schweren Vergiftungen nach Einnahme von bis zu 2 ganzen ungerauchten Zigaretten (oder 6 Stummel) zu erwarten sind. Schon eine kleine Menge Tabak kann hingegen Erbrechen verursachen. Daneben werden von den behandelnden Ärzten seltener auch Blässe, Tachykardie, Schwitzen, Apathie oder Unruhe beschrieben.

Die Sorge von Drillingsmami ist also durchaus berechtigt, denn im Restaurant Dählhölzli sind sechs Stummel rasch einmal zusammen.

babys, die ziggis essen:
ich bin auf das thema sensibilisiert, weil ich einen fall kenne. dies lange, bevor ich selber kinder hatte. aber ich bin froh zu lesen, dass es keine schweren vergiftungen gibt. ein paar erbrechende kinder sind ja nicht so schlimm…

Es geht um Alltag, um Praxis: zum Beispiel darum, was der sultan eigentlich weiss, aber öffentlich nicht zugeben will, weil das irgendwie andere Grundeinstellungen von ihm in Frage stellen würde – dass ein Rauchverbot automatisch Stummel verhindert.

Jetzt muss ich mich doch auch wieder einschalten: Die Behauptung, dass ein Rauchverbot ‚automatisch‘ das Verschwinden von Rauchstummel bewirkt, scheint mir doch arg theoretisch. Ein paar Beispiele aus der Praxis (die der Blöker ja so sehr der Theorie vorzieht):

Auf der Autobahn gilt zwar eine Geschwindigkeitsbegerenzung von 120 km/h, aber leider wird das in der Praxis nicht eingehalten, und wir haben immer noch Deppen, die sich und andere (auch Kleinkinder) durch Tempi > 120km/h gefährden.

In der Schweiz ist der Konsum von harten Drogen verboten. Trotzdem findet man immer noch gebrauchte Spritzen am Boden (Aareuferweg im Sommer und Barfuss!).

Hören wir doch auf scheinheilig alles zu verbieten und an den Staat zu delegieren. Warum können wir nicht selber hingehen und sagen: ‚Das du hier rauchst in Eheren, aber mich stört dein gequalme, könntest du nicht ein paar Schritte weiter rauchen?‘. Aus Angst vor ‚Raucherfanatics‘ und wüsten Prügeleien mit rauchenden mitmenschen, rufen wir lieber die Polizei. So sieht gelebtes Miteinander aus!

Die Stimmbürger der Stadt Bern haben dieses Wochenende Ja zu einem neuen Bahnhofreglement gesagt: Betteln ist ab sofort verboten. Wetten, dass wir trotzdem Bettler sehen werden?

Jetzt muss ich mich doch auch wieder einschalten: Die Behauptung, dass ein Rauchverbot ‚automatisch‘ das Verschwinden von Rauchstummel bewirkt, scheint mir doch arg theoretisch.

Ich glaube eben nicht. Verbote sind immer das letzte Mittel, das ist klar. Aber wieso brauchts denn z.B. Rauchverbote (wie sie der Kanton Uri in einer Volksabstimmung dieses Weekend z.B. wieder deutlich gutgeheissen hat)? Weils mit Freiwilligkeit nicht geht. Weil die Wirte z.B. zu doof, pardon, zu lethargisch sind, auch wenns im Ausland perfekt klappt.

Zumindest ein Grossteil der Kippen wäre in der Tierparkbeiz sicher nicht mehr vorhanden. Leider sind die Menschen nicht so, wie Du Dir sie vielleicht wünschst – das sind zwei Paar Schuhe. Das solltest Du im Alltag an sich merken und dann nicht mit Deinen Heile-Welt-Theorien kommen…

Auf der Autobahn gilt zwar eine Geschwindigkeitsbegerenzung von 120 km/h, aber leider wird das in der Praxis nicht eingehalten, und wir haben immer noch Deppen, die sich und andere (auch Kleinkinder) durch Tempi > 120km/h gefährden.

Wie wäre es denn wohl, wenn es keine Beschränkungen gäbe? Eben. Mit Deiner Logik könnte man ja alle Verbote abschaffen und ach so happy zusammen leben, alle sind ja so lieb und nett und niemand macht etwas, das den andern nicht gefällt! Ist doch super easy und einfach! Der Planet wird sich von selbst retten, alle halten sich brav an den Kantschen Imperativ und es kommt gut. Vebote? Hach, überflüssig, komm, brauchts doch nicht… dudeldiduu, sooo schön unsere heile kleine Welt!

Hören wir doch auf scheinheilig alles zu verbieten und an den Staat zu delegieren. Warum können wir nicht selber hingehen und sagen: ‚Das du hier rauchst in Eheren, aber mich stört dein gequalme, könntest du nicht ein paar Schritte weiter rauchen?‘. Aus Angst vor ‚Raucherfanatics‘ und wüsten Prügeleien mit rauchenden mitmenschen, rufen wir lieber die Polizei. So sieht gelebtes Miteinander aus!

Es sieht – wie ich in dieser Serie bildlich aufzeige – zuerst mal so aus, dass sich viele RaucherInnen um ein gelebtes Miteinander in einer heilen sultan-Welt schlicht foutieren.

Wie gesagt, ich hab keine Lust, mir von einem notorischen Raucher e dummi Schnuure anhängen zu lassen, selbst wenn er mich nicht körperlich angeht. Ich denke, Du bist einfach zu wenig an den neuralgischen Punkten zur richtigen Zeit oder hast wirklich das Gefühl, alle seien so lieb und nett wie wir selbst.

Ich kenne ganz viele RaucherInnen, denen ich das sofort sagen würde – nur, leider ist das aber die Minderheit. Denjenigen, denen man es sagen müsste, sag ichs aus Sorge um meine Integrität eben nicht. Sorry – aber das ist reine Meschenkenntnis. Ich halte Deine Einstellung an sich für vorbidlich (und in einer „idealen Welt“ selbstverständlich anwendbar), aber hier und jetzt für naiv und alltagsfern.

Wenn etwas verboten ist – selbst wenn das Verbot nicht durchgesetzt wird – halten sich schon mal die meisten dran, und die verschwindend kleine Minderheit stört dann auch nicht mehr so sehr. Aber meine Aufgabe als „Normalo“ ist es nicht, Polizist oder Bittsteller zu spielen; ich KANN das im Ausnahmefall machen, erwarte aber grundsätzlich vom Staat, dass er mich gegen bestimmte Mühseligkeiten schützt und das notfalls auch durchsetzt. Genau so, wie Bussen gegen Parksünder verteilt oder Raser verknackt werden.

Die Stimmbürger der Stadt Bern haben dieses Wochenende Ja zu einem neuen Bahnhofreglement gesagt: Betteln ist ab sofort verboten. Wetten, dass wir trotzdem Bettler sehen werden?

Ja, aber nicht mehr am HB, sondern in der Stadt, wo das Betteln dank Stichentscheid des Stadtratspräsidenten leider noch erlaubt ist. Wetten, dass in einer Volksabstimmung ein gesamtstädtisches Verbot durchkäme? Wieso sollen denn immer alle alles dürfen, auch wenns andere offenbar nervt?

Wir fragen uns ja in Zmittagsdiskussionen zB auch immer, wieso man gegen die Prügeljungs nix tun kann, die der Stadt alle paar Wochen wieder auf der Nase rumtanzen und die dem Kulturbetrieb in der Reitschule das Leben schwer machen. Dort bist Du ämu auch für die harte Tour und findest, dass hier der Bogen überspannt wird und dass die Schmier durchaus eingreifen soll.

Also ich finde das im Fall gaaaar nicht. Hey – das ist doch cool, die sind ja alle so lieb… da muss man ja nichts machen, gell? Die merken dann schon von selbst, dass es nicht OK ist, was sie tun und hören dann auf. Und sonst geht der nette Onkel sultan es ihnen sagen, die finden dann garantiert „oh, ja, Du hast Recht – wir hören sofort auf!“ Da brauchen wir doch keine Staatsmacht, das regeln wir selbst! Die Menschen sind ja alle grundsätzlich gutmütig.

babys, die ziggis essen: ich bin auf das thema sensibilisiert, weil ich einen fall kenne.

Unsere Tochter ist ein Jahr alt und hat bereits gelernt, was sie in den Mund nehmen darf und was nicht. Ist es nicht Aufgabe der Eltern, ihren Kinder Erfahrungen zu vermitteln und sie auf das Leben vorzubereiten? Aber vielleicht steht orale Frustration dahinter, wenn Kinder alles in den Mund nehmen müssen.

Ich verstehe auch nicht, weshalb ein Kind Verlangen danach haben sollte, eine Kippe (in der Regel handelt es sich nur noch um den Filter) in den Mund zu nehmen. Und wie verhindert die drillingsmama (se non è vero è ben trovato), dass die Drillinge andere Dinge in den Mund nehmen, wie Steine (die im Hals stecken bleiben können), Kot von Tieren, Pilze, Beeren, Äststücke?

„Weil ich einen Fall kenne“! Ich kenne einen Fall einer ganzen Familie, die bei einem Autounfall ums Leben kam.

Auf der Autobahn gilt zwar eine Geschwindigkeitsbegerenzung von 120 km/h, aber leider wird das in der Praxis nicht eingehalten, und wir haben immer noch Deppen, die sich und andere (auch Kleinkinder) durch Tempi > 120km/h gefährden.

Eine unwiderlegbare Logik! Die weitaus meisten Unfälle passieren bei Geschwindigkeiten weit unter 120. Gibt es ein Naturgesetz, das besagt, dass 120 ein absoluter Grenzwert zwischen Gut und Böse ist? Früher war auf Autobahnen 130 erlaubt, noch davor gab es gar keine Geschwindigkeitsbegrenzungen. Die Beschränkungen wurden wegen des Erdölschocks (wer erinnert sich noch an diesen Witz?) eingeführt. In Deutschland gibt es keine Beschränkungen und trotzdem gibt es nicht mehr Unfälle als in der Schweiz.
Gesetzesgläubigkeit sollte kein Ersatz für den gesunden Menschenverstand und für das eigene Denken sein. Wer Vordenker braucht, soll sich nicht wundern, wenn man ihm nach und nach Alles verbietet.

Weil die Wirte z.B. zu doof, pardon, zu lethargisch sind

. Wer Schulnoten verteilt, sollte selbst über ein Mindestmass an Logik und Intelligenz verfügen. Warum machts du keine Baiz auf, wenn du offenbar so gut weisst, wie man damit Geld verdienen kann? Hast du die Marktlücke noch nicht entdeckt?

Wer bist du, dass du meinst, Noten verteilen zu können? Gibt es nur eine Lebensweise, nämlich deine? Hast du schon einmal über deinen eigenen Gartenzaun geschaut, um zu sehen, dass die Menschheit aus mehreren Milliarden Individuen besteht, die alle ihre eigene Ansicht vom Leben haben? Deine Ansicht ist da ganz nebensächlich und die solltest du am Besten für dich behalten.

„baizer“, „papa“ und „mama“ sind übrigens vermutlich ein und die selbe Person (zumindest beide mit der gleichen IP und gleichen Mailadresse eines Mannes hinterlegt) – die geneigten LeserInnen mögen anhand dieser Information die Qualität des Geschriebenen selbst beurteilen.

Es sind genau diese ungehobelten, undifferenzierten Kommentare von Leuten (die von Blogs nichts verstehen), die uns inhaltlich überhaupt nicht weiter bringen. Von Rücksichtnahme scheint der Herr auch noch nie was gehört zu haben, proletet aber vom Zusammenleben – das sagt dann so ziemlich alles. Diese Person erfüllt haargenau das „dumm“ aus dem Titel dieses Beitrages und scheint sich auch wenig an der Erziehung des Kindes beteiligt zu haben, bzw. hatte gar nie Kinder – wie Vermutung liegt nahe, wenn man die ignoranten Aussagen drei Kommentare weiter oben so liest…

Ich möchte gerne wissen, was an meinen Kommentaren ungehobelt ist und warum man von Blogs etwas verstehen muss, um hier Kommentare abzugeben.
Der Rest deiner Bemerkungen ist ein reiner Versuch zur Verunglimpfung.
– Keine Rücksichtnahme? Woher willst du das wissen, kennen wir uns?
– Keine Kinder? Woher willst du das wissen, kennen wir uns?

So willst du „inhaltlich“ weiterkommen? Nein, du willst einfach nur deine Meinung gelten lassen. Wenn du die Meinungen anderer nicht hören willst, mach deinen Blog zu.

Blogverständnis: Aussagen wie „Gibt es nur eine Lebensweise, nämlich deine? Hast du schon einmal über deinen eigenen Gartenzaun geschaut…“ deuten darauf hin, dass Du mit anderen Meinungen generell grosse Mühe hast und dich demnach von Blogs fernhalten solltest – Blogs geben (meist in pointierter Weise) ausschliesslich die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Zudem werden Kommentare ein und der selben Person unter verschiedenen Namen eigentlich aus Prinzip gelöscht. Wenn Du weiter diskutieren willst, entscheide Dich also für einen Namen (z.B. Deinen vollen Namen, was bei nicht-regulars erwünscht ist, wenn sie keine URL angeben). Alles andere wird ab sofort gelöscht.

Du kannst entweder mit Deinem Namen oder einem Link dazu stehen, was Du da öffentlich von dir gibst, oder nicht. Du entscheidest!

Kene Rücksicht: Dürfte doch klar sein – Du schreibst, dass meine Ansichten falsch sind und dass es Milliarden von Menschen gibt, die auf ihre Art leben. Das lässt sich leicht so interpretieren: „Alles sollen so leben, wie sie wollen, ohne Rücksichtnahme auf allfällige Bedürfnisse anderer“. Sowas finde ich schlimm. Das können wir aber gerne weiterdiskutieren, wenn Du auf dem Teppich bleibst und dich an die oben erwähnten Regeln hälst.

Keine Kinder: Die Aussage „Unsere Tochter ist ein Jahr alt und hat bereits gelernt, was sie in den Mund nehmen darf und was nicht. Ist es nicht Aufgabe der Eltern, ihren Kinder Erfahrungen zu vermitteln und sie auf das Leben vorzubereiten?“ ist sowas von hanebüchen, ein weiterer Kommentar erübrigt sich.

Meine Geduld ist nun zu Ende. Du siehst die Regeln oben skizziert – entweder, Du hälst Dich dran, oder Du hast hier nichts mehr verloren. Gar nicht beliebt ist übrigens die Verbreitung von Märchen-Links zu Fanatiker-Websites. Also: Bleib beim Thema, identifiziere Dich oder lass es sein.

@papa, mama, baizer:

drillingsmama (se non è vero è ben trovato)

Zufälligerweise kenne ich drillingsmama und kann Dir sagen: vero. Statt sie so anzupflaumen, würdest Du ihr besser etwas mehr Respekt zollen. Aber wenn ich Deine Posts so lese, dürfte das nicht Deine Stärke sein.

Endlich: Das Rauchverbot auf Bahnperrons scheint näher zu rücken. Ab Juli 2008 gilt im Kanton Zürich ein Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden, also auch Bahnperrons und Sportanlagen, wie der Tages-Anzeiger berichtet.

Leider ist die SBB etwas lethargisch:

Die SBB wurden von dieser neuen Regelung überrascht. Mediensprecherin Michèle Bamert sagte gestern lediglich: «Wir werden die neuen Bestimmungen und eine allfällige Umsetzung prüfen.» Ob die Bundesbahnen eine generelle Erlaubnis fürs Rauchen auf offenen Perrons anstreben, wollte sie nicht sagen. Bereits heute gilt ein Rauchverbot in geschlossenen und unterirdischen Bahnhöfen.

Wieso generelle Erlaubnis fürs Rauchen? Jetzt ist es Zeit, endlich ein Rauchverbot auf den Perrons durchzusetzen, wo man seit dem Rauchverbot in den Zügen dauernd vollgepafft wird.

Edit 27. Juni 2008: Laut Auskunft der SBB steht eine gesamtschweizerische Lösung betreffend Rauchen auf dem Perron im Vordergrund – aber „auf wann es umgesetzt wird, können wir leider noch nicht sagen.“ Hoffentlich bald – und hoffentlich generell rauchfrei, höchstens mit Raucherzonen an den Perron-Enden. (In einigen Jahren werden wir drüber lachen, dass man überhaupt über so etwas diskutiert hat.)

Mann, ich fasse das und das einfach nicht – macht jetzt endlich mal vorwärts, im Ausland klappts ja auch, himmelherrgott!

Im Berner RBS-Bahnhof geht das übrigens auch problemlos:

… wir warten gespannt und vorfreudig auf die Einführung von Raucherzonen (bzw. vor allem Nichtraucherzonen) auf allen Schweizer Bahnsteigen!

In San Francisco findet man übrigens selbst an der linksextremsten Knille in Haight-Ashbury Aufforderungen, seine Kippen bitte im Aschenbecher statt am Boden zu entsorgen oder mitzunehmen…

… und an allen Bus- und Tramhaltestellen gilt Rauchverbot. Ich habe niemanden gesehen, der sich nicht dran hält. Ist doch kein Problem?

[…] Weitere Folgen dieser Serie: Teil 1, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6 […]

[…] Weitere Folgen dieser Serie: Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6 […]

“ No Ifs, ands, butts, its litter!“ Geniales Bild, das alles sagt! Schmeiss deinen Müll (ua. Kippen) mal in Singapur auf die Strasse und warte, was passiert 😉
An deutschen Bahnhöfen hat man ja auch Rauchverbote eingeführt. Angesichts der Unmengen an Zigarettenstummeln, die sich da täglich angesammelt haben wird das Problem erst wirklich sichtbar.

Fast hätte ich ein hübsches Bildchen liefern können: neulich an einer Tankstelle: ich war mit 50 anderen Ausflüglern auf dem Weg nach Venedig, um mir den Karneval anzusehen. Da sitze ich also im Reisebus und schaffe es leider nicht, rechtzeitig die Kamera auf folgende Szene zu richten: ein Sattelzug aus Osteuropa steht neben uns und der Fahrer nimmt gerade den Tankdeckel ab, um Diesel aufzunehmen. Im Mund (und danach, während er den Einfüllstutzen in den Tank hält, in der anderen Hand) eine brennende Zigarette!

Ich will den Rauchern, die ja oft genug suchtgesteuert zur Zigarette greifen, ohne über Konsequenzen nachzudenken nicht generell ihre Freiheit nehmen, aber dort, wo es gefährlich wird, hört sich der Spass auf. So auch in Tiefgaragen.

Ich kenne die momentane Situation in der Schweiz nicht, erinnere mich aber noch gut an eine Begebenheit in Wien vor gut 20 Jahren. Ich saß im Freien in einem Cafe. Am Nebentisch eine coole junge Frau. Sie zog an der Zigarette drehte danach den Kopf und und blies den Rauch zur Seite, genüsslich in meine Richtung. Ich forderte sie umgehend auf, dies zu unterlassen, weil sie mich damit belästigte. Ich bekam prompt eine patzige Antwort. Ich meinte, der Rauch wäre gesundheitsschädlich und wir sprechen hier von Körperverletzung. Darauf konterte sie: wo steht das, dass der Rauch schädlich sein soll?

Damals stand auf österreichischen Zigarettenpackungen klein gedruckt: „Rauchen kann ihre Gesundheit beeinträchtigen“ Das war dieser Person noch gar nicht aufgefallen. Danach die überflüssige Diskussion, dass „kann“ ja nicht bedeutet, dass es so ist, sondern eben nur sein kann, dass…

Die weiteren Erkenntnisse und darauffolgend die wirklich heldenhaften Bemühungen, langsam der Wahrheit näher zu kommen änderten die Aufschriften:
„kann gefährden“, danach
„gefährdet“, später
„fügt Schaden zu“ bis aktuell
„Rauchen tötet“. Das tat es auch vor 20 Jahren…

Dazu ein kleiner Witz:

Kommt ein Raucher in einen Shop und kauft sich eine Packung Zigaretten. Unübersehbar steht auf der Packung „Rauchen macht impotent“. Gibt er sofort die Packung zurück und meint: „ach, geben Sie mir bitte statt dessen den Lungenkrebs“

Zum Schluss noch. Ich habe mit vielen ehemaligen Rauchern gesprochen: keiner von ihnen hat den Ausstieg bereut, alle deutlich an Lebensqualität gewonnen. Für einige war der Ausstieg Schwerstarbeit. Daher der Aufruf: nicht immer nur verteufeln, sondern in gewisssem Rahmen auch verstehen, dass es sich um eine Sucht handelt und helfen, sie zu beseitigen, ohne auf die Menschenwürde zu vergessen.

Guten Tag Herr Jacomet

Ich finde es ja nett das sie sich so über andere Leute lustig machen können , die zum beispiel rauchen. Ich weiss ja nicht was sie Arbeiten aber ich denke kaum das sie in der Industrie oder im Strassenbau tätig sind. Ich nehme an sie leben in einem ganz normalen Haus, sie machen doch auch manchmal Ferien im Inland oder Ausland?

Wen sie nur eine frage mit Ja. beantworten können sind sie nicht besser als die Raucher über die sie sich lustig machen. Wie ich sehe fahren sie Zug,wissen sie eigentlich wieviel Feinstaub der Zug beim bremsen produziert? Ich glaube ja nicht, Rauchverbot auf Bahnsteig aber Feinstaub vom Zug das ist Ok.

Und einfach scheinheilig mit dem Finger auf andere Leute zeigen das kann jeder.
Ich denke solche Leute wie sie machen es sich sehr einfach, mit dem Deckmäntelchen Prinzip anderen Mitmenschen vor Passivrauch zu schützen, was ist den an den Orten wo es richtig zur Sache geht? Dort sagen sie nichts dazu dort getraut sich ihres gleichen ja nicht. Und jetzt zum Spruch: Man muss im kleinen Anfangen. So ein Blödsinn. Ich könnte glaube ich noch viel Schreiben, aber das hat denke ich keinen wert.

Grüezi Herr „Lindenmüller“! Darf ich beim nächsten Kommentar noch Ihren Vornamen wissen? Vielen Dank.

Sie erliegen leider dem selben Irrtum, den ich in den Kommentaren auf http://blog.jacomet.ch/?p=1645 bereits angetönt habe – kurz: es ist immer sehr einfach, von der eigenen Unzulänglichkeit in einem Teilbereich A des Lebens abzulenken, mit dem Finger auf andere zu zeigen und zu sagen „aber in den Teilbereichen B und C bist du auch ein ganz Blöder.“

Wir diskutieren in diesem und in anderen Post zum Thema über Rauch, wo er andere stört, und über nichts anderes. Das von Ihnen abgeschnittene Thema kann und soll man sehr wohl debattieren, und Sie ahnen richtig: Weder ich noch sonstwer haben hier eine weisse Weste. Als Argument in der Rauchdiskussion taugt Ihr Kommentar aber leider nicht.

Schneiden Sie Ihr Thema gerne in den entsprechenden Beiträgen hier im Blog an, oder schreiben Sie eigene Geschichten dazu in Ihrem Blog, ich diskutiere gerne mit, wenn Sie mir einen Link schicken!

Zur Sache: Es dürfte auch Ihnen klar sein, dass Zigarettenrauch in Moment seines Entstehens (!) ungleich mehr Ärger verursacht (the usual: stinkende Kleider, brennende Augen, Geruchsbelästigung usw. usf. – alles schon gehabt) als die Dinge, die sie antönen, die auf einer ganz anderen Ebene relevant sind – aber eben, hier gehts um den Zigarettenrauch, der vom einzelnen Raucher sehr viel einfacher zu vermeiden ist als z.B. die Feinstaubemissionen von Zugbremsen.

Also reden Sie sich bitte nicht heraus und beantworten auch Sie mir die Frage, die mir noch kein Raucher ehrlich beantwortete: Was ist so schwierig, auf andere Rücksicht zu nehmen und ggf. mal mit dem Rauchen zu warten, bis man irgendwo ist, wo es niemanden stört, oder die Kippen sachgerecht zu entsorgen?

[…] Darum ist mir die Initiative viel zu wenig radikal und es ist mir einerlei, ob sie durchkommt oder nicht – ich gestehe aber im Gegensatz zur Diskussion vor vier Jahren ein, dass die Zeit noch nicht reif für die obigen Forderungen ist, die andernorts teils längst umgesetzt sind: […]

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