Wieviele solche Fälle brauchts noch? – Zuerst drohte der Tod einer 16-Jährigen am Hönggerberg ein unlösbarer Fall zu werden.
Dabei vergassen die Ermittler das Naheliegendste: In der Schweiz dürfen Armeeangehörige ihre persönliche Waffe (noch) mit nach Hause nehmen. Ein Soldat auf dem Heimweg ist denn auch für die Tat verantwortlich.
Es ist völlig egal, ob er die junge Frau vorsätzlich abgeknallt hat oder ob es ein Unfall war. Das wäre so nie passiert, wenn er 21-Jährige die Waffe im Zeughaus gelassen hätte. Es ist auch irrelevant, ob er die Patronen bei Schiessübungen hat mitlaufen lassen (was völlig problemlos geht – der Verfasser hats selbst erlebt) oder ob er die Taschenmunition geöffnet hat.
Ohnehin: Was macht das für eine Falle? – Ich schäme mich für unser Land, wenn ich Soldaten in der Öffentlichkeit im Kampfanzug und mit dem Sturmgewehr herumlaufen sehe. Was denken sich Besucherinnen und Besucher dabei? Anno 2007 ein Land im Belagerungszustand oder was? Höchste Zeit, dass dieser Kinderkram aufhört.
Leute wie der Querulanten-Offizier Werner Gartenmann, die sich ernsthaft für die Aufbewahrung der Taschenmunition zu Hause aussprechen, gehören entweder aus dem Verkehr gezogen oder degradiert und aus der Armee ausgeschlossen. Solche Waffenfreaks sind unheimliche Zeitgenossen. Was muss in ihrem Hirn vorgehen, dass sie auf solche Ideen kommen? Was ist da bei der Erziehung schief gelaufen?
Noch besser wäre, man würde solche Menschen mal eine Woche zusammen mit Angehöriger in die Ferien senden, die durch daheim aufbewahrte Armeewaffen bzw. Taschenmunition zu Tode gekommen sind. Das wäre vermutlich die einzig wirksame Psychotherapie. Gartenmann sagte unlängst in einem Interview, er habe zwei Briefe von dergestalt Betroffenen bekommen – da sei es ihm kalt den Rücken runter gelaufen.
Es wird sich zeigen, ob er in der Lage ist, die richtigen Schlüsse aus diesem kurzen Schauer sowie dem Fall Hönggerberg zu ziehen.
Und alle, die immer noch ernsthaft behaupten, dass Waffen und / oder Munition nach Hause gehören, sollen eine Minute in sich gehen und sich an jene Bushaltestelle am Hönggerberg versetzen. Sollen sich vergegenwärtigen, wie es ist, wenn ihre weniger Meter entfernt stehende Partnerin, ihr Kind, ihr bester Freund von einem Schuss getroffen zusammenbricht und kurz darauf stirbt.
Na, fällt die Münze?
Find’ ich gut.