4.01.2007

Streichhölzer und Glace aus den 1970er-Jahren

In unserem Sedruner Haushalt gibts erstaunlicherweise immer noch Zündhölzer aus den früher 1970er-Jahren – die mit der blauen Verpackung, mit Schweizer Stadtporträts und der ungerippten braunen Anzündfläche:

Zündholzschachtel aus den 1970er-Jahren, gut erhalten und noch im Einsatz (Januar 2007)

Und das kam so: Mein Grossvater Gion Giusep, hauptberuflich Specksteinofenbauer, betrieb als Nebenverdienst gegenüber des Tujetscher Gemeindehauses einen Kiosk – mit Postkarten, Sonnenbrillen, Eis, Zigis, allerlei einheimischem Ramsch für Touristen. Ein Bild aus der familiären Diasammlung aus dem Sommer 1970:

Kiosk in Sedrun anno 1970 - Blökers Grosspapa und eine Kundin

Frisco-Glace anno 1970 - leider sind die Preis nicht lesbarLeider kann man auf dem Frisco-Glace-Schild die Preise nicht lesen… die Vermutung liegt aber nahe, dass ein Cornet damals nicht 3.50 kostete.

Nun: Nach Gion Giuseps unvermitteltem Unfalltod im Sommer 1974 wurde der Kiosk dichtgemacht, etliches war noch an Lager. Ich schnauste am liebsten die „Polar“-Täfeli mit dem Eisbärenlogo, kühelnd und süss zugleich, damals natürlich noch mit echtem Zucker.

Und da war auch eine Tonne Zündhölzer – von diesem Vorrat zehren wir bis heute. Bei „I han es Zündhölzli azündt“ denke ich also nicht zuerst an Mani Matter, sondern an meinen Tat… und das jeden Winter zweimal am Tag, wenn ich seinen Specksteinofen von 1948 anfeuere.

Dann seh ich mich ab und zu wieder beim Kiosk hantieren: Eine der ersten Kindheitserinnerungen ist, dass ich mich – kaum konnte ich gehen – an der Kiosktheke hochzuziehen versuchte. Und offenbar auch an den Kupferkesseln, wie diese Aufnahme von 1974 zeigt (klicken für grosse Fassung):

Klein Blöker anno 1974 vor Grossvaters Kiosk (klicken für grosse Fassung)

Find‘ ich gut. (Eine weitere Person findet diesen Beitrag auch gut.)

Kommentare

Kupferkessel? Da denk ich an Römer und Zaubertrank – und tatsächlich: Da steht ja auch Obelix, allerdings verkleidet als Aschi!

[…] man sich grundsätzlich mit “tschau” grüsst. Wo der Grossvater Specksteinöfen gebaut und einen Kiosk betrieben hat. Wo das Knarren im Gebälk des Holzhauses wie Musik tönt. Wo man die ersten Schwünge […]

cool

[…] hier im Blog seit 13 Jahren fleissig mitliest, weiss es: Über den Kiosk von Grossvater Jacomet habe ich schon einmal berichtet. Und genau in diesem Hüttchen befindet sie die Magnucca. Da gibt es aber noch andere Verbindungen […]

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