28.04.2009

Rauchverbote überdenken – Gastro Bern auf den Mond schiessen

Jetzt auch das noch: Die Berner Wirte ziehen wegen des Rauchverbots vor das Bundesgericht.

Der Branchenverband macht „Unverhältnismässigkeit und eine zu starke Einschränkung der Wirtschaftsfreiheit“ geltend. So wird Gastro-Bern-Präsident Casimir Platzer im „Newsnetz“ zitiert.

Casimir Platzer… kennen wir den nicht? – Genau: Platzer setzte sich im schneearmen Winter 2007 dafür ein, dass Webcams so hoch oben aufgestellt werden, dass die Touristen möglichst viel Schnee sehen, auch wenn im Dorf gar keiner liegt. Und nun also seine nächste kundenfreundliche Offensive – schade, wenn Eigeninteressen wichtiger sind als das Gemeinwohl.

Da platzt uns glatt der Kragen, freuten wir uns doch auf den 1. Juli 2009 – dann sollte auch in Bern Realität werden, was in anderen Kantonen und den meisten zivilisierten Ländern schon längst normal ist: Rauchfreie Restaurants und Cafés.

Lieber Herr Platzer: Nach einem Wochenende in Paris im Februar und einem Skitag in Italien letzte Woche nerve ich mich (zusammen mit einem deutschen Kollegen, der von seinem Land punkto Raucher-Protektionismus noch enttäuschter ist als ich von der Schweiz) über das mittelalterliche Getue hierzulande.

Italien, Frankreich, Irland, viele US-Bundesstaaten, kanadische Provinzen usw. – alle schaffen es, strenge und konsequente Regeln aufzustellen, die auch nicht wettbewerbsverzerrend sind (Stichwort Raucherlokale) – es wird einfach in Beizen nicht geraucht, in keiner, keine Diskussionen, punkt.

Hierzulande meint man, all die Diskussionen, die andernorts schon vor Jahren geführt wurden und die die geltenden Regelungen zur Folge hatten, nochmals führen zu müssen – was soll das? Hält man sich für sooo extrem schlauer in der Schweiz? Denkt man, dass das Volk den Qualm vielleicht etwas weniger satt hat als andernorts? Was soll dieses Pseudogelaber von „Eigenverantwortung“? Ich habe – als seltener Gelegenheitsraucher – sowas von genug davon, die ganze Zeit mit stinkenden Kleidern vom Mittagessen oder einem gemütlichen Znacht heimzukommen.

Wieso werden Regelungen, über die abgestimmt wurde, nicht endlich eingeführt (Kanton Zürich)? Wieso dauert es im Kanton Bern Jahre, bis das Rauchverbot endlich kommt? Warum meinen Egozentriker wie Gastro Bern, die Verbote immer wieder verwässern oder blockieren zu müssen?

Immer, wenn ich aus dem Ausland heimkomme, werde ich als erstes in Beizen oder am Bahnhof mal vollgequalmt. Keine Spur von rauchfreien Bahnhöfen beispielsweise. Was müssen ausländische BesucherInnen über dieses rückständige Land denken?

Macht endlich vorwärts – Bundesbern wird sich noch wundern, wenn sie die nationale Regelung gleich wieder abschaffen können, wenn die Kantone fast allesamt strengere Regelungen eingeführt haben.

Dringend überdacht werden muss zudem das unbeschränkte Rauchen auf Aussenplätzen – namentlich im Kanton Bern hat man darauf verzichtet, solche Beschränkungen zu beschliessen. Schade, denn es kann kaum Sinn eines Schutzes vor Rauch sein, dass man nun einfach vor dem Restaurant oder in der Gartenbeiz vollgepafft wird. Fortschrittliche Länder verbieten beispielsweise das Rauchen um Umkreis einiger Meter von Eingängen, Fenstern und Lüftungen:

Rauchverbot in Seattle (Juli 2008)

Rauchverbot in Victoria, Kanada (Juli 2008)

… und auch an öV-Haltestellen:

Rauchverbot an Bushaltestellen in San Francisco (Juli 2008)

Vermutlich ist die Schweiz dann in einem Jahrzehnt soweit. Langsam wäre ein Boykott von Restaurants seitens der 71% Nichtraucherinnen und Nichtraucher fällig, bis auch die Gastro-Bern-Sadisten begriffen haben, wie man sich als Branchenverband möglichst um das Gästewohl bemüht anstatt gegen die Interessen der meisten Gäste zu handeln.

Kommentare

Immer wieder erstaunt es mich wie hier in der Schweiz gegen diesen logischen und vernünftigen Schritt angegangen wird. Aber im Endeffekt steckt doch die Zigarettenindustrie hinter all dem tamtam.

Danke, Leu.

Da sich gewisse Leute scheinbar nicht getrauen, öffentlich zu posten, was sie mir im Facebook schreiben, ich das aber gerne ausserhalb des dafür ungeeigneten Fatzebock-Telegramm-Stils öffentlich diskutieren würde, hier eine kleine Auswahl an Reaktionen:

B. schrieb:

(…) und auch du bist nicht frei von fanatismus. und die totale toleranz hast du ebenfalls nicht gebucht. ich zb. würde es total toll finden, wenn die berge im sommer nicht wie hingekotzt aussehen würden. aber einige wollen halt skifahren. immer und überall… na? soll ich jetzt lautstark indoorskihallen fordern? am besten gleich je eine gleich neben jedem fixerstübli. und dann würds endlich so richtig spass machen auf dieser kugel, gell?

H. schrieb:

Mich schmerzt der Anblick der abrasierten sommerlichen Berge auch und mit der aufgescheuchten Tierwelt während des Skiplauschs kann ich durchaus mitfühlen und über den ökologischen Irrsinn von Schneekanonen… Kurzum: Ich habe vor Jahren meine Skier für immer weggeräumt.

Ich halte das für einen birnenweichen Vergleich. Das wäre etwa wie wenn ich einen einzelnen Autofahrer oder Flugpassagier für den CO2-Ausstoss des Auto- oder Luftverkehrs verantwortlich machen würde.

Selbstverständlich habt ihr im Grundsatz Recht: Es hat viele wegen Bergbahnen verschandelte Landschaften in den Alpen.

Seien wir aber realistisch: Ebenso irr wie der Satz „iss deinen Teller auf, in Afrika verhungern die Kinder“ aus unserer Kindheit ist es, zu denken, dass auch nur eine Bergbahn keine Pisten mehr planiert oder Landschaften verschandelt, nur weil eine Handvoll Leute sie boykottieren. Ich habe niemals Schneekanonen gefordert, im Gegenteil. Von mir aus könnte man die gern verbieten – es wird einfach dann Ski gefahren, wenns Schnee hat, Punkt. Ebensowenig wäre es illusorisch, das Fliegen zu verbieten. Skihallen halte ich für kompletten Irrsinn, ich würde nie meinen Fuss in so eine setzen.

Auch ist der direkte Impact einer verschandelten Landschaft auf eure Gesundheit, euer Wohlbefinden und den Geruch eurer Kleider weitaus kleiner.

Hingegen ist der direkte Effekt quasi 100%-ig, wenn in einer bestimmten Umgebung nicht mehr geraucht wird. Eine angenehme Atemluft ist die unmittelbare Folge. Nicht nach Rauch miefende Kleider auch.

Es ist immer einfach, Äpfel und Birnen zu vergleichen (wollt ihr mich einfach nur piesacken, oder meint ihr das allen Ernstes?), anstatt etwas Empathie zu zeigen und sich in jene zu versetzen, die seit Jahren auf rauchfreie Umgebung warten.

H. schrieb auch:

Eine total rauchfreie Schweiz fändest Du toll. Eine total heroinfreie Schweiz finden gewisse Menschen auch toll. Immerhin gibt’s da ja noch die Fixerstübli. Weshalb gönnst Du uns Nikotin-Süchtigen keine Raucherstübli?

Eine rauch- und heroinfreie Gesellschaft ist etwa so unwahrscheinlich wie eine flugzeug-, auto- und skipistenfreie Welt. Wir brauchen im Gegenteil MEHR Fixerstübli, offensichtlich!

Ich weiss nicht, wie Rauchfreaks immer wieder auf die Idee kommen, ich wolle eine rauchfreie Schweiz. Ich zünde mir ja ab und zu selbst gern eine an. Ich will nur den Anstand seitens aller Rauchenden, den ich auch einhalte, nämlich dass sie dort Rauchen, wo es niemanden stört – da dies aber offenbar auf freiwilliger Basis unmöglich ist, möchte ich halt die Vorschiften, die sich andernorts teils seit Jahren durchgesetzt haben und abgesehen von den üblichen Fanatikern weitgehend akzeptiert sind.

Alle sollen nach ihrer façon glücklich werden, aber jene bitte mit dem Gepaffe in Ruhe lassen, die keine Lust darauf haben.

Niemand will euch die Lust auf die Zigi oder euer tägliches Päckli vergällen! Es ist gaaaanz einfach – raucht, so viel ihr nur wollt! Auf der anderen Strassenseite. In eurem Auto. Zwischen dem Aussteigen und eurer Haustüre. An allen möglichen Orten ausserhalb von Menschenansammlungen. Undsoweiter…

Überlegt einfach kurz, bevor ihr die Zigi anzündet, ob ihr jemanden nervt, genau so wie ihr sonst als nette Menschen ganz von Natur aus abcheckt, ob eure Taten jemandem auf den Keks gehen. Oder furzt ihr im Büro fröhlich drauflos oder rülpst in der Beiz? Duscht ihr aus Prinzip nur einmal im Monat? Eben.

Dass Orte mit Menschenansammlungen wie Restaurants (innen und aussen), Bushaltestellen usw. NICHT zu den Orten gehören, wo man rauchen sollte, sollten alle halbwegs intelligenten Menschen eigentlich verstehen.

Ja, auch mit Fumoirs kann ich notfalls leben, auch wenn ich sie für wettbewerbsverzerrend und daher nicht ideal halte.

Was das mit „nicht frei von Fanatismus“ zu tun hat? Keine Ahnung. Und H. – schade, hast du die Skier weggeräumt hast. Immerhin bist du auf den Latten in der wunderbaren Natur draussen, wenn auch zugegebenermassen meistens in einem relativ künstlichen Setting. Ennet der Grenze sogar rauchfrei.

Ich habe am Montag auch wieder mal bemerkt wie eigentlich viele Leute eine Meinung nicht öffentlich kundtun weil man halt in der Schweiz Angst vor den Konsequenzen hat. Aber egal, in Sachen Rauchverbot in Restaurants sind es nämlich nicht die innovativen Wirte die am Rauchen festhalten sondern mehrheitlich wohl die die mit ihren Kunden den ganzen Tag am Stammtisch sitzen und saufen. Schau mal wie das Bierhübeli als Ausgangslokal von sich aus schon umgestellt hat. Weil sie es sich leisten können da das Angebot stimmt.

zynisch, selbstgerecht, intolerant, respektlos, kurz: zum kotzen. und grad zimli ernüchternd. und frustrierend das ganze hier.

nein danke, andi, nicht mit mir. leb weiter in deiner vermeintlich bunt schimmernden blase. schrei weiter rum: FRESSE POLIEREN!! und wundere dich drüber, dass dir nicht alle die füsse küssen und dir zunicken. beklag dich drüber, dass du sonst zum schweigen verdammt bist.
…und überleg dir mal, ob du überhaupt bereit bist zuzuhören. auch andere meinungen von nicht-füsse-küssern anhörst.

das einzigste was bei mir bleibt nach der ganzen tipperei hier: schmerz und ernüchterung.
weil: aha. ja genau. so läuft es ja in unserer gesellschaft. scheisse. so viele deppen. so viele selbstgerechte idioten.

fühl dich weiterhin wohl in der gesellschaft von absolut gleichdenkenden. dort kannst du deine meinung äussern, alle nicken und du fühlst dich bestätigt. und wenn ihr fertig diskutiert habt, geht skifahren. das habt ihr ja schliesslich verdient. oder fliegt – nur zum spass – rund um die kugel. machen ja alle anderen auch.

neineiiin, es macht überhaupt nix, was mit der natur im zusammenhang mit zb. skisport passiert. du hast ja nicht gesagt, es sollen schneekanonen aufgestellt werden. aber wo sie jetzt nun halt mal da sind…
tiere? klar liebst du tiere. katzen zum beispiel. die widersprechen nicht – so praktisch, gell?
andere tiere? was interessieren die dich? gedanken darüber machst du dir erst, wenn du nach dem verzehr des rehpfeffers stundenlang kotzen musst weil das fleisch so übel ist. oder wenn du kein rehpfeffer mehr zu essen kriegst.
immerhin: dann haste wieder nen grund um FRESSE POLIEREN!! zu rufen. auf deine rechte zu pochen. das ist doch dein gutes recht, gell?

schade eigentlich. aber immerhin: in guter gesellschaft bist du. wenn dir das reicht – bitte schön.

klar: widersprich mir überall. such den zusammehang und finde ihn nicht. erkläre die vergleiche für hinkend. weil wenn nicht… müsstest du ja kurz reflektieren. und das könnte unangenehm werden.

…und wenn du schon zitierst, dann bitte so, dass der zusammenhang ersichtlich bleibt, ok?
und nicht so, dass es für dich passt.
dann würds auch mir passen, zitiert zu werden.

Ja wo fangen wir denn da an… uff.

Also: Wenn ich wollte, dass mir „alle die füsse küssen“ und mir „zunicken“, würde ich kaum bloggen, und schon gar nicht zu solchen Themen.

Wie dann der Widerspruch amix formuliert ist, wundert mich dann schon sehr – hätte ich Psychologie studieren sollen? Manchmal hab ich das Gefühl, es wäre weitaus weniger schlimm, wenn ich schriebe „Hitler war ein geiler Siech“ oder „Tötet alle Appenzeller“ oder ähnlichen Mist.

Dabei fordere ich einfach nur saubere Luft z.B. zum Essen – im Gegensatz zu vielen anderen, die wegen solcher Reaktionen (bei anderen Posts zum Thema noch weitaus schräger) vermutlich aufs Maul hocken, die Zeit bis zum Rauchverbot still aussitzen und dann glücklich aufatmen.

Ist das so ein Kapitalverbrechen, dass man eine wilde Ansammlung von Vorwürfen und wirren Unterstellungen (von Katzen, die einem nicht widersprechen, und Rehpfeffer – urks?!) an den Kopf gepflatscht bekommt, die man selbst als sich-ständig-irgendwie-Hinterfrager partout nicht zusammenreimen kann? Ist das echt nötig, wenns doch ums Thema Rauchen geht und sonst nichts? Dem anderen seine schönen Dinge im Leben möglichst derb mies machen – gewürzt vielleicht mit einer Portion Neid? Wo bleibt da der Happy Mind aus deiner Mailadresse – mir käme es niemals in den Sinn, jemandem, den ich kenne, eine derartige Tirade anzuwerfen.

Das alles stimmt mich zunächst mal nachdenklich. Ich habe gehört, dass Leute, die ich an Festen getroffen habe, wegen solchen Einträgen den Blog nicht mehr lesen. Nun gut, das schmerzt nicht sonderlich. Dass Betreiber von einschlägig bekannten Raucherforen amüsante Storys über mich schreiben – OK, damit muss man rechnen. Und darüber kann ich herzhaft schmunzeln. Selbst mit denen würde ich aber wohl bei einem Glaserl zusammensitzen und lachen können.

Dass aber eine Frau, die ich als Freundin bezeichnen würde, auch wenn wir uns schon viel zu lang nicht mehr gesehen habe, die ich überaus sympathisch finde, hier so einen Kommentar schreibt, ist eine neue Dimension.

Wieso soll man nicht in der Sache unterschiedlicher Meinung sein und dennoch normal drüber reden können? Wieso muss man in diesem Ausmass persönlich werden und das Gegenüber mit Worten wie „zynisch, selbstgerecht, intolerant, respektlos, kurz: zum kotzen“ bezeichnen, nur weil jemand rauchfrei essen will – was viele andere auch wollen? – Ich bin darob ehrlich gesagt… ratlos. Und irgendwie traurig unter meiner harten Bitte-weniger-Rauch-Schale.

Baba… ich höre ja zu, ich lasse sogar deine schlimmsten Beleidigungen hier unzensuriert stehen, ich hab vorher selbst nicht sehr nette Dinge über mich zitiert, um ausführlicher als es in Facebook möglich ist drauf einzugehen. Ich weiss nicht, wie du auf die Idee kommst, dass ich in einer Gesellschaft von Gleichdenkenden lebe – du beweist ja gerade das Gegenteil. Es gibt zahlreiche andere Leute hier, die vollkommen anderer Meinung sind als ich das immer wieder äussern – das ist ja geradezu der Sinn eines Blogs. Ich will Widerspruch, solange er die grundlegendsten Anstandsregeln nicht unterschreitet. Einige Kommentierer kenn ich persönlich – kein Grund, um sich nicht hier öppedie tüchtig aufs Dach zu geben. Im Gegenteil. Aber dann bitte zur Sache und nicht zu ganz anderen Themen nach dem Motto „ich finde deine Meinung zum Thema A doof, aber da du eh dumm bist, sage ich lieber was zu ganz anderen Themen.“

Thema „Fresse polieren“ – vermutlich meinst Du das mit „aus dem Zusammenhang gerissen“? Kein Problem – mein Eintrag im Facebook lautete „Andi könnte Gastro Bern pausenlos die Fresse polieren.“ Für mich tats nichts zur Sache, da diese Wendung ebensowenig wörtlich zu verstehen ist (solltest du eigentlich wissen, wenn du dich ein wenig an mich erinnerst… oder schätzt du mich wirklich als Schläger ein?) wie wenn der Rekrut von einem „Fick“ spricht (und damit meint, er sei geschunden worden) oder wenn jemand sagt „ich bin fast gestorben vor lachen“, ohne dass er nahe an den ewigen Jagdgründen war.

Das mit dem „Fresse polieren“ ist schlicht eine Facebook-Gruppen-Tradition, wenn man ausdrücken will, dass einen etwas extrem nervt. Die Tradition kann man nun geschmacklos finden, OK. Aber mir zu unterstellen… nein, sorry. Such mal im Facebook nach „Fresse polieren“ – you’ll see. Da wollen Leute der Cablecom, Mike Shiva, Peter Steinbrück, Blocher und vielen mehr die Fresse polieren. Meinen das aber nicht wirklich so. Ist wie wenn du in deiner Statusmeldung schreibst „… took the XY Quiz and the result ist ABC“, als Ausdruck dafür, dass man diese Quizzes nicht mag.

Und… ja, um etwas weniger OT zu werden, mich nervt Gastro Bern eben extrem, da der Volkswille mit juristischen Spitzfindigkeiten umgangen werden soll (bevor du nun Sturm läufst, recherchiere ein wenig die Geschichte des Berner Parlamentsentscheides; du wirst dann u.a. auch entdecken, dass ein Referendum gegen die Vorlage kläglichst gescheitert ist).

Und wenn du es wirklich hören willst: Ja, ich mag Fleisch, ja, ich sitze gerade im Zug in die Berge, ja, ich werde dieses Jahr auch noch fliegen, und ja, es macht mir alles samt meinem Job extrem Spass! Ich wage zu behaupten, dass diese Themen von dir und H. vor allem lanciert wurden, um vom ursprünglichen Thema hier abzulenken… nämlich vom Rauchen in Beizen.

Eine Taktik, die ich bei anderen Threads zu diesem Thema laufend beobachtet habe – mach den anderen *mit irgendwas* runter, da er sicher auch nicht perfekt ist, werde möglichst persönlich. An sich eine todsichere Taktik, denn sie trifft 100% der Menschen. Nur würgt sie eine einigermassen sachliche Diskussion zum Kernthema von vornherein ab. Wie schon im Fatzebock gesagt: Mit solchen Argumentationsketten müssten wir den ganzen Tag nur still herumsitzen. Deswegen aber nicht zu aktuellen Themen Stellung zu nehmen, die einen täglich direkt betreffen, wäre wohl die fälschestmögliche Reaktion.

Ich halte dich deswegen aber keineswegs für einen schlechten Menschen und es käme mir auch nie in den Sinn, irgendwelche Dinge, die ich aus deinem Leben weiss, öffentlich gegen Dich zu verwenden, da es mir in dieser betrüblichen Diskussion grad helfen würde.

Was hab ich dir genau angetan? Es liegt mir fern, auf die Tränendrüse zu drücken – aber… ich verstehe deinen Ausbruch schlicht nicht.

hallo andi. ganz deiner meinung. aus melbourne, australien in die schweiz zurückkommend, ist es sehr befremdend wie zurückgeblieben die schweiz in sachen rauchen in geschlossenen räumen doch ist, und all das nur wegen ein paar versoffenen stammtischlern… da kann ich nur den kopf schütteln und nicht mehr auswärts essen gehen…

einzigst vor augen halten wollte ich dir – oder dich drauf lüpfen: die in bassersdorf (zb) hätten gern gemüse in ihrem garten, das sie essen können ohne ausschläge zu kriegen. geht aber nicht, kloten ist zu nah. du leistest indirekt deinen beitrag dazu.

einzigst fragen wollte ich: wenn du dir das recht nehmen willst, rauchfrei essen zu können, bist du dann zb. bereit, nicht mehr zu fliegen (s. oben). oder gehts dir dann um deine persönliche freiheit (wie mir beim rauchen zb auch) und bist darum überhaupt nicht bereit, darauf zu verzichten? oder zumindest darüber nachzudenken?

radikal geforderte verbote bringen meist das gegenteil. konstruktiv geführte diskussionen bringen meist mehr. die beginnen aber bei mir irgendwie anders als mit ‚komm wir werfen alle raucher in einen topf, fluchen ein bitz über sie, stempeln sie ab als rücksichtslose menschen und stellen uns nichtraucher als gutmenschen hin‘.

anyway… ich klink mich aus hier aus dieser diskussion. zu starr sind die fronten (nicht nur hier) zu eng der mind, zu fest der fokus auf sich selber gerichtet.

und: schöne ferien, geniess weiterhin sonne, schnee, berge, reisen in ferne länder. solange dies noch möglich ist. ich paff derweil eine zigi hier im ati. ungestört, ungehemmt und ohne schlechtes gewissen.

Ich kann dir schon sagen, was mich ein wenig radikalisiert hat: Raucherinnen und Raucher, die immer und überall ohne Rücksicht rauchen, auf vollen Rolltreppen zum Beispiel. Es liegt mir fern, alle in einen Topf zu werfen! Völlig klar, dass nicht alle so sind.

Es bringt aber offensichtlich nichts, lieb und nett zu fordern, sonst wären wir niemals da, wo wir zB in Irland oder Italien stehen.

Wenn du aber lieber eine Tirade loslässt, die mir zunächst mal den Schlaf raubt, und findest, man sei nur dann aussageberechtigt, wenn man sonst eine 100% weisse Weste hat, und dich dann ausklinkst, weils bequemer ist: bitte. Ich hab darob eh mehr als einmal gedacht gestern, warum tu ich mir den Blogscheiss eigentlich immer und immer wieder an? Freundschaften werden arg strapaziert, nur weil man seine Meinung äussert, die anderen Facetten werden grad mal zu 99% ausgeblendet… Bloggen sollte eigentlich ein erfreuliches Hobby sein. Aber deswegen Selbstzensur üben? Nein.

Mir fällt auf: Jedesmal, wenn ich auch nur einen klitzeklein wenig pointierten Beitrag im FB verlinke, stehen dir sofort die Haare zu Berge und anstatt aufs Thema einzugehen, gibst du lieber Ratschläge, sich zu beruhigen und dergleichen. Die meisten sagen aber einfach nichts. Das finde ich beides doof. Sachlicher Widerspruch wäre mir am liebsten – durch totschweigen verbessern wir niemals etwas. Letztlich gehts darum, dass alle gut aneinander vorbeikommen und zusammen leben.

Ohne dass aber alle sich dahingehend äussern, was ihnen gefallen würde, gibts keinen Fortschritt. Vor allem nicht, wenn man davon ausgeht, dass der andere auch immer Dreck am Stecken hat (was eben immer stimmt – siehe Flugverkehr) und daher gefälligst die Schnauze zu halten hat. Mit 20 ging ich auch noch davon aus, dass man in konstruktiven Gesprächen am weitesten kommt. Leider zeigte mir die Realität, dass man manchmal so arschig wie möglich tun muss, um auch nur 20% des Ziels zu erreichen. Gut finde ich das nicht, aber ich leb leider nun mal in dieser Welt.

> ich paff derweil eine zigi hier im ati. ungestört,
> ungehemmt und ohne schlechtes gewissen.

Oh, hier ist jemand noch ohne schlechtes Gewissen! Dem lässt sich abhelfen:
http://www.rauchfreistudieren.de/resourcen/3/afrika.pdf

ich kenne diese reaktion vieler raucher. lieber ablenken statt das eigene verhalten hinterfragen das ist leider auch meine erfahrung. ich habe es aufgegeben und hoffe, dass die verzögerungstaktik endlich vorbei ist. gerade kürzlich bekam ich „figgdi“ an den kopf geworfen als ich mich wieder mal getraute jemanden auf der treppe vor mir höflich darauf aufmerksam zu machen, dass mich der rauch stört. . mag niemandem seine zigarette missgönnen aber leider gibt es zu viele rücksichtslose raucher. ich bin nun eine dieser schweigenden mehrheit, die dankbar ist für solche unterstützung u. einfach hofft dass es bald soweit ist.

[…] kennen, schreiben zusammen brillante Computerprogramme, ohne damit Geld zu verdienen • JacoBlök » Rauchverbote überdenken – Gastro Bern auf den Mond schiessen • PAL-V • Autogyro – Wikipedia, the free encyclopedia • YouTube – […]

[…] Rauchverbote überdenken – Gastro Bern auf den Mond schiessen: Weil auch nach der Einführung des längst fälligen Rauchverbotes in Bern und anderswo mühsame Lücken bleiben, so z.B. in der Bahnhofsunterführung (irrerweise staatlich toleriert), in den kaum durchlüfteten Passagen Berns, auf Aussenplätzen von Beizen und auf Bahnperrons. […]

Hanspeter Latour würde Casimir Platzer wohl einen „Gränni“ nennen.

Wie dem „Bund“ vom Freitag (21. Mai 2010) zu entnehmen ist, jammert der Präsident von Gastrobern immer noch über das „schikanös umgesetzte Rauchverbot“. Uff… das heimer iz de langsam ghört, ok?

Kein Wort darüber, dass man endlich wieder auswärts essen kann, ohne Gefahr zu laufen, wie ein Aschenbecher zu riechen. Dass sich viele Leute darüber freuen. Wieso heult Platzer etwas nach, das jetzt endlich auch in der Schweiz definitiv vorbei ist, für immer, punkt? Wie schon in vielen anderen Ländern? Wieso trimmt er seine Leute nicht darauf, ein wenig kreativ zu sein, das Beste aus der neuen Situation zu machen, Profit draus zu ziehen?

Es ist eben einfacher, einen zu lange tolerierten schlechten Zustand zu betrauern, als sich mit etwas Neuem anzufreunden. So ist der Mensch wohl – nur, wäre es nicht auch der Job eines Gastroverbandschefs, Ideen aufs Tapet zu bringen statt z’gränne?

Casimir Platzer weiss wie alle anderen: Das Rauchverbot ist da, es wird bleiben. Wieso also das Gezwänge, wieso nicht seine Truppe drauf einschwören, dass man nicht den Kopf in den Sand stecken und fluchen, sondern was tun soll? Lifere statt Lafere?

Platzer tut, was alle reichlich langweiligen Lobbyisten tun. Das mag sein Job sein. Verständlich vielleicht, aber nicht besonders phantasievoll.

– Nach einem schneearmen Winter sollte man einfach die Webcams höher rauf stellen, um den potentiellen Touristen Schneelandschaften vorzugaukeln.

– Das in der Mehrheit der Bevölkerung breit abgestützte Rauchverbot ist ihm offenbar lästig, also will er es lieber wieder abschaffen statt einen guten Umgang damit finden.

– Schlimmer noch, da es hier noch unmittelbarer um Menschenleben geht: Die tiefe Promillegrenze halte Besucher von entfernten Landbeizen ab. Aha – ergo: „Lieber in der Reaktionszeit beeinträchtigte Autofahrer auf der Strasse als eventuelle Einnahmeausfälle für die Wirte!“

Irgendwie beschleicht einen da der Gedanke, dass die Dicke des Wirteportemonnaies wichtiger sein könnte als das Wohl der Gäste und die Gesundheit der anderen Verkehrsteilnehmer. Nicht gut, gar nicht gut, Herr Platzer.

Immerhin nimmt er sich aber auch selbst an der Nase – und bedauert, dass es die Branche nicht selbst geschafft habe, „einen vernünftigen Nichtraucherschutz auf freiwilliger Basis einzuführen“.

Wundert uns das, wenn selbst der oberste Wirt vor allem klagt anstatt aktiv Ideen einbringt?

Aha… 66 Prozent der Solothurnerinnen und Solothurner haben genug von der Raucherei und wollen auch keine reinen Raucherbeizen erlauben (siehe Artikel) – üblicherweise bezeichnet man solche Ergebnisse als „überdeutlich“…

Womöglich haben die notorischen Paffer nun endlich ein Einsehen und geben Ruhe…? Heute im Tages-Anzeiger: „Raucher-Initiative vor dem Scheitern“

[…] kennen, schreiben zusammen brillante Computerprogramme, ohne damit Geld zu verdienen • JacoBlök » Rauchverbote überdenken – Gastro Bern auf den Mond schiessen • PAL-V • Autogyro – Wikipedia, the free encyclopedia • YouTube […]

Schreibe einen Kommentar (Hausregeln hier)

Dein Kommentar
(Anonyme Kommentare werden gelöscht.)

  (Hausregeln beachtet?)

Kategorien