14.03.2016

Vintage-Skifahren, Teil 26: Eischoll-Unterbäch

Das erste Sekundarschul-Skilager verbrachten wir anno 1987 in Eischoll – nach 29 Jahren war es letzte Woche an der Zeit, endlich an den Ort des Geschehens zurückzukehren. Das Gebiet ist nämlich ein exzellenter Vertreter für die Vintage-Skigebiete-Serie.

Immerhin tat ich hier zudem den härtesten Sturz meines Lebens, schrammte wohl knapp an Schlimmerem vorbei – samt Felsen und Bäumen im Weg, wie dieses Bild der Sturzstelle 1987 (mit Vergleich 2016) zeigt:

Eischoll 1987-2016

Positiver Nebeneffekt: Das hübscheste Mädchen der Klasse war dabei und fand mich einen echt harten Kerl, als ich tapfer (im Gesicht blutend) aus dem Wald kroch. Das Lager 1987 war zudem das Hauptthema unserer Schülerzeitung „FGOI“ (als PDF lesen, 4 MB), und der Lagerbericht war zugleich der erste Radiobeitrag meines Leben:

Teil 1

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– Lieber in eigenem Player flashfrei hören oder downloaden? Kein Problem: Schülerblabla vom 30.1.1987, Teil 1 (MP3, 1.9 MB)

Teil 2

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– Lieber in eigenem Player flashfrei hören oder downloaden? Kein Problem: Schülerblabla vom 30.1.1987, Teil 2 (MP3, 1.2 MB)

Der Januar 1987 war zudem der letzte Winter, in dem selbst im Baselbiet sibirische Temperaturen von minus 24 Grad gemessen wurden, wie dieser Blogbeitrag von 2007 ausführt. Hier ein paar weitere Eindrücke von Eischoll anno 1987:

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Doch nun zurück in die Gegenwart: Eischoll kommuniziert via Twitter ausgezeichnet, und so kam ich im Feed stets in den Genuss der aktuellen Bedingungen. Auch hier fiel der Saisonstart 2015/16 wie fast überall komplett ins Wasser – pardon, ins Gras -, aber inzwischen liegt im oberen Teil des Gebietes über ein Meter Schnee.

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Nachdem am vergangenen Feitag (11. März 2016) fürs Mittelland Nebel angesagt war, entschied ich mich fürs Wallis, wo angeblich kein Wölklein am Himmel stehen sollte. Eine gute Entscheidung! Dank meiner Hausbank kam ich zu einer 1/2-Preis-Tageskarte für 22 Franken (die auch noch in Visperterminen, Stalden, auf der Moosalp usw. gültig gewesen wäre – das Snow and Rail hiesse „Rund um Visp“), beschränkte mich aber auf Eischoll und Unterbäch.

Am Müller-Lift in Unterbäch war – soweit ich mich erinnere – 1987 sogar noch ein Anbügelautomat „Liftomat 2000“ im Einsatz, heute hängen die Büsseracher Borer-BSG77-Langbügel am Lift, wie auch an allen anderen Schleppliften (von Küpfer – mit zwei Stützenformen – und Müller) in den Gebieten. Nicht gerade Vintage, aber die Dinger wurden auch vor 1980 erfunden.

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War die Küpfer-Sesselbahn in Eischoll 1987 noch so gut wie neu…

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… läuft die Konzession der Bahn demnächst ab – in wenigen Tagen findet eine Abstimmung dazu statt (weiterer Beitrag hier). Angesichts der ungewissen Zukunft war es also höchste Zeit, die schönen alten Bahnen hier noch zu besuchen.

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In Eischoll hatte es kaum Leute (etwa 10), in Unterbäch lief etwas mehr, aber über 40 Leute dürften es auch nicht gewesen sein. Dank der Nordhänge waren die Pisten einfach nur perfekt: Kompakter Pulver, bestens präpariert, ideal zum Carven. Eischoll hat etwas viele Ziehwege, aber die roten und schwarzen Waldabfahrten sind top, ebenso die flacheren Hänge unterhalb des Waldes.

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Der obere Teil des Unterbächer Gebietes – aus Eischoll einfach erreichbar über einen langen, malerischen Waldweg – …

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… ist hochalpin und bietet allen etwas, von blau über rot bis schwarz – sowie alte, knorrige Lärchen unterhalb der Waldgrenze, und einen weiten, malerischen Talkessel zuoberst.

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Der untere Teil ist bisweilen etwas ziehwegig, aber dank der schönen Aussichten, Birkenwälder und variantenreichen Abkürzungen ebenfalls recht aufregend.

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Ein tolles Cordon Bleu bei der Mittelstation rundete den Tag ab.

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Dem vollkommenen Skivergnügen abträglich sind für pressante Menschen allenfalls die drei lahmen Zweiersesselbahnen, die aber grösstenteils auch als blosse Zubringer zu den zügigen Bügelliften verwendet werden können. Und kuppelbare 6er-Sesselbahnen suchen wir in dieser Serie ja eben gerade nicht. Mit drei Herstellern (Küpfer, Bartholet und Leitner) kann der geneigte Liftfetischist immerhin auch eine grosse Sesselbahn-Markenvielfalt bestaunen.

Fazit: Zwei kleine, sinnvoll verbundene Skigebiete abseits des Rummels mit Tarifverbund, sehr zu empfehlen!

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– Alle Bilder aus Eischoll in diesem Album (mit weiteren Fotos von 1987)
– Alle Bilder aus Unterbäch in diesem Album

Das Video des Tages:

 

Die bisherigen Teile dieser Serie: Eggiwil / Marbach und Bumbach / Les Breuleux und Tramelan / Nachtskifahren Linden / Selital (Gantrisch) / Hohe Winde / Grandval / Engstligenalp / Langenbruck / Prés-d’Orvin / Faltschen / Aeschiallmend / Gantrisch-Gurnigel / Les Bugnenets-Savagnières / La Corbatière / Rüschegg-Eywald / Dent de Vaulion / L’Audibergue (F) / Gréolières-les-neiges (F) / La Berra / Habkern / Heiligkreuz / Vallée de Joux / Elsigenalp / Eriz

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