Ich war sieben Jahre alt, als ich meine erste Hitparade am Radio auf Cassette aufnahm – “Pop Muzik” von M, “One Way Ticket” von Eruption, “Gloria” von Umberto Tozzi, “Save me” von Clout oder das unverwüstlich grauenhafte “Ruf Teddybär eins vier” von Jonny [sic] Hill kommen auf diesem Scotch-Tape mit dem braunen “Normal”-Band vor, das die Tonköpfe so unangenehm schnell belegte (und alles sehr dumpf klingen liess), bis man sie mit einem Alkohol-Ohrstäbchen sauberrubbelte.

Nummer eins in den ersten auf Tape gebannten “Bestsellern auf dem Plattenteller” war aber “Hot Stuff” von Donna Summer. Den Song fand ich grandios, er wirkte irgendwie monumental, ernst, er tönte nach grosser weiter Welt.

Ich dachte damals allerdings, das sei ein Song über einen Autostopper, denn das slangig ausgesprochene “Had sdaf” interpretierte ich als “Haand staap” bzw. “Hand Stopp”, was Klein Blöker eindeutig als Lied über jene Leute interpretierte, die am Rand der Strasse den Daumen in die Höhe strecken und das Auto quasi mit der Hand stoppen.

 

Die lasziven Synthi-Klänge (natürlich von Faltermeyer/Moroder sauber durchproduziert) passten perfekt zur damaligen SciFi-Ästhetik der Kampfstern-Galactica-Kinofilme oder Buck Rogers, die mich ebenfalls faszinierten – ich bin extrem dankbar, dass meine Verwandten mich den ganzen Glen-A-Larson-Käse damals haben schauen lassen. Colonel Deering hätte ich gerne als Lehrerin gehabt… genau, “Könel”, auch so ein faszinierendes Wort.

Twikis Geräusche (ein nasales “bidibidibidi”) gefallen meinen Göttikindern heute noch. Und Commander Adama alias Lorne Greene fand ich eh den Grössten, da der Raumschiffkapitän zeitgleich als Ben Cartwright in “Bonanza” über die Mattscheibe ritt – was für ein Spagat!

Diese Aufnahme stammt ziemlich genau aus jener Woche im Sommer 1979 – es war mein Geburtstag, und im Hintergrund ist die Sony-Stereoanlage meiner Grosseltern zu sehen, auf der die Hitparaden-Aufnahmen oft stattfanden:

7. Geburtstag, Sommer 1979

Damit zurück zu Donna Summer, die übrigens ausgezeichnet Deutsch spricht: Bewusst erinnern kann ich mich erst wieder an “She Works Hard For The Money” aus dem Herbst 1983, als DRS3 und die ersten Lokalradios auf Sendung gingen. Und den Sündenfall “This Time I Know it’s For Real” durfte ich dann 1989 selbst in der Hitparade spielen – damals waren nicht mehr Moroder & Co. als Producer gefragt, sondern Stock Aitken Waterman. Drum könnte der Song genau so eines der Frühwerke von Rick Astley oder Kylie Minogue sein.

“On The Radio”, “I Feel Love” und “State of Independence” lernte ich erst später kennen – letztere finde ich inzwischen die schönste aller Summer-Singles. Eine solide Arbeit von Jon And Vangelis sowie Quincy Jones.

Die Nummer Eins der ersten Cassette des Lebens ist tot. Trotz schöner Erinnerungen kein schöner Tag für einen Popbesessenen. Mach’s gut, Donna, und danke für all die Meilensteine der Musikgeschichte.

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Das komische Wetter in diesem verlängerten Winter geht weiter: Am 27. August 2011 gabs den quasi ersten Schnee der Saison, am 19. September gings weiter, am 8. Oktober lag mehr Schnee als im ganzen Winter 2010/11, dann gabs einen goldenen Herbst ohne Schnee bis kurz vor Weihnachten – und dann so viel Schnee wie selten.

Frau Holle mag noch immer nicht so recht in den Sommerschlaf sinken. In Sedrun gilt wieder mal “Pulver gut”.

Dicke Schneeflocken im Goms…

Schneetreiben im Goms, 16. Mai 2012

… fast 30cm Schnee auf dem Oberalppass…

Schnee auf dem Oberalppass am 16. Mai 2012

… und allerlei Viecher im Schnee in Sedrun.

Sedrun, 16.5.2012

Sedrun, 16.5.2012

Wie war das schon wieder im sommerlichen Mai 2009…?

13.05.2012

Kalte Muschi

Erstens Katze, zweitens süss, drittens in Berlin kennengelernt – natürlich schmeckt die Kalte Muschi in einem schönen Beizli in der Oderberger besser. Aber diese frevelhaften Mixgetränke (hier: Wein mit verschiedenen Limonaden) sind der Beweis, dass stilloseste Geschmacklosigkeiten manchmal einfach sein müssen.

Kalte Muschi

Dazu was Crumbliges mit den Weichseln (Jahrgang 2011) vom eigenen Baum, während die nächsten Weichseln und Pfirsiche schon gedeihen – ein guter Sonntag. Wäre da nur nicht die Nachtfrostwarnung. Wenn das nur gut kommt.

Berner Sauerkrischen, Stand 13.5.2012

Berner Pfirsiche, Stand 13.5.2012

Mururoa? Aus Protest gegen Chirac hätten wir im Herbst 1995 fast die Frankreichferien abgesagt. Sogar die Fussball-Nati zeigte sich für einmal ganz politisch.

Nun dürfen wir nicht mehr ins Worbeltal reisen.

Atompilz über dem Worblental, 9. Mai 2012

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Höchste Zeit, wieder einmal den gesammelten Unsinn der letzten Monate loszuwerden. Die volle Ladung Quark. Versetzt mit Ameisenmittel.

Hätten Sie gedacht, dass man Ameisenstopp ausgerechnet gegen Ameisen einsetzen kann? Ich nicht. Aber es ist so.

Ameisenstopp für Ameisen

Gegen Läuse wirkt es also vermutlich nicht – auch nicht gegen die Laus, die man bei Annes Massage aufliest:

Laus-Anne

Korrekt: So ein elender Brunz! Phytobrunz, sogar.

Was für ein Phytobrunz

Bleiben wir in Frankreich. Dieses Restaurant heisst “Les Tables Rondes”.

Les Tables Rondes ohne tables rondes

Welch ein Betrug in Bargemon!

Auch im Dordogne-Tal ist’s nicht besser. Da geben sie sich null Mühe, verständliche Prospekte zu verfassen. Oder haben Sie schon mal von den Wardteppischen gehört zeit sem 15. Jahrhundert?

Prospekt zu Attraktionen im Périgord

Im Périgord, räusper, schreitet man auch gerne mal zur Aneinanderreitung…

Prospekt zu Attraktionen im Périgord

Das ist wahrhaftig höchste Wortkunts.

Prospekt zu Attraktionen im Périgord

Auch in Italien findet man natürlich – mein Favorit ist immer noch das Sahnechorhemd – zahllose Mischungen aus falschem Deutsch und Englisch. Oder Schweizerdeutsch? Im Summer mol uf Cervinia go Chuekämpfli luege? Wieso nicht, wenn’s nicht grad sieden tut.

Sieden Summer (in einer Gondel in Cervinia)

Nach der Gondelfahrt kann man sogleich entscheiden, ob man ein guter Skilaufer ist.

Nur fur gute Skilaufer

Oder gar – und damit zurück ins Périgord – ein Vorfahrer im nächsten Weltcuprennen?

Prospekt zu Attraktionen im Périgord

Ein Cro-Magnon-Mensch auf Skiern? War das einer dieser Listerziener von weiter oben? Oder ist der auch wegen Europa berühmt?

Prospekt zu Attraktionen im Périgord

Mit dem Boot spazieren gehen kann man in Zermatt zwar nicht, aber der heilige Humiditi hat sich immerhin schon mal eine Hawanna angezündet im Wallis…

Humiditi Hawanna!

… und meine Lieblingsbäckerei versucht sich seit Jahren im kreieren monatlich neuer Spezialbrote. Nur das Brotbrot war vermutlich noch nie dran. Aber sogar die Proletarier mussten kürzlich dran glauben:

Proletarierbrot

Hammer-und-Sichel-Baguette oder was? – Bäcker sollten sowieso lieber backen statt schreiben, auch in Bern.

Wir bedrucken dieses aus

Auch Zahnärzte kümmern sich lieber um Zähne statt Sprache. Jedenfalls ist zu hoffen, dass der hier sein Handwerk besser beherrscht als den Akkusativ.

Bei uns gibt es günstiger Zahnersatz

Voll seriös! – Oftmals sind aber bei schreibfernen Berufsgruppen auch kleine Poeten zu finden. Beschreibungen von Weinen schreien zum Beispiel fast immer nach “bitte zeichnen”. Dieser Chasselas hat einen runden Körper? Ein Euphemismus für “Fettsack”! Immerhin ist aber klar: Aufgrund der ausgeprägten Weinigkeit muss es sich hier fast ohne Zweifel um Wein handeln:

Wein mit Weinigkeit

Meine Wenigkeit mag keine Weinigkeit. Lieber Fleisch. Wie wohl dasjenige auf dem Tüechli im Marzili hier genau ausgesehen hat letzten Sommer?

Fleischschau im Marzili

Oder wie dieser Beizer genau seine Strafen eintreiben möchte?

Sonst Busse!

Oder warum der hier nicht einfach “Vermicelles” schreibt?

Wärmisel

Wir werden es nie erfahren. Auch nicht, warum die AXA Winterhur auf zwei Stockwerken ausschliesslich Geschäftsbriefe im Akkord unterschreiben lässt anstatt die Unterschriften einfach einzuscannen:

Underwriting

Diese Familie hier findet das aber sicher – wie ohnehin einfach alles – ganz in Ordnung:

Familie Ok

Wobei mit dem Hauswart der Liegenschaft nicht zu spassen ist – er will seine schöne Wand sauber halten und verziert sie folgedessen mit diesen wunderbaren, garantiert keine Spuren hinterlassenden und einfach zu entfernenden Klebestreifen:

Keine Plakate

Nun, das ist etwa das Niveau der Zeitung, die er zu 99% liest – und Leser dieser Zeitung schreiben den Namen derselben dann auch korrekt. Ehrensache.

Bärenr Bär

Ach ja, Zeitung! Manchmal wollen Journis einfach nicht zum Senf stehen, den sie da zusammen schreiben.

Artikel ohne Autor

Dabei können wir ja alle alles selbst richtigstellen. “Newsnet” beweist uns seit Jahren, wie man ohne grossen Personaletat im Korrektorat Online-Schurnalissmuss macht. Im Zweifelsfall pappt man halt gleich zwei Felder hin, wo alle den Job machen können, den der Tagi eigentlich machen müsste:

Doppelmoppel im Tagi online

Hier fehlt leider die Korrekturfunktion – Holzmedien halt:

Azure

An der Kotasühr läuft man übrigens immer Gefahr, am Bancomaten gemassregelt zu werden, wenn man wie immer diese olle, störende Druckerschwärze vom Papier bekommen möchte, aber alles Ausdrücken nicht hilft.

Quittung ausdrücken (Bancomat in Fayence)

Bildschirme? Immer gut! Nun weiss ich, warum ich im Euro Millions nie abräume. Ich muss es mal Microsoft melden.

Euro Millions Error

Merke: Ein ICN fährt auch ohne Operating System.

Operating System Not Found

Und Techniker, die Monitore verkehrtrum einbauen, dürfen vermutlich auch kein Sorgerecht für einen iPad2 beantragen (Kostenpunkt 59.90).

Sorgerecht für Apple iPad2

Und zum Schluss – geben Sie’s zu, Sie haben drauf gewartet, noch ein wenig schlüpfrig: ficki ficki und so? Gern! Sogar nackfici!

Nackfici

Wer bei Google wohl die deutschen Captchas auf Jugendfreiheit überwacht? Immerhin haben wir extra wegen den Amis das Wankdorf umgetauft!

Die Pornographisierung der Gesellschaft macht nicht einmal vor Nationalstaaten halt. Da gibts schon ganze Länder im Fickformat.

Länder i Fickformat

Und was brauchts dazu konkret? Einen Enis, genau!

Enis

Als Emanzus verlange ich, dass das Gegenstück ab sofort Agina heisst.

A propos Enis: Hier wird klipp und klar, was der Bewohner von dieser Hausordnung hält. Oder vom Hauseigentümerverband Zürich.

Schnäbi-Hausordnung

Und nach so viel Schweinekram können sich die Männer getrost einen…

Holen Sie sich einen......

… aber ausgerechnet in diesem Geschäft? Muss das sein? Nein, ehrlich, das ist sowas von inaxeptabel!

axeptieren

Aber NEU!!!! im Fol Mon Ey!

Ah, nein – wir sind noch nicht ganz fertig. Nun sind Sie wieder dran.

Fast getan - jetzt Sie Notwendigkeit

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3.05.2012

Leichtschwung

Ich geb’s zu, ich bin süchtig nach den alten Coop-Mittwoch-Studio-Sendungen. Passend zum Thema dieses Blogbeitrages empfehle ich die zweitletzte Sendung des Jahres 1977, wo ein “Herr Burger” erstaunlich souverän die Vorzüge bekannter Skimarken wie “Sarner” anpreist, den Kneissl-”Leichtschwung- oder Compact-Ski” – oder den TXS mit einer SU-matic-Bindung.

Sarner… nie gehört? Die Skifabrik ging zwar zwei Jahre nach der Sendung schon ein, hat aber heute sogar eine Facebook-Fanpage. (Dank Facebook ist nun auch klar, dass der eine der beiden Coop-Mittwoch-Studio-Erstmoderatoren Jürgen Brügger ist. Laut dem Syndicat Suisse Film et Video besitzt er eine einmalige, 103 Jahre lange und immer noch andauernde Schauspielausbildung.)

S’Rosi Mittermaier – mit Betonung auf “S” – erläutert zudem, wie einfach man diese Tyrolia-Bindung öffnen kann.

Zurück in die Gegenwart – am Donnerstag stand der letzte Skitag der Saison 2011/12 an, und der gab nochmals alles in Zermatt und Cervinia:

Zermatt/Cervinia, 3. Mai 2012

Zermatt/Cervinia, 3. Mai 2012

Zermatt/Cervinia, 3. Mai 2012

Zur Erinnerung, es ist Mai, nicht Februar. Mehr Bilder hier.

41 Skitage – in einer Saison mit so viel Schnee müssten es eigentlich rund 15 mehr sein. Aber der schneelose Start und der stürmisch-unbeständige Saisonschluss haben jegliche Rekordversuche zunichte gemacht.

Gefeiert wurde trotzdem:

Exquisites Mittagessen im Chalet Etoile, 3. Mai 2012

Die beste Zuppa di pesce meines Lebens ausgerechnet auf über 3000m, ein sündhaft sensationelles Filetto Chalet Etoile con tartufo nero, paté e patata al cartoccio und dann noch Fragole fresche con gelato al mango. Vermutlich eins der besten Pisten-Essen meines Lebens.

Nur Leichtschwung gabs danach keinen mehr.

Soll mal einer sagen, ich motze immer nur über meine Hassliebe Sunrise. Heute im Zug zwischen Bern und Spiez staunte ich Bauklötze: Fast durchgehender 3G-Empfang vom Bahnhof Bern bis vor dem Tunnel in Spiez?

Diese Strecke war bisher für Sunrise-Kunden eher eine Tortur: Das Netz wechselte ständig zwischen EDGE und UMTS hin und her und fiel zwischen Gümligen und Münsingen oftmals ganz aus. Und nun fröhliches Hi-Speed-Surfen auf fast der gesamten Strecke?

Nun, da scheint etwas zu passieren.

Das hört sich endlich wieder einmal gut an:

Sunrise startet im Mai 2012 mit der schweizweiten Umrüstung der Antennen auf den UMTS900-Standard (3G-Netz). Das bedeutet, dass Sunrise Kunden bis Ende Jahr in der ganzen Schweiz – auch in ländlichen Regionen – mit HSPA+ bis zu 6 x schneller mobil surfen. Infolge des umfangreichen Netzausbaus kommt es lokal zu kurzen Störungen von wenigen Minuten. Dafür bitten wir um Verständnis.

(Quelle: Sunrise)

Ja, wenn das bis Ende Jahr tatsächlich abgeschlossen ist, nehmen wir doch gern ab und zu mal einen kurzen Unterbruch in Kauf. Und bitte Sedrun nicht erst ganz am Schluss migrieren, danke…

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Neulich seufzte ich in der Küche tief. Die Zahnstocherpackung aus den frühen 1990er-Jahren geht langsam zur Neige:

Zahnstocher mit altem Coop-Logo

Von so einer Nostalgiepackung samt dem früheren Coop-Logo und der alten Hausschrift Abschied zu nehmen – das ist hart für einen Berufsnostalgiker, der immer mal die Melodie des guten alten “Coop Mittwoch-Studio” vor sich hin pfeift. Die mit der Klarinette. Oder war’s ein Saxophon?

Genau, die Kultsendung vor der Tagesschau mit den auf uns zu fliegenden weissen Wörtern auf Orange! Vereinzelte Folgen fand man auf Youtube, Lisette lieferte aber soeben den Hinweis des Tages: Auf der Coop-Website kann man demnächst alle Mittwoch-Studio-Folgen anschauen – allerdings lässt schon das, was heute verfügbar ist, das Herz aller 70er- und 80er-Jahre-Fans höher schlagen.

Also los, ab ins Mittwoch-Studio-Archiv, geniessen, nostalgisieren und lachen – nur schon die Rotations-Dekors in der Premiere von 1977, der super auswendig gelernte Text von “K. Zürcher” oder die exaltierte Schauspielmoderation (sie ist Bella Neri, doch wer war er eigentlich?) sind sensationell.

Erste Sendung des Coop Mittwoch-Studio, 1977 (Quelle: Screenshot von http://www.coopzeitung.ch/3236164#y1977e2

Gedanken wie “hey, genau, an dieses Vanille-Joghurt-Deckeli kann ich mich doch noch erinnern!” sind garantiert.

Ende 2005 flimmerte das letzte Coop-Studio über die Bildschirme. Welch Wunder, dass damals kein riesiger Aufschrei durchs Land ging – ein grossartiger Querschnitt durch wechselnde Mentalitäten, Stile und Verpackungsdesigns!

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28.04.2012

Ende April in Bern

Fast sowas wie Frühsommer-im-April-à-la-2011.

Frühsommer in Bern, Ende April 2012

Frühsommer in Bern, Ende April 2012

Frühsommer in Bern, Ende April 2012

Das zweite Züri-West-Konzert im Bierhübeli, 27.4.2012

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Was, fast 30 Grad sollen’s werden in den kommenden Tagen?

Nun, gestern Mittwoch gabs nochmals gefühlte minus 30 Grad am Titlis. Bester frischer Pulverschnee wie im Januar, aber ein Föhnsturm, der sich gewaschen hat – und den Blöker sandgestrahlt. Stellenweise konnte man kaum noch stehen.

Titlis, 25. April 2012

Titlis, 25. April 2012

Kein Vergleich zum milden Skitag im April 2011.

Ach ja, wer noch nach Engelberg fährt, in der Skihütte Stand unbedingt die Kalbsleberli mit Rösti versuchen. Himmlisch!

Titlis, 25. April 2012

Mehr Bilder hier.

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Angesichts der vermutlich letzten Pulver-Neuschneefotos aus den Skigebieten diesen Winter ist es Zeit für den letzten Vintage-Skiing-Report dieser Saison.

In Südfrankreich gabs nicht nur den Skitag in Audibergue, es gab auch einen in Gréolières-les-Neiges.

Gréolières-les-Neiges, 27. Februar 2012 - klicken für mehr Fotos

Ist in Audibergue alles klein und überschaubar, kommt in Gréo fast schon ein wenig das Gefühl der französischen Retorten-Alpen-Skistationen mit der hässlichstmöglichen Architektur auf, wenn auch in sehr geringem Ausmass.

Gréolières-les-Neiges, 27. Februar 2012

Darum sollte man das kleine Dorf Gréolières auf der anderen Seite des Hügels nicht mit Gréolières-les-Neiges verwechseln. Und vor allem nicht im Sommer her kommen, wenn die modellierten Pisten wie plattgewalzte Geröllautobahnen nackt den letzten Berg vor dem Meer runter kommen. Was sich bereits im Winter andeutet:

Gréolières-les-Neiges, 27. Februar 2012

Die Gesellschaften von Audibergue und Greo arbeiten eng zusammen, was man an der auch hier mangelhaften Pistenpflege merkt, die gemessen an den Hochalpen-Standards bestenfalls ein “knapp genügend” (auf 1-2 Pisten) und ein “ungenügend” (im Rest des Gebietes) bekommt.

Gréolières-les-Neiges, 27. Februar 2012

Aber auch heute denkt man sich schnell: Darf man für eine 22-Euro-Tageskarte mehr erwarten? Immerhin surrt hier sogar eine 4er-Sesselbahn, und damit das Küstenvolk sicher Schnee vorfindet, wurde vor einigen Jahren eine Kunstschneeanlage gebaut.

Gréolières-les-Neiges, 27. Februar 2012

Faszinierend für Besucher, die bisher noch nie in der Provence Ski gefahren sind, ist hier oben vor allem, dass überall Lavendel, Thymian und andere Kräuter wachsen – unter dem Skilift, neben der Piste und zeitweise sogar auf der Piste:

Gréolières-les-Neiges, 27. Februar 2012

Gréolières-les-Neiges, 27. Februar 2012

Gréolières-les-Neiges, 27. Februar 2012

Nicht sehr anspruchsvoll, aber karstlandschaftlich anregend ist die Abfahrt (im Video unten ab 6:05) “um den Berg herum”…

Gréolières-les-Neiges, 27. Februar 2012

… und wie in Audibergue bieten sich wunderbare Ausblicke auf die Alpes Maritimes oder die Fortsetzung der Kalkketten der Préalpes de Castellane:

Gréolières-les-Neiges, 27. Februar 2012

Gréolières-les-Neiges, 27. Februar 2012

Beim Téléski du Haut Cheiron darf man dann wieder mal Poma-Feeling à la française vom Feinsten erleben: Eine mit Gräben, Furchen und tiefen Fussabdrücken durchzogene Eispiste mit so manchen Blutspuren. Knallhart, steil, ruppig, rasant – so hat man Skilifte gern (im Video unten ab 7:50)!

Gréolières-les-Neiges, 27. Februar 2012

Meersicht gabs diesmal nur knapp: Im Gegensatz zum Korsikablick vom 23. Februar dominierte am 27. Februar in Gréolières der Dunst. Dabei könnte es so schön sein – hier ein aus Gréo aufgenommenes Bild mit Korsika am Horizont.

Gréolières-les-Neiges, 27. Februar 2012

Im Vordergrund sichtbar sind die Gorges du Loup – den Blick aus dem Tal zu uns hinauf durften wir im letzten Herbst bei Le-Bar-sur-Loup geniessen:

Die Bergkette von Gréolières-les-Neiges (Hintergrund rechts), im September 2011 aus Le-Bar-sur-Loup gesehen

Via Mons…

Mons, 27. Februar 2012

… ging es nach diesem einmal mehr aussergewöhnlichen Frühlingsskitag in Meeresnähe zurück nach Seillans, wo sogleich das Video zurechtgeschnitten wurde:

Video der Skilifte und Pisten in Gréolières-les-Neiges (27. Februar 2012). Mehr Bilder dieses Tages hier.

Die bisherigen Teile dieser Serie: Eggiwil / Marbach und Bumbach / Les Breuleux und Tramelan / Nachtskifahren Linden / Selital (Gantrisch) / Hohe Winde / Grandval / Engstligenalp / Langenbruck / Prés-d’Orvin / Faltschen / Aeschiallmend / Gantrisch-Gurnigel / Les Bugnenets-Savagnières / La Corbatière / Rüschegg-Eywald / Dent de Vaulion / L’Audibergue (F)

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“Bund”-Schlagzeile von gestern:

Bernmobil-Direktor René Schmied war auf dem Absprung. Dank 12 Prozent mehr Lohn bleibt er in Bern. Dafür öffnet sich die Lohnschere bei den Topkadern der Stadt. Die Politik ist machtlos.

Laut dem Artikel verdiente Schmied knapp 245’000 Franken, rund 26’000 Franken mehr als im Vorjahr.

Besitzt René Schmied so etwas wie ein Gewissen? Macht er seinen Job wirklich gern und mit Herzblut oder geht es ihm einfach um soviel Kohle wie möglich?

245’000 im Jahr sind rund 20’400 im Monat – ob Brutto oder Netto, ob durch 12 oder 13 spielt gar keine Rolle: Es ist schlicht astronomisch viel. 245’000 Franken wären für mich DER Lottogewinn, ich wäre für Jahre saniert. Und der bekommt das JEDES Jahr!

Hallo?!

Meine bestbezahlten Freundinnen und Freunde verdienen so um die 10’000 monatlich. Ich habe schon bei diesem Betrag keine Ahnung, was ich mit so viel Geld machen würde. Von mir aus ist alles, was über 12’000 im Monat ist, vollkommen überrissen und durch nichts zu rechtfertigen. Das ist etwa die Grenze, was ich für einen erfolgreichen Wahnsinns-Chrampfer oder eine topmotivierte Arbeiterin mit Superergebnissen als oberste angemessene Grenze sehe – egal ob auf einem Kaderposten oder als schwitzender Büezer auf einer Baustelle.

Da kommt also René Schmied schon mit einem Wahnsinns-Zapfen daherspaziert, erhält offenbar “ein sehr attraktives Angebot” eines “Unternehmens aus der Verkehrsbranche”, was Bernmobil-Verwaltungsrat und Gemeinderat veranlasst, noch 12 Prozent drauf zu geben anstatt Charakter und Motivation des Direktors ernsthaft zu hinterfragen.

“Branchenüblicher Schnitt” sei das.
Sind die eigentlich völlig von Sinnen?

Eine Ohrfeige ins Gesicht jeder ehrlichen Arbeiterin, jedes motivierten Angestellten, der halbwegs einen Bezug dazu hat, mit wie viel Geld die meisten Menschen sich ein gutes Leben zu schaffen versuchen. Schämen sollte sich Herr Schmied ob seiner Frechheit.

Schon bei Gemeinderats-Lohndiskussionen lüpfte es mir regelmässig den Hut: Man bekomme halt nicht die fähigsten Top-Leute, wenn man keine so hohen Saläre zahlen könne, sagt man dann achselzuckend.

Völlig irr.

Holt verdammt nochmal Leute, denen nicht die Dollarzeichen in den Augen leuchten wie Dagobert Duck, sondern die ihren Job darum machen, weil sie ihn lieben, weil sie etwas können und weil sie sich mit ganzer Kraft einsetzen – und denen es Wurscht ist, ob sie Ende Monat 9000 oder 22’000 auf der Lohnabrechnung stehen haben.

Schmied wollte gehen?
Lasst ihn ziehen!

Offenbar verdient er lieber etwas mehr als dass er mit ganzem Herzen bei seiner Stelle in Bern bleibt. Angeblich mache er einen guten Job – schön, das freut mich als öV-Benutzer. Doch einer, der schon fast 20’000 monatlich aufs Konto bekommt und nur bleibt, wenn er NOCH mehr bekommt, ist schlicht und ergreifend nicht genug motiviert.

Egal ob er einen guten Job macht: Einen CEO mit dieser Attitüde würde ich als VR-Mitglied hochkant rausschmeissen.

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