Nochmals 25cm Neuschnee über Nacht – und heftiges Gerüttel am Mittwochmorgen: Das Erdbeben in Norditalien war auch in Sedrun gut zu spüren. Das Holzhaus knarrte, die Balken ächzten.

Wären da nicht am Schluss diese ungewöhnlichen horizontal schwingenden Bewegungen gewesen, hätte ich gedacht “nun fallen die Schneemassen durchs Dach ins Haus, adieu zäme”.

Die Schneelast auf vielen Dächern der Alpen finde ich in diesen Wochen besonders imposant – sowas sehen wir wohl das nächste Mal erst in einigen Jahren wieder. In Sedrun “auf den Balkon wollen” heisst derzeit “auf eine 160cm hohe Mauer blicken” – immer noch nichts gegen Ostern 1975 und Februar 1999, aber doch eher selten:

Viel Schnee in Sedrun, 25. Januar 2012

Viel Schnee in Sedrun, 25. Januar 2012

Viel Schnee in Sedrun, 25. Januar 2012

Noch mehr hingelegt hat’s aber in Brigels – ich liess mich heute trotz durchgearbeiteter Nächte (wieso kommen Aufträge eigentlich immer nach dem Motto “lange nichts und dann alles aufsmal, wenn man auch grad noch Hacker jagen muss?) zum Glück zu einem Spontanskitag da unten überreden.

Wunderprächtig, was der Schnee dort zu bieten hat!

Im Skigebiet Brigels-Waltensburg, 26. Januar 2012

Im Skigebiet Brigels-Waltensburg, 26. Januar 2012

Im Skigebiet Brigels-Waltensburg, 26. Januar 2012

Im Skigebiet Brigels-Waltensburg, 26. Januar 2012

Im Skigebiet Brigels-Waltensburg, 26. Januar 2012

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Das (Montag/Dienstag)…

Grindelwald, 16. Januar 2012

… ist ja gut und schön, aber es geht eben schon nichts über die ganz besonderen, kleinen Skigebiete im Jura mit wahnwitzigen, rostigen, einen den Berg einem Husarenritt gleichsam Kalkfelsen hochkatapultierenden Poma-Tellerliften.

Skitag im Jura, 18. Januar 2012

Skitag im Jura, 18. Januar 2012

Skitag im Jura, 18. Januar 2012

Die Warmfront kann kommen – das Highlight der Skisaison war vermutlich heute auf diesem Jurazacken.

Genau: Die Serie “Vintage-Skifahren” geht weiter. Demnächst mehr in diesem Theater!

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Dieses Schnipo auf 2061m hat man sich nach dem langen Fussmarsch…

Unterwegs von Sunnbüel zum Gemmipass, 14. Januar 2012

… von Sunnbüel ob Kandersteg redlich verdient – die Alpenkräuterpanade ist ein wahrhaftiger Genuss höchster Güte:

Schnipo in der Schwarenbachhütte, 14. Januar 2012

Das Berghotel Schwarenbach wurde 1742 als Zollstation errichtet und ist heute ein Gasthaus auf dem Weg von Kandersteg über den Gemmipass nach Leukerbad. Von der Gondelbahn-Bergstation führt ein bestens präparierter Winterwanderweg hierher – und bei Bedarf weiter bis auf die Gemmi.

Berghaus Schwarenbach, 14. Januar 2012

Berghaus Schwarenbach, 14. Januar 2012

Ob bereits Lenin oder Picasso vom Schnipo mit Kräuterpanade betört wurden, ist leider unbekannt. Edward Wymper, Mark Twain, Goethe, Dumas oder Schülwern haben sich aber ebenfalls ins Gästebuch eingetragen.

Auf dem Abstieg zurück zur Seilbahn kommt man in der eisigen Kälte der arvengesäumten Hochebene in den Genuss von allerlei Schneestrukturen – ob mensch- oder naturgemacht.

Zwischen Sunnbüel Schwarenbach, Januar 2012

Zwischen Sunnbüel Schwarenbach, Januar 2012

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Tief “Andrea” hat ausgezeichnete Arbeit geleistet, uns die grössten Schneemengen seit Februar 2009 beschert und am Dienstag der Sonne Platz gemacht. Die Pisten sind traumhaft derzeit.

Sedrun, Januar 2012

Sedrun, Januar 2012

Sedrun, Januar 2012

Sedrun, Januar 2012

So – jetzt noch ein wenig von Gion Pauls megalomanisch feiner Trockenwurst essen und einen Mitternachts-Verdauungsspaziergang im Schnee bei Mondlicht machen. Diesen hellen Nächte mit knirschendem Maizenaschnee unter den Füssen sind etwas vom Schönsten im Sedruner Winter.

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Wieder mal eine kommunikationstechnische Glanzleistung des Telekom-Anbieters, der angeblich Swisscom ernsthaft Konkurrenz machen will, aber leider immer öfter mit Kundendienstschwächen von sich reden macht: Seit Samstag Abend (7. Januar 2012) ist das Mobilfunknetz in der oberen Surselva ausgefallen.

An sich gäbe das dafür die Statusseite im Internet, aber Fehlanzeige: Auch über 12 Stunden nach Beginn der Panne ist die Statusseite leer:

Kunden-Null-Info: 30 Antennen liegen angeblich flach, auf der Statusseite steht nichts (8.1.2012, 12 Uhr)

Hört sich wie ein Hohn an: “Wir überwachen unser Netz mit modernsten Mitteln rund um die Uhr. Bei einer Störung erfahren Sie hier, wie gross das Ausmass und wie lange die geschätzte Dauer der Störung sind. (…) Nicht speziell angekündigt werden Ausfälle, die weniger als 15 Minuten dauern (…)”

Ein Ausfall von über 12 Stunden ist etwas länger als 15 Minuten, liebe Sunrise. (Edit: Auch über 24 Stunden nach Beginn der Störung ist keinerlei Meldung zu sehen.)

Seltsam: Mal scheint wieder Saft auf die Antenne zu kommen, so letzte Nacht zwei, drei Male in unregelmässigen Abständen – aber die meiste Zeit geht gar nichts. Die Kundendienst-Frau konnte nur sagen: “Ja, der Schnee… wir haben über 30 Antennen, die nicht laufen, die Technik ist dran, wir können uns alle nur in Geduld üben. Leider bekommen wir das auch nur intern gemeldet.”

Gut, das kann mal passieren; wegen dem Schnee kommt man derzeit auch schlecht voran. So siehts derzeit in Sedrun aus – und es schneit unablässig:

Und wieder 25cm Neuschnee über Nacht - Sedrun am 8.1.2012

Aber die einmal mehr miserable Kundeninformation ist sicher ein Fall für die interne Quality Assurance: Keine Infos auf der Statusseite, beim ersten Anruf auf 0800 707 707 aus der Warteschlauge gekickt (nicht das erste Mal), Support via Twitter (angeblich ein schnelles Medium, das eine Pikettperson von jedem Smartphone aus pflegen könnte) gibts nur an Werktagen zu Bürozeiten, auf der Facebookseite von Sunrise eisernes Schweigen.

An sich dachte ich, nach dem weitgehend problemlosen Kauf des iPhone 4S in einem Sunrise-Shop (mit einer wirklich guten Beratung von einer Person, die sich extrem Mühe gegeben hat) könne ich wieder mal was Positives zu meiner Hassliebe schreiben. Leider kommt es nicht dazu.

Mich stört nicht, dass man mal einen Fehler macht – mich stört, wie man im Krisenfall kommuniziert.

Dazu passt, dass die Nachbardörfer Andermatt und Disentis seit Monaten ein 3G-Netz von Sunrise zur Verfügung haben. Um die Sedruner Lücke zu schliessen, ist man bei Sunrise aber offenbar zu lethargisch – nicht mal angekündigt ist etwas. Ausgerechnet auf den beiden langsamsten Sesselbahnen des Skigebiets besteht zudem kein Sunrise-Empfang, und zu Zeiten mit vielen Gästen im Tal ist das Surfen via EDGE eine Tortur; die GSM-Antenne ist völlig überlastet.

Nebenbei: Swisscom – in Sedrun auch schon lange mit einer UMTS-Antenne präsent und mit vollem Empfang bis ins letzte Seitental – funktioniert bestens. Trotz Sturm und Schnee.

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Edit 8. Januar, 15 Uhr: Meine Brüder sind ebenfalls bei Sunrise – noch! Einer zieht demnächst zu Swisscom. Der ältere hat soeben Sunrise angerufen. “Bei uns ist nichts bekannt, nur zwei kleine Störungen.” – Und das zwei Stunden nachdem man mir etwas von grossflächigen Ausfällen und “30 Antennen down” gesagt hat. Einmal mehr gilt – bei Sunrise weiss die linke Hand nicht, was die rechte tut. Die Statusseite ist nach wie vor leer. Das Sunrise-Netz war kurzfristig wieder da für einige Minuten, mal voll, mal ganz schwach, ist nun aber wieder weg.

Edit 16.30 Uhr: In Facebook häuft sich der Ärger im Bünder Oberland – nach wie vor kein Netz und keine Infos auf der Statusseite. Hallo Sunrise, aufwachen! Die Montag-Bis-Freitag-8-17-Uhr-Zeiten sind schon seit ein paar Jahren vorbei!

Ärger in Facebook über Sunrise während des langen Ausfalls vom 8.1.2012

Edit 16.45 Uhr: Einer meiner Brüder ist inzwischen in Chur, da laufe alles. Unterwegs zwischen Sedrun und Chur “teils ja, teils nein”. Zwischen Sedrun und Sumvitg keinerlei Sunrise-Mobilnetz.

Edit 21.30 Uhr: Zwischen 17.30 und 18.30 liefs wieder, seither nicht mehr. Sunrise verweigert sich weiterhin jeglichen Statusmeldungen. Beim ersten Versuch des zweiten Anrufs wieder aus der Leitung gefallen. Der Techniker sagt, er sehe noch sehr viele Ausfallmeldungen.

Edit 9. Januar, 1 Uhr: “Kein Netz” auf dem Display – die Techniker sind offenbar lieber schlafen gegangen, als das Probelm zu lösen. Die Sunrise-Störungsseite ist leer. Auf Twitter und Facebook läuft nichts. Dafür häufen sich die Google-Abfragen auf diese Seite mit Suchbegriffen wie “Sunrise Ausfall 8.1.12″. Schön, dass die Sunrise-Kunden nun bereits die Info für die anderen Kunden übernehmen! So langsam denke ich, dass wir in den Genuss einer saftigen Entschädigung kommen sollten. 30 Stunden Netzausfall – wann gabs das letztmals?

Edit 3:30 Uhr: Immer noch kein Netz.

Edit 9.30 Uhr: Netz da, Netz weg, Netz da. Keinerlei Antworten oder Erklärungen seitens Sunrise, weder Mail, Twitter noch Facebook. Statusseite leer.

Edit 10.50 Uhr: Seit 9.45 Uhr war das Sunrise-Netz stabil, nun ist es wieder weg. In Facebook behauptet Sunrise keck, nichts von einem Ausfall in Graubünden zu wissen. Dies, nachdem mehrere Supporter am Telefon am Sonntag bestätigt haben, dass rund 30 Antennen down sind, einer hat mir gar vier Antennenausfälle in Sedrun, Disentis, Lumbrein und Flims explizit bestätigt (und nebenbei gesagt auch solche im Berner Oberland und “besonders viele” in Genf). Ich fass es nicht!

Edit 12.45 Uhr: Etwa 90 Minuten lief das Sunrise-Netz in Sedrun, seit 12 Uhr ist es wieder down.

Edit 14.30 Uhr: Seit 14 Uhr läufts nun wieder.

Edit 18.30 Uhr: Ich denke, man hat die Panne nun behoben, es gab keine Ausfälle mehr.

Edit Dienstag 13.45 Uhr: Auf dem Oberalppass kein Sunrisenetz. Natürlich auch keine Statusmeldung. Was die Leute am Lift und in der Beiz sagen ist meist nicht zitierfähig.

Edit Mittwoch 13 Uhr: Endlich läuft auch auf dem Oberalppass das Sunrise-Netz wieder.

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Noch am Dienstagabend schien sich nach einem heftigen Sturm mit anschliessendem Starkschneefall und Regen alles beruhigt zu haben – Ausserirdische griffen zwar Sedrun wieder mal aus der grossen roten Wolke an, aber ansonsten nahm alles seinen gewohnten Lauf.

Sedrun, 3. Januar 2012

Sedrun, 3. Januar 2012

Doch dann gings los: Strömender Regen auf die dicke Schneedecke am Mittwochmorgen, der auf dem kalten Boden sofort gefror, heftige Schneefälle und nun dieser Wintersturm, der seit Donnerstagnachmittag anhält und nicht aufzuhören wollen scheint – das Tujetsch ist so verschneit wie schon lange nich mehr.

Sedrun, 6. Januar 2012

Sedrun, 6. Januar 2012

Sedrun, 6. Januar 2012

Sedrun, 6. Januar 2012

Die Bergbahnen raufen sich die Haare, die Lage nimmt fast schon Züge an wie im Lawinenwinter 1999, als der Zugang zur Talstation wegen Lawinengefahr tagelang nicht möglich war. Zuerst gar kein Schnee, dann zu viel Schnee, schlechtes Wetter, wegen Sturm geschlossene Anlagen, nicht verkehrende Züge über den Pass, erneute Sturm- und Neuschneewarnung für Samstag/Sontag – eine Misere.

Video vom Sturm “Andrea” in Sedrun, 6.1.2012

Nun, mir gefällt diese cufla gronda extrem gut: Zwischendurch mal Schneeschaufeln oder durch den Sturm spazieren und sich den Schnee aufs Gesicht peitschen lassen sind ein guter Kontrast zum Arbeiten im Haus, während hintendran das Feuer im Specksteinofen knistert und der Wind die Fensterläden wummern, die Balken des Holzhauses ächzen und die Fenster sich mit Triebschnee füllen lässt.

Sedrun, 3. Januar 2012

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2011 war ein komisches Jahr – wunderbare Ereignisse wechselten sich mit ziemlich mühsamen ab.

Da waren schöne Städtereisen, ein warmer Traumfrühling, ein heisser Traumspätsommer mit Aareschwümmen bis in den Oktober, da waren neue coole neue Gadgets wie ein E-Bike, ein iPad2, ein iPhone 4S, da waren lange, coole Ferien in Périgord und in der Provence.

Da war das erste ganze Jahr im eigenen Hüsli mit viel kreativen Stunden am Basteln drinnen und im Garten, da war ein Jahresende mit so viel Schnee wie seit Jahren nicht, da waren glückliche Geburten bei Freundinnen und Freunden.

Da waren aber auch ein Nierenstein, der über Wochen nicht nur höllische Schmerzen und exzessiven Drogenkonsum zur Folge hatte, sondern auch eine Operation. Da war ein Knie, das plötzlich geschwollen war und punktiert werden musste, da waren in Verwandtschaft und Bekanntschaft Fälle von Bänderrissen, Depressionen, noch zu operierender Gelenke und gar bösartigem Krebs.

Da war ein notorisch tiefer Kontostand und infolge ausbleibender Aufträge sowie einer zu optimistischen Planung ein sehr leeres Konto zum Jahresabschluss, da waren zunehmende Hackerangriffe mit zig Sisyphus-Stunden und schlaflosen Nächten, da war ein verregneter Sommer, da waren Versicherungen, die einen wegen sich kaum bemerkbar machenden chronischer Krankheiten nicht nehmen wollen.

Aber was solls: Man lebt halt risikoreich von der Hand in den Mund, man lebt “im Heute” und ist sich bewusst, dass mit dem Älterwerden auch gewisse negativen Begleiterscheinungen des Lebens zunehmen. So läuft das halt.

Hier sind ein paar Bilder von den schönen Ereignissen dieses Jahres:

Das war 2011 - die Bilder des Jahres

Wie üblich an dieser Stelle das “Best Of JacoBlök 2011″ – der Rückblick auf die aus persönlicher Warte wichtigsten Blogbeiträge des Jahres:

Schamlos Kranke reinlegen – weil es auch 2012 weiter Vollidioten wie solche Scharlatene geben wird.

Best of both worlds – weil ich auch im neuen Jahr weiter versuchen, eine gute Life-Work-Balance zu halten.

Unzuverlässiges tel.search.ch: Ungewollt im Online-Telefonbuch – weil wir auch in Zukunft Adressammlern und doofen Marketingfuzzis ausgeliefert sein werden.

Ach du heiliges Ferkel, ein Schwnaz! – Und natürlich “Drei Tage in Ronda“, weil gute Frendinnen und Freunde fürs Leben Gold wert sind.

Got it! Aber wo gibts das iPad2 in der Schweiz? – weil iPad und iPhone 4S mein Kommunikationsverhalten nachhaltig verändert und vereinfacht haben.

Hochsommermai – weil dieser Frühling schlicht grandios war und der Winter fast nahtlos in Sommer überging.

Vor 25 Jahren: 1. Grümpeli in Itingen – weil das ein guter Stellvertreterbeitrag für viele Nostalgieblogs ist.

Raleigh Dover 40: Das fast perfekte Stromvelo – weil sich nicht nur mein Mobilkommunikations-, sondern auch mein Mobilitätsverhalten radikal geändert hat.

Vor 30 Jahren: Die erste Shuttle-Landung – weil damit eine Äre zu Ende ging, die dem Als-Kind-Raumfahrtbegeisterten beim “Wheel Stop” fast eine Träne entlockte.

Schlafentzug ist Folter – weil es auch 2012 weiter Egomanen geben wird, die ihr Vergnügen auf Kosten anderer betreiben und dabei nicht mal ein schlechtes Gewissen haben.

5 Jahre das gleiche Handy – weil ich ein verdammter Heuchler bin und das inzwischen defekte Nokia 6233 wenige Monate nach diesem Beitrag weit von mir geworfen und mit dem 4S im Sack gedacht habe: “Wie konnte ich es bloss so lange ohne Smartphone aushalten?”

Privatstrand auf 2000m statt überfüllte Aare – weil die Katzenhüte- und Arbeitswochen in Sedrun schlicht genial waren punkto Effizenz und Genuss. (Und weil’s am 27. August schon das erste Mal geschneit hat.)

Essen auf dem Gras am Fluss – weil die Ferien in Frankreich halt wieder einmal sensationell waren.

Auf Fischsuche in der klaren Oktober-Aare – weil der Herbst auch sowas wie ein Sommer war.

Nach 24 Jahren zurück in Sopron – weil es allerhöchste Zeit war, endlich wieder mal die ungarische Heimat meiner gesamten Verwandtschaft mütterlicherseits zu besuchen und das Essen immer noch gleich gut schmeckte wie damals.

Auch Wahl-Spam von links nervt – zu den Wahlen 2011 – weil auch hier wieder Egozentriker am Werk sind, die den Willen anderer nicht beachten und nur gerade “ihr Ding” sehen.

Jungstrasse Berlin 1993 und 2011 – weil das eine weitere schöne Reise in die Hauptstadt war.

Olivenernte 2011: Eins mit dem Baum – weil das eine schöne Erholungsoase zwischen Hackerangriffen, Geldbeschaffungsmassnahmen und anderer belastenden Dinge war.

Fussgängerstreifen: So einfach wärs! – weil es mich immer wieder wundert, wie Menschen allen Ernstes gewisse Dinge behaupten und tun können; auch dies ein Fall fürs Kapitel “Egoisten wirds leider auch 2012 und sowieso auf ewig geben”.

Zu den nackten Zahlen: Die Serverstatistiken 2011 folgten den Börsen und wären für einen Finanzer verheerend – die Klickraten sind verglichen mit 2009 und 2010 quasi eingebrochen.

Was solls, für einen “Aus-Freude-am-Schreiben”-Blog ist dies zum Glück nebensächlich, und wenn man die Google-Suchbegriffe anschaut, ist man befriedigt, dass man eine ziemlich breite Themenpalette mit bisweilen brauchbarem Unikate-Content abdeckt.

Abrufstatistiken dieses Blogs 2011 (AwStats auf dem Apacheserver)

Aufs gesamte Jahr gesehen besuchen pro Tag nur noch etwa 243 Personen diese Seite (2009 warens 280, 2010 warens 308).

Danke trotzdem! Und alles gute im neuen Jahr.

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Und noch weiter zurück in der Zeit:

- Der Rückblick 2010
- Der Rückblick 2009
- Der Rückblick 2008
- Der Rückblick 2007
- Der Rückblick 2006

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Die diesjährige Jacoblök-Weihnachtsgeschichte ist wieder einmal ein Leckerbissen für Nostalgiker. Den Herbst 1991 verbrachte ich vor allem mit Pauken und Büffeln – kurz vor Weihnachten 1991 legte unser Jahrgang am Gymnamsium Liestal (BL) die Matur ab.

Dazu gehörte natürlich auch eine Maturzeitung. Da wir aber einen schon damals begnadeten Musiker in unserer Klasse 4BM hatten und ich beim örtlichen Lokalradio tätig war, heckten wir eine ganz neue Idee aus: Zur Zeitung gabs eine Maturcassette samt einem eigenen Klassensong.

Maturzeitung und Cassette 4BM 1991 - klicken für grosse Fassung

Als Tape-Sponsor trat – mit einem extra für uns angefertigten Take – die damalige DRS3-Morgenstimme François Mürner alias “FM” auf (im MP3 ab Timecode 7:57 zu hören).

Der grosse Aufwand bestand darin, unter dem Pult (natürlich hochgradig illegale) Aufnahmen von Schulstunden anzufertigen, aus den Stunden an Rohmaterial (alles analog, nix mit am Compi schneiden und so) die besten Takes gemäss der Mitschrift während der Schulstunde zu extrahieren…

Mitschrift der Lehrerzitate für die Matur-Cassette 4BM 1991 - klicken für grosse Fassung

… und für den Song zu sampeln bzw. in fiktiven News in neue Kontexte einzubauen.

Das tönte dann so (Seite A und B am Stück; Balz’ Song ist ab Timecode 11:43 zu hören, mit unserem Englischlehrer als Eröffnungssequenz):

Go get Adobe Flash Player!
(Lieber in eigenem Player hören – MP3, 21 MB)

Da wir eine “BM”-Klasse waren – Typus B (Latein) und Typus M (“musische Fächer”) gemeinsam – war natürlich auch das Artwork im Stil der frühen 1990er kein Problem. Nicoletta fertigte sogar einen Comic zu unserem Physiklehrer an.

Die Maturzeitung mit Lehrerzitaten, Reminiszenzen und – als Leckerbissen – mit Fotos der Lehrkräfte als Schüler ist hier als PDF abrufbar (4.5 MB).

Und da war natürlich auch noch die feierliche Übergabe unserer Maturitätszeugnisse samt Reden.

Unser Rektor fand, er würde die Schüler-Maturrede 1991 gerne von drei Maturanden gemeinsam halten lassen – die Ehre hatten Dominik Schenker – den ich aus den Augen verloren habe -, der heute als iA-Mann bekannte Oliver Reichenstein (zu dessen Mutter ich in Sissach jahrelang zum Coiffeur ging) und noch einer, der’s zwar nicht so weit gebracht hat, aber dafür natürlich sämtliches Rohmaterial in einer Kiste auf dem Estrich gesammelt hat:

Rohmaterial für die Maturrede 1991 - klicken für grosse Fassung

Die ganze Maturrede ist hier als PDF (700 KB) verfügbar.

Ob sich an diesen Aussagen heute etwas geändert hat? “Manche Lehrer können didaktisch nicht von diktatorisch unterscheiden, manche kultivieren Konservativismus aus Faulheit.”

Auch das Rohmaterial für Zeitung und Cassette (samt Master-Band) ist natürlich noch vorhanden:

Maturzeitungscassetten-Rohmaterial aus dem Jahre 1991 - klicken für grosse Fassung

Vor zwei Jahrzehnten schaute es am “Gymhübel” so aus – ein klassischer Betonbunker der späten 1960er…

Gym Liestal, November 1991

Gym Liestal, November 1991

Gym Liestal, November 1991

Und neben all dem Spass waren ja auch noch all die Prüfungen – nach zig erfolglosen Jahren Mathematikunterricht dachte ich am Ende der schriftlichen Mathe-Matur erleichtert: “Mann, jetzt hast du das doch noch begriffen.” Das Ergebnis? Ein glatter Zweier!

(Für NichtschweizerInnen: Das ist hierzulande die zweitschlechteste Note auf der Sechserskala.)

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Eigentlicher Zweck des Ausflugs war die Ausstellung zur Barockmalerin Artemisia Gentileschi im Palazzo Reale…

Vorweihnachtstag in Milano, Dezember 2011

… und wenn’s schon Tickets für 38 Franken pro Person retour nach Milano gibt, gönnt man sich doch gern auch noch einen feinen Pranzo in der Cantina della Vetra. Orecchiette con gamberi alla crema di cime di rapa, Brasato al Barbaresco con polenta – und zum Schluss ein Semifreddo di panna ai pinoli tostati con lo zabaione freddo mit nem glas Vino passito. Himmlisch!

Vorweihnachtstag in Milano, Dezember 2011

Danach noch ein wenig Schaufensterln, Flanieren und Lädelen, sich mit Proviant für die Rückfahrt im Schrott-Cisalpino eindecken (im fast neuen Zug ists eiskalt, es zieht, im WC ist das Lavabo verstopft und diverses sieht schon arg gebraucht bis kaputt aus) – und die Weihnachtsstimmung beim Eindunkeln einfangen, während es daheim pflotschig schneit.

Vorweihnachtstag in Milano, Dezember 2011

Vorweihnachtstag in Milano, Dezember 2011

Vorweihnachtstag in Milano, Dezember 2011

Übrigens stammen die Tessiner aus dem Fernen Osten, wie wir nach diesem Tag endlich wissen.

Vorweihnachtstag in Milano, Dezember 2011

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Wie viele Menschen müssen eigentlich noch auf Fussgängerstreifen sterben, bevor über echte Massnahmen nachgedacht wird?

Ich meine nicht “weiche” Massnahmen wie Beleuchtung oder Signalisation. Nein, ich meine Hardware, die Rasern ihre Karren kaputtmacht, wenn sie zu schnell rüberbrettern.

Bauliche Massnahmen, die a) zu schnelles Fahren generell verhindern und b) Schritttempo bei Fussgängerstreifen schlicht erzwingen.

Und bevor nun alle ach so freiheitsliebenden Einschränkungs- und Verbotsfürchter Zeter und Mordio rufen: Genau, Mordio – Mörder im Geiste seid ihr, wenn ihr euch mit Massnahmen begnügt, die offenbar nichts bringen. Und auch grad, wenn ihr zu den 98 NationalrätInnen gehört, die heute “Nein” gestimmt haben.

Es wäre ganz einfach, ein Blick über die Grenze genügt. In vielen französischen Gemeinden sind die Fussgängerstreifen erhöht, wie hier in Seillans:

Erhöhter Zebrastreifen in Seillans (Var)

Wenn alle hundert Meter so ein “Bump” kommt, rast niemand mehr – weil sein Gefährt schon nach einer Passage arg lädiert aussähe. Natürlich nervt man sich als Autofahrer bisweilen über die “Schikanen”, ich auch – aber das ist völlig egal, es geht hier um Menschenleben und Schwerverletzte.

“Freie-Fahrt”-Irre und Zögerer, die ensthaft gegen solche wirksamen Massnahmen sind, sollen doch am besten grad mal ihr Billett abgeben oder ein, zwei Tage mit den Familien der Opfer verbringen.

Oft befinden sich an französischen Dorfeingängen zusätzliche Geschwindigkeitsreduzierer, wie hier in Bargemon:

Bump am Dorfeingang von Bargemon (Var)

Einfachste Methoden gegen Schnellfahrer – gut, für eine hundertprozentige Wirksamkeit müsste Innerorts alle hundert Meter so ein Ding stehen, aber ein paar permanent eingeschaltete Blitzgeräte (oder die neuen Dinger, die die Durchschnittsgeschwindigkeit messen) tun’s vielleicht auch.

Also: Alle neuen Schweizer Zebrastreifen werden ab sofort erhöht gebaut, vor die gefährlichsten bestehenden kommen in den nächsten Wochen (bis zu definitiven Teer-Erhöhungen) die Billigvarienten hin – in die Strasse schraubbare Kunststoff-Bumps wie hier im Zentrum von Milano:

Bump vor Zebrastreifen in Mailand

Und vermutlich kommen die Idioten, die in den letzten Wochen FussgängerInnen um- oder totgefahren haben, jeweils auch noch mit einem “Bedingten” weg. In solchen Augenblicken könnte man nur noch schreien.

Ehrlich: Wer nun hier Kommentare hinterlassen will, wie bescheuert meine Idee sei, oder “dass halt Fussgänger eben auch aufpassen müssen”, oder “wer den Vortritt halt erzwingt…”, soll sich doch am besten (nachdem er sich vorgestellt hat, wie sein Partner oder seine Tochter 20m weit durch die Luft geflogen und auf dem Asphalt aufgeknallt ist) prophylaktisch gleich selbst die Fresse polieren.

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Wir geben uns ja mit wenig zufrieden diesen Winter und bezeichnen diese tadellos hergerichtete Piste beim Berner Skilift Knüslihubel als “Pulver, gut”:

Der neue Skilift in Bern und der erste Schnee

Sie denken, Sie haben Tomaten auf den Augen? Nee, die hängen immer noch hier:

Advents-Cherrytomaten in Bern, 17.12.2011

Wobei das Experiment “Mohnglace mit Honig und Cognac” besser geschmeckt hat als die Adventstomaten. Ich denke, das könnte der Sieger in der Endausscheidung “Blöker sucht das Superweihnachtsdesserttalent” werden.

Mohneis, mmmmh... dank ungarischer Vorfahren hatte ich schon immer eine Vorliebe für Mohn - und zusammen mit der inzwischen über 20 Jahre alten italienischen Eismaschine ergibt das ein perfektes Weihnachtsmenudessert 2011!

Mohneis selbst ausprobieren? Gern: 5dl Rahm, 1 Päckli Vanillezucker, Mohnsamen nach Gusto und das Mark von 2 Vanilleschoten mixen, parallel dazu Honig nach belieben, zwei Eigelb, Zucker und einen Schuss Cognac schaumig rühren.

Dann alles zusammen mixen, am Schluss noch das steif geschlagene Eiweiss dazu und ab in den Galataio damit.

Die fertige Mohnglace

Doch zurück zu anderen gefrorenen Flüssigkeiten: Am Samstagmittag meldete die Familienwebcam in Sedrun 70cm Schnee – rund dreimal soviel wie im gesamten letzten Winter jemals lag. Danke, Joachim, grazia fetg!

Webcam Sedrun, www.sedruncam.ch, 17.12.2011, 13 Uhr

Find’ ich gut.

Wenn’s auf dem Radar so aussieht…

Eine Gewitterfront am Jura kurz vor Bern, 14. Dezember 2011 (Quelle: Radarbild MeteoSchweiz / NZZ

… kommt vermutlich eine deftige Ladung Dunkelgrau auf Bern zu – und so war’s auch heute kurz vor Nachteinbruch:

Eine Gewitterfront am Jura kurz vor Bern, 14. Dezember 2011

Eine Gewitterfront am Jura kurz vor Bern, 14. Dezember 2011

Ein schönes Wintergewitter, das hoffentlich endlich eine Schneephase einläuten wird.

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