Ein Ausflugstipp der anderen Art: Noch bis zum 5. November ist im Ortsmuseum Oetwil am See (Zürcher Oberland) eine Sonderausstellung zur Geschichte der WSO-Maschinenfabrik zu sehen. WS steht für „Walter Städeli“ – die Städeli Lift AG gehörte bis in die 1980er-Jahre zu den wichtigsten Seilbahnherstellern der Schweiz. Dieses Wochenende (7./8. Oktober, Chilbi-Wochenende) ist das Museum von 13-17 Uhr offen; weitere Daten in diesem Flyer (PDF).

Wieso poste ich das? – Als Kind war ich ein grosser WSO-Fan, da Skifahren schon früh meine grosse Leidenschaft war und es in Sedrun hauptsächlich Städeli-Lifte hatte, siehe u.a. hier. Wenn meine Eltern alleine fahren wollten, schaute ich bei der Bergstation stundenlang den Bügeln zu und war fasziniert vom Mechanismus, der die Sitze wieder einzog. Später brachte ich Verwandte zur Verzweiflung, weil ich ständig Skiliftteile vom Schrotthaufen zum Spielen und Sammeln mit nach Hause nehmen wollte. (Immerhin bin ich dank dieses Spleens heute Besitzer des letzten Bügels des ersten Sedruner Skiliftes)

Mit 11 schrieb ich Walter Städeli, ob ich so einen Bügel haben könnte – der alsbald prompt als Paket ins Baselbiet kam. Daraus entwickelte sich ein jahrelanger Briefwechsel mit der Städeli Lift AG, um den sich vor allem die Sekretärin liebevoll kümmerte. 1985 besuchte ich die Oetwiler Fabrik: Das Highlight des Jahres!

Als Teenager und Studi waren andere Dinge wichtiger, aber um 2003 herum entdeckte ich im Web, dass es tatsächlich noch andere Menschen gab, die sich für Skilifte interessierten. Eine Art Reinkarnation meiner Ferrophilie war die Seite „New England Lost Ski Area Project„, wo man u.a. Städeli-Lifte sah, die in Wäldern Nordamerikas vor sich hin rotteten. Faszinierend!

Auch dank Foren wie diesem konnten plötzlich Seilbahnfreaks aus aller Welt über ihr Hobby diskutieren und debattieren. Mit der Zeit begannen sogar Publikumsmedien über Industriearchäologen zu schreiben, es entstanden kultige Webprojekte – und mit Sammlern und Kennern wie Jakob Schuler, Michael Meier, Dani Sepulcri oder Claude Gentil ergaben sich interessante Treffen.

In dieser Zeit fand auch ein gewisser Peter Brunner meine Website www.skiliftfotos.ch – und schrieb mir „komm mal nach Illnau-Effretikon, ich habe da was für dich, du wirst begeistert sein.“ Und tatsächlich: Was Peter mir im Stall seines dannzumal verstorbenen Vaters Theodor zeigte, schrieb die Geschichte der WSO-Maschinenfabrik auf einen Schlag komplett um.

 

Da lagen Prototypen von Rollen, Bügel und Masten herum, die eindeutig nach WSO aussahen, aber „TEBRU“ aufgedruckt hatten, für „Theo Brunner“. Hatte er das alles von Städeli geklaut?

Nein, es war genau umgekehrt, wie sich später in Gesprächen und Recherchen herausstellte: Städeli und seine Entourage hatten geschickt unter den Teppich gekehrt, dass Theo Brunner in Tat und Wahrheit der Urheber von so ziemlich allem war, womit WSO später gross wurde. Alle frühen Konstruktionsdesigns stammten von „Tebru“. In den Akten ist ein erbitterter und teils amüsanter Streit zwischen zwei Alphatieren dokumentiert – zwischen dem als jovialen, charmanten Patron auftretenden Walter Städeli, der aber natürlich auch ein knallharter Geschäftsmann war, und dem begeisterten und genialen Techniker Theo Brunner, der aber mit Marketing und Patenten weniger am Hut hatte.

In einem Brief vom 20. März 1960 ist z.B. zu lesen, dass sich Brunner wünscht, dass Städeli „einen Gipsverband von innen her betrachten“ könnte. Die Briefe sind auch gespickt mit Ortsnamen von in den USA und in Kanada geplanten Anlagen, die damals vor der ersten Erschliessung standen. So dokumentieren die Piesackereien zwischen Brunner und Städeli auch die Pionierzeit der Seilbahnen, als Skistationen wie Pilze aus dem Boden schossen. In diesem PDF haben wir die Rolle Brunners in seiner Zeit bei WSO lose dokumentiert.

Nichtsdestotrotz wurde die Städeli Lift AG später weltbekannt und lieferte Anlagen bis nach Japan. WSO war neben Oehler, Habegger, Müller, Bühler, Küpfer, Garaventa und wie sie alle hiessen ein wichtiger Player in dieser für ein Tourismusland so zentralen Branche. Dazu trugen auch Originale wie Fritz Schmutz bei, der die Städeli-Anlagen im Westen der USA erfolgreich vertrieb und den ich 2006 in Colorado besuchte – Schmutz baute für den Konkurrenten Müller schon in den 1950ern Sesselbahnen in Neuseeland.

In Oetwil am See ist die Städeli-Zeit weitgehend in Vergessenheit geraten. Die feine, von Theodor Marty kuratierte Sonderausstellung im Ortsmuseum lässt die Zeit wieder aufleben, als WSO der wichtigste Arbeitgeber der Gegend war. Dank unserem losen Skilift-Fan-Zusammenschluss kommt dabei auch die Rolle von Theo Brunner nicht zu kurz, zudem sind verschiedene Exponate aus Jakob Schulers Sammlung zu sehen.

Ein nicht unwichtiges Stück Schweizer Industriegeschichte – der Besuch lohnt sich!

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An sich hätte ich diesen Beitrag schon vor Jahren schreiben sollen und nicht erst einen Monat vor dem grossen Lichterlöschen. Désolé!

Im Lötschental – genauer gesagt auf der Lauchernalp – stehen zwei wichtige Zeugnisse schweizerischer Seilbahngeschichte. Allerdings nur noch bis zum 23. April 2017 – dann ist Saisonschluss. Die beiden Anlagen werden abgerissen und durch eine – was sonst – kuppelbare 6er-Sesselbahn ersetzt, wie es sie in den Alpen zu Hunderten gibt.

Doch was sind das für Anlagen?

Der Skilift rechts ist 53 Jahre alt. Er wurde von Theo Brunner erbaut, dessen Produkte unter dem Namen „Tebru“ bekannt sind.

Wie inzwischen bekannt ist, basiert die gesamte Skilifttechnik der Zürcher Oberländer Städeli Lift AG (Oetwil am See) auf Theo Brunners Erfindungen – Brunner verliess um 1960 Walter Städelis Maschinenfabrik im Streit. Städeli baute die Tebru-Konstruktionen unter eigenem Namen weiter.

Derweil war die Lauchernalp zu Beginn der 1960er noch unerschlossen.Es gab allerdings Anlagen ab Kippel via Haispiel nach Hockenalp, die hier diskutiert wurden und die auch in diesem Buch erwähnt sind. Auf bergbahnen.org sind Baujahre um 1960 vermerkt.

Dauerhaft Erfolg hatte dann aber erst die Erschliessung der Lauchernalp via Wiler. Erste Offerten für den Skilift Lauchernalp sind von 1962 erhalten. Brunner arbeitete damals für die Zürcher Firma „Skima“ eines gewissen Herrn von Arx (mehr zu Skima-Projekten u.a. hier).

Im April 1963 offerierte Skima gar zwei Lifte auf der Lauchern:

Doch auch mit von Arx kam es zum Zerwürfnis. So sind jene Offerten, die dann tatsächlich zum Bau des Lauchernalp-Liftes führten, wiederum mit jenem Namen überschrieben, den er schon in den 1950ern verwendete: „Tebru“.

Mitte 1964 waren die Walliser dann offenbar so weit; Brunner schickte nochmals eine konkrete Offerte (mit dem seltsamen Argument, dass sie „nur“ 7% höher läge als bei diejenigen, die er noch bei Skima gemacht hatte)…

… und berechnete – nach einer mutmasslichen Rückfrage, ob es nicht etwas günstiger ginge – die Anlage im September 1964 neu.

 

Auf der Karte von ca. 1964 hatte Brunner feinsäuberlich seine Ideen für Skilifte auf der Alp eingezeichnet. Sichtbar sind darauf links auch die bestehenden Anlagen ab Kippel:

Mehr Tebru-Dokumente befinden sich in diesem Album.

Alsbald wurde der Schlepplift gebaut, er ging wohl 1965 in Betrieb, und bis 1982 (als die parallele Sesselbahn erstellt wurde) sah es auf der Lauchernalp so aus (Postkarte aus dem Archiv von Jakob Schuler):

Mit Städeli wie auch mit Skima lieferte sich Brunner übrigens einen jahrelangen Rechtsstreit um Konstruktionspläne und Geld. Zuguterletzt betrieb er eine Velowerkstatt in Illnau-Effretikon, war aber weiterhin als Berater im Seilbahnbereich tätig, u.a. auch im Bereich Pistenmaschinen. Zudem erfand er einen Glace-Portionierer.

So schwierig seine Persönlichkeit gewesen sein mag – er muss ein hochinteressanter Kerl und Tüftler gewesen sein, die Schweizer Seilbahnbranche verdankt Brunner viel. Schade, dass er heute weitgehend unbekannt ist. Brunners Sohn Peter hat Jakob Schuler und mir vor einigen Jahren freundlicherweise diverses Material aus dem Tebru-Nachlass vermacht. Darunter waren auch die hier abgebildeten Dokumente und viele Briefe, von denen einige in diesem PDF erhalten sind (es geht hier primär um das Verhältnis zu Städelis Firma) – zwischen den Zeilen spürt man trotz aller Verbitterung einen grossen Schalk.

Eine etwas leichtere Tebru-Anlage bleibt übrigens in La Corbatière NE weiterhin in Betrieb.

Die Sesselbahn des Steffisburger Herstellers Küpfer – dessen Skilift Homberg wir im Januar besucht haben – stammt aus dem Jahre 1982. Sie ist ein klassischer langsamer 2er-Sesselilift mit gelben Plastik-Querbalken-Sitzen. In Eischoll steht dasselbe Modell – und auch diese Bahn wird heuer abgerissen.

Küpfer wurde – wie 1990 übrigens auch die Städeli Lift AG – anno 1987 von Garaventa übernommen. Die Innerschweizer Firma fusionierte ihrerseits mit Doppelmayr zum grössten Seilbahnhersteller der Welt.

In der Schweiz baut aber auch die Flumser Bartholet AG recht viele Bahnen; der Seniorchef kennt Theo Brunner noch aus der gemeinsamen Zeit bei Walter Städeli. Man kann also sagen, dass in fast allen hierzulande aufgestellten Bahnen noch ein wenig Tebru drin steckt.

Ohnehin ist die Erschliessung der Lauchernalp eine spannende Geschichte. Nachdem die Anlagen von Kippel her abgerissen wurden, fanden 1970 (bis Märwig) und 1973 (Gandegg) Erweiterungen bis 2700m statt (Habegger-Lifte). 1972 wurde (laut dem Lötschentaler Museum „mit englischem Kapital“) die erste Pendelbahn Wiler-Lauchernalp erstellt. 1986 wurde die Anlage Stafel-Märwig durch eine heute nur noch selten vorhandene kuppelbare 3er-Sesselbahn ersetzt und bis Gandegg hinauf gezogen.

2003 war der Milibachgletscher dann so weit zurückgegangen, dass man für die letzte Gebietserweiterung auf den eisfrei gewordenen Felsen die Masten einer Gondelbahn auf den Hockenhorngrat (3111m) setzen konnte. Das macht die Lauchernalp zum siebthöchsten Skigebiet der Schweiz (nach Zermatt, Saas-Fee, Verbier, St. Moritz, Saas-Grund und der Belalp).

Das Video der beiden alten Lifte Lauchernalp-Stafel vom letzten Donnerstag:

Derzeit herrschen übrigens traumhafte Schneeverhältnisse – ein Ausflug auf die Lauchernalp sei nicht nur Seilbahnnostalgikern wärmstens empfohlen. Aber man darf ruhig noch einmal in die altehrwürdige Tebru-Talstation mit viel Holz und dem charakteristischen Geruch hineinschauen.

 

Die bisherigen Teile dieser Serie: Eggiwil / Marbach und Bumbach / Les Breuleux und Tramelan / Nachtskifahren Linden / Selital (Gantrisch) / Hohe Winde / Grandval / Engstligenalp / Langenbruck / Prés-d’Orvin / Faltschen / Aeschiallmend / Gantrisch-Gurnigel / Les Bugnenets-Savagnières / La Corbatière / Rüschegg-Eywald / Dent de Vaulion / L’Audibergue (F) / Gréolières-les-neiges (F) / La Berra / Habkern / Heiligkreuz / Vallée de Joux / Elsigenalp / Eriz / Eischoll-Unterbäch / Chuderhüsi und Linden / Grencheberg / Ottenleuebad / Homberg

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Ich habe mich am Montag anlässlich des Göttimeitschi-Weihnachtsgeschenks für Homberg entschieden, da ich noch nie hier war und da ich Sophie an sich gerne langsam einmal alleine auf dem Bügel hinauffahren gesehen hätte (seit diesen Zeiten sind nun zum Glück doch ein paar Jährchen ins Land gezogen). Das kann man hier ideal lernen.

Und man kann hier die Kleinen auch mal eine Abfahrt alleine fahren lassen, ohne dass man sich aus den Augen verliert. Zum Beispiel, um das Gebiet zu dokumentieren. Hand aufs Herz: Kannten Sie den Skilift Homberg, in kürzester Reichweite von Thun, Bern und Umgebung?

Die selbe Idee hatten zum Wochenstart auch zahlreiche Mütter und Väter, die sich mit ihren Kids hier die Zeit vertrieben, dazu Senioren und Teenies aus der Gegend.

Die Hochnebelgrenze lag relativ tief, kurz vor Homberg kamen wir aus dem Nebel, der nur leicht ins Zulgtal hinein ragte.

Einen Hügelzug weiter – gleich gegenüber – wäre der Skilift Heimenschwand, der aber nach einigen Januar-Betriebstagen „auf mehr Schnee wartet“, wie es im Netz heisst. Und ganz hinten im Tal liegt das längst abgeklapperte Skigebiet Eriz.

Nun, die Schneelage ist derzeit auch im Weiler Dreiligass der Gemeinde Homberg – gleich oberhalb von Steffisburg bei Thun – nicht gerade berauschend, auch wenn der Lift erst auf der immerhin 1100m hohen Winteregg endet.

Aber man gibt sich alle Mühe und karrt den Schnee sogar mit einem Traktor aus dem nahegelegenen Schattenhang heran. Vorbildlich!

Dennoch empfehle ich momentan (Januar 2017) auch hier nicht, die neuesten Skis mitzunehmen. Die Erdknollen und stellenweise auch Steinchen sind keine gute Belagspflege. Nach zwei Abfahrten weiss man aber, wo es besonders prekär ist – und es gibt durchaus problemlose Varianten.

Ein wenig Grasnarbe und Scholle gehört aber auch zu so einem Ort. Und meine federgewichtige 9-jährige Begleitung entdeckte sogar etliche Off-Piste-Varianten für sich. Stolz nannte sie die rund 25-30cm weisse Pracht „Tiefschnee“.

Die 600m lange Küpfer-Anlage von 1969 – hergestellt gleich im Nachbarsort – ist genau der Lift, den ich als Kind immer besitzen und betreiben wollte. Nahe an den Häusern und Gärten, nicht weit oben in den Bergen, in einem Holzhaus beginnend, mit viel Enthusiasmus gehegt und gepflegt.

Leider wurden die beinahe schon Antiken Röhrs-Gehänge mit Stahleinzugsseilen auf diesen Winter hin durch Habegger-HA75 mit quer stehenden Langbügeln ersetzt. Schade für uns Liftnostalgiker.

Drei Röhrsgehänge, eines davon mit Holzbügel, sind noch in der Talstation als Erinnerung archiviert.

Der Lift fährt zügig, die Masten röhren so richtig deftig vor sich hin, die Rollenbatterien rattern wunderschön. Es gibt Nachtskifahren und eine kleine Beiz. Man fährt zwischen Obstbäumen durch, an Bauernhöfen und Schafen vorbei. So muss ein Skilift sein.

Die Lift-Website hat übrigens sogar eine Webcam. Am Mittwoch war die Anlage zum Beispiel gänzlich in Nebel gehüllt.

Das Video vom Montag:

Der Film von Michael Meier mit mehr Schnee und den alten Bügeln (2013) ist hier abrufbar. Als ich mit der Kamera auftauchte, fragte mich der freundliche Bügelgeber als erstes: „Kennst du den, der fast jedes Schweizer Skigebiet dokumentiert? Der war vor ein paar Jahren hier.“ – Ich antwortete lächelnd: „Ja, der ist meistens vor mir da, aber ich bin auch genau so einer.“

Die bisherigen Teile dieser Serie: Eggiwil / Marbach und Bumbach / Les Breuleux und Tramelan / Nachtskifahren Linden / Selital (Gantrisch) / Hohe Winde / Grandval / Engstligenalp / Langenbruck / Prés-d’Orvin / Faltschen / Aeschiallmend / Gantrisch-Gurnigel / Les Bugnenets-Savagnières / La Corbatière / Rüschegg-Eywald / Dent de Vaulion / L’Audibergue (F) / Gréolières-les-neiges (F) / La Berra / Habkern / Heiligkreuz / Vallée de Joux / Elsigenalp / Eriz / Eischoll-Unterbäch / Chuderhüsi und Linden / Grencheberg / Ottenleuebad

Im Gantrischgebiet zwischen dem Berner und Freiburger Voralpen-Hinterland buhlten einst acht Skigebiete um Publikum: Selital, Rüschegg-Eywald, Schwefelbergbad, Gurnigelbad, Riffenmatt, Gantrisch-Gurnigel, Ottenleuebad und Schürguet-Almisried bei Riffenmatt. Wenn man Blumenstein unterhalb des Gantrischgebiets dazu zählt, sogar neun.

Heute sind deren sechs (oder eben sieben) übrig: Der Skilift Schürguet-Almisried wurde längst abgeräumt, der beim Schwefelbergbad läuft seit rund 5 Jahren nicht mehr (Skiliftkenner Michael Meier war 2009 noch dort). Schade, denn letzterer wäre DER Tophang im ganzen Gebiet.

Für ein Voralpengebiet ist das eine beträchtliche Menge auf so kleinem Raum. Inzwischen existiert ein gemeinsamer Saisonpass, der zudem zu 50% Rabatt in der Jungfrauregion und bei den Kaisereggbahnen in Schwarzsee (gleich um die Ecke) berechtigt. In der Vor- und Nachsaison gibt’s von Grindelwald/Wengen sogar eine Tageskarte für 15 Stutz.

Rüschegg-Eywald ist ein saumässig langer Lift, Selital und Gantrisch-Gurnigel bieten ebenfalls viele und ansehnliche Pisten. All diese Destinationen sind zudem recht gut und schnell ab Bern zu erreichen. Ottenleuebad liegt hingegen etwas weiter „im Chrutt dusse“; nicht viel weiter, aber doch so weit, dass ich das Gebiet bisher vernachlässigt habe.

Am letzten Samstag war es endlich so weit: ich verbrachte drei coole Skistunden in Ottenleuebad.

Hinter dem Namen verbrigt sich primär eine Ferienhaus-Siedlung in einer sehr ruhigen Gegend, fernab jeglichen Trubels.

Sie ist nur über eine Nebenstrasse erreichbar, die von der Hauptstrasse abzweigt, die den Gurnigelpass überquert und über die man auch zu den Skiliften Gantrisch-Gurnigel kommt. Da oben nutzen Hobbyfotografen die massiven, grossen Panzerplatten, um tolle Sternenhimmel-Nachtaufnahmen zu machen, ohne dass das Licht von grossen Siedlungen sowie Erschütterungen stören.

Allein schon dies sagt aus, dass man hier wirklich erstaunlich nahe am A… der Welt ist. Erstaunlich, weil Bern und Thun nur rund 45 (kurvige) Autominuten weit weg liegen. Die Website – mit Cam! – wirbt wie folgt für das Gebiet:

Zu Ottenleue gehören das Hotel Ottenleuebad, die Ferienhaussiedlung, Bauernhöfe und Sennereien. Ottenleue liegt am Südhang der Gurnigelkette, inmitten einer herrlichen Alpennatur, in sehr geschützter und reizender Lage. Während es im Norden durch den Wald besetzten Bergrücken gegen Nordwind vollständig geschützt ist, steht dagegen die ganze Südseite der wundervollen Aussicht auf die Stockhornkette offen. Das Ottenleuebad ist ebenfalls ein guter Startplatz für das Langlaufnetz des Gantrischgebiets. Ausgerüstet mit Schneeschuhen erreichen Sie in ca. 30 Minuten den Horbühlpass oder die Pfyffe. Gefahrloses Schlittelvernügen ist möglich auf einem abgetrennten Teil des Skihangs oberhalb des Seelis in schönster Südlage.

Die Hinfahrt machte ich ab Bern via Schwarzenburg-Plaffeien-Sangernboden (man fährt quasi nach Schwarzsee und zweigt hinter Plaffeien links ab). Schon vor Schwarzenburg war ich aus dem Nebel draussen. In Sangernboden hat es ein Schild zum Lift; hier muss man links abbiegen:

Zurück ging’s am Abend über eine wunderbar malerische Strasse auf der Rückseite jenes Hügelzuges, an dem ich Ski fuhr, nach Riffenmatt – durch tief verschneite Wälder und mit einer tollen Aussicht auf Guggisberg (weltbekannt für das Vreneli und ihr Lied) und das Guggershörnli.

Da oben durfte ich für einen Kunden auch mal eine Webcam aufstellen, und derzeit arbeite ich an einer neuen Website für Guggisberg Tourismus.

Und dazwischen lagen eben drei Stunden am Skilift Ottenleue-Egg, einer Habegger-Anlage von 1968. Der Schlepper hat die für den Thuner Hersteller typischen N-förmigen Stützen in der leichten Ausführung. Kein Wunder; der Lift ist nur etwas über 700m lang und überwindet bis zur Bergstation auf 1630müM rund 200 Höhenmeter.

Hier ist alles sehr urchig und gemütlich: Der Bügelgeber hat schon ein paar Jährchen auf dem Buckel, scherzt aber mit den lokalen Teenies,wie wenn er selbst einer wäre. Der Senior bei der Bergstation hat eine Pfeife im Mund und spricht bedächtig im lokalen Dialekt in das Funkgerät, wenn der Lift nach einem Stopp wieder anzufahren ist. Das Personal war auch schon in der Zeitung porträtiert.

Erinnert mich alles stark an meine Jugend an der Sekundarschule (Mathe- und Geo-Lehrer Emil Merkli sah etwa aus wie der Skiliftbügelgeber heute) oder an die Kindheit in Sedrun mit alten Haudegen wie Gion Benedetg im Kassenhäuschen – nur, das war eben etwa 1978…

Das Publikum: Ferienhausbesitzer, Familien aus der Stadt mit kleinen Kindern, einheimische Jugendliche. Der Schnee war eher „naja“ – momentan liegt er da oben nur spärlich, es war aber knapp genügend. Ist halt ein Südhang, und mit braunen Flecken und Grasbüscheln muss man derzeit rechnen. Ein Video mit etwas mehr Schnee hat es hier.

Aufgepasst – die Öffnungszeiten sind gelinde gesagt „selten“! Derzeit surrt der Lift nur am Wochenende; mehr ist auf dem Internetauftritt zu erfahren. Die Anfahrt bedingt ein gewisses Schneekönnen; ab Zollhaus bzw. Riffenmatt ist das Strässchen (Stand Januar 2017) meist schnee- oder matschbedeckt, die letzten Kilometer sind einspurig (mit Ausweichstellen).

Die Gegend ist meh als malerisch. Von der oberen Umlenkstation sieht man zwischen den Bäumen durch Gösgen aus dem Hochnebel dampfen, von der Piste aus die Jurahügel am Genfersee, von überall her die Gantrischkette und die Freiburger Berge in Richtung Jaunpass.

Alles in allem: Genau so mögen wir das. Stundentarife (3h = 20 CHF), Kartontickets, „Originale“, SKA-Aschenbecher neben TOKO-Wachsstücken, ein wunderbarer alter Lift. Es könnte genau so gut 1987 sein. Unterstützenswert hoch zehn!

Mehr Fotos gibt es in meinem Alpinforum-Bericht oder „die volle Dröhnung“ auf skiliftfotos.ch.

Das Video:

Die bisherigen Teile dieser Serie: Eggiwil / Marbach und Bumbach / Les Breuleux und Tramelan / Nachtskifahren Linden / Selital (Gantrisch) / Hohe Winde / Grandval / Engstligenalp / Langenbruck / Prés-d’Orvin / Faltschen / Aeschiallmend / Gantrisch-Gurnigel / Les Bugnenets-Savagnières / La Corbatière / Rüschegg-Eywald / Dent de Vaulion / L’Audibergue (F) / Gréolières-les-neiges (F) / La Berra / Habkern / Heiligkreuz / Vallée de Joux / Elsigenalp / Eriz / Eischoll-Unterbäch / Chuderhüsi und Linden / Grencheberg

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Diese Einzelanlage von 1959 hat es in sich: Sie stammt vom Seilbahnpionier Theo Brunner, den wir im Zusammenhang mit La Corbatière schon einmal vorgestellt haben. Aus Brunners Liftunternehmen „Tebru“ wurde später nach vielen persönlichen Wirren und Gerichtsfällen die Walter Städeli Lift AG Oetwil am See, die bis zu deren Übernahme durch Garaventa 1992 zahllose Anlagen rund um die Welt baute.

Der Skilift Grenchenberg liegt im Kanton Solothurn, gleich an der Sprach- und Kantonsgrenze, in einer kleinen Senke des Kettenjuras.

Allein schon der Ausblick vom Untergrenchenberg (feine Crèmeschnitten im Restaurant!) auf die Alpenkette und den Jura bis weit in den Süden (Gegend Genfersee) ist atemberaubend.

Städeli-Fans finden hier aber auch eine ausgezeichnet gepflegte, antike WSO-Anlage mit den guten alten SL7-Gehängen, wo alles noch aussieht und tönt wie vor Jahrzehnten.

Von Bern aus bin ich in einer Stunde über Haupt- und Nebenstrassen angefahren, man durchquert dabei einige malerische Orte und begegnet beim Flugplatz Grenchen sogar einer Lockheed F-104 Starfighter.

Die Strasse vom Städtchen Grenchen auf den Hausberg ist teils mit zeitlich begrenzten Fahrverboten belegt (siehe auch Lift- Website), aber in gutem Zustand. Es gibt auch einen regulären Busbetrieb der lokalen Transportgesellschaft zum unteren Grenchenberg.

Der rund 600m lange Lift Skilift wurde 1981 umgebaut, seither überwiegen Städeli-Elemente aus den 1970er-Jahren. Laut einem Angestellten wurde das seltene Tebru-Firmenschild gestohlen. Hand aufs Herz, wer von euch hat es?

Der ursprüngliche Skilift – mit Benzinmotor – wurde bereits 1959 eröffnet, wie auf der Geschichtstabelle der Betreiber nachzulesen ist. Es besteht eine Paten- und Partnerschaft mit Adelboden-Lenk; die Gemeinde Grenchen beteiligt sich an den Betriebskosten und ist Hauptaktionärin. Seit einigen Jahren wird auch Nachtskifahren angeboten. An einem flachen Hang zwischen WSO-Lift und Restaurant Untergrenchenberg ist ein Borer-Babylift aufgestellt. Am Mittwoch und Freitag wird Nachtskifahren angeboten.

Die Sicht war an meinem Besuchstag (27. Januar 2016) nicht der Hammer, das Licht meist diffus. Auf dem Grat blies ein starker, milder Wind – die Schneelage am nordwestexponierten Hand ist aber meistens OK. Stand heute (21. Januar 2017) wird von einer „teils nur fahrbaren“ Piste wegen Schneeverwehungen berichtet.

Vom Parkplatz und Buswendeplatz beim Restaurant fährt man über einen Waldweg ins untere Drittel des relativ steilen Skilift- und Pistenhangs.

Da gibt es schöne alte Kartontickets (und einen Bienenstock im unter dem Holz der charmanten kleinen Talstation – die bereits ausfliegenden Bienen machten dem Personal das Leben etwas schwer).

Mit dem WSO-Lift geht’s dann von 1240m auf 1350m. Das Abbügeln findet mittels Bügelabwurf rund 50m vor der Umlenkstation statt, die auf dem Juragrat thront:

Bei der Heimfahrt kann man dann nochmals die Alpenkette geniessen.

Und natürlich habe ich auch noch einen kleinen Film gedreht.

Mehr Bilder gibt es in diesem Album auf meiner Website skiliftfotos.ch.

Ein weiteres Video vom wandelnden Seilbahnlexikon Michael Meier ist hier abrufbar, ebenso gibt es hier seine Bilder. Es existiert auf Youtube auch ein Drohnenvideo vom Sommer. Das SRF-Regionaljournal hat die Anlage 2014 porträtiert.

Fazit: Auch wenn der Lift etwas länger sein könnte… ein schöner Hang, eine tolle WSO-Anlage mit familiärer Atmosphäre, nette Beiz, sensationelle Aussicht. Ich komme gerne wieder!

Die bisherigen Teile dieser Serie: Eggiwil / Marbach und Bumbach / Les Breuleux und Tramelan / Nachtskifahren Linden / Selital (Gantrisch) / Hohe Winde / Grandval / Engstligenalp / Langenbruck / Prés-d’Orvin / Faltschen / Aeschiallmend / Gantrisch-Gurnigel / Les Bugnenets-Savagnières / La Corbatière / Rüschegg-Eywald / Dent de Vaulion / L’Audibergue (F) / Gréolières-les-neiges (F) / La Berra / Habkern / Heiligkreuz / Vallée de Joux / Elsigenalp / Eriz / Eischoll-Unterbäch / Chuderhüsi und Linden

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Der Bisensturm mit der eisigen Kälte derzeit zeigt uns anno 2017 endlich wieder einmal, wie sich viele unserer Teenager-Winter anfühlten.

Ein Blick in die erste 1987er-Ausgabe unserer Schülerzeitung „FGOI“ (PDF, 4 MB) zeigt: Was wir jetzt erleben, ist Nasenwasser. Der Januar vor 30 Jahren war noch viel heftiger. Im Baselbiet zeigte das Thermometer am Morgen des 12. Januars 1987 sage und schreibe -24 Grad. Solche Temperaturen erreichen heutzutage Samedan oder La Brévine kaum noch.

Schnee lag auch – nur war er wegen der miserablen Luft grau gefärbt, und mein Schneeschmelzexperiment zeigte: Der Rückstand war voller Russ und anderer wohl nicht ganz gesunder Partikel. Der aufmüpfige Jungreporter schrieb auf Seite 13 seines Blattes: „Aber die faulen Schweizer finden es ja viel zu anstrengend, mit dem Zug zur Arbeit zu gehen [sic]. Dafür ist es anscheinend schöner, zu ersticken.“

In meiner damaligen Heimat Itingen (BL) erstellte Schulabwart Christian Oberer flugs eine Natureisbahn auf dem Sportplatz – während einiger Tage DER Treffpunkt der Dorfjugend. Ein Video dieser Bahn ist hier abrufbar. Diese Aufnahmen entstanden genau heute vor 30 Jahren, am 19. Januar 1987 – sie zeigen nicht nur Teenager beim Abendvergnügen auf dem Dorfe, sondern auch die lokale Damenriege in Action im typischen 80er-Look. Damals störte sich noch niemand daran, dass hier ein Schüler kess in die Turnhalle rein filmte. Das Video wurde 2017 digital neu aufbereitet und steht in einer besseren Fassung als bisher zur Verfügung:

Das erste Sek-Skilager in Eischoll (VS) verlief aus Sicht des Verfassers ausgeglichen: Das Lagerskirennen gewann er zwar, doch seine Herzensdame zeigte ihm die kalte Schulter. Die interessierte sich nur für Lokalmatador Pirmin… welches Modi interessiert sich heute für Carlo Janka? Eben: da war auch die Skiwelt noch in Ordnung. Gut, immerhin rettete sie mich aus dem Tobel, in das ich wegen eines Bindungsdefektes in voller Fahrt gestürzt war. Diesen Abflug fand sie glaub recht cool. Mehr dazu im PDF der Schülerzeitung.

Weitere Highlights: Vor 30 Jahren machte der Blöker zusammen mit Weggefährte Tanner seine erste Radiosendung, genannt „Schülerblabla“ – die gab es fortan alle zwei Wochen auf dem Lokalsender Radio Raurach (der heute „Energy Basel“ heisst).

Natürlich war das Skilager Hauptthema der ersten Sendung, die hier als MP3 abrufbar ist:

Teil 1  

– Lieber in eigenem Player hören oder downloaden? Kein Problem: Schülerblabla vom 30.1.1987, Teil 1 (MP3, 1.9 MB)

Teil 2  

– Lieber in eigenem Player hören oder downloaden? Kein Problem: Schülerblabla vom 30.1.1987, Teil 2 (MP3, 1.2 MB)

Das Manuskript der ersten Radiosendung, Januar 1987 (klicken für grosse Fassung)Das Manuskript von damals existriert natürlich auch noch (klicken für grössere Fassung); brav schrieb der frischgebackene Radiomann dazu „immer schauen, ob O-Ton vorhanden ist zur Auflockerung“ – und „Jingle (Trailer) aufnehmen für Werbung“.

Ja, mit 15 war die Welt noch in Ordnung – die „Schweizer Woche“ (Nachfolgemagazin des legendären „Gelben Heftes“) brachte einen Artikel über Jugendpresse, Hauptärgernis war wie immer Lehrer „X“, der ständig Stunk machte; wir lästerten über die rauchenden LehrerInnen („Rücksichtnehmen scheint also nicht ‚in‘ zu sein – Beispielstehen für Schüler auch nicht… Pädagogik????“) und holten Autogramme von Peter Reber, hörten aber in Tat und Wahrheit die wirklichen Hits von damals: „Showing Out“ von Mel&Kim, „The Final Countdown“ von Europe, „Catch The Fox“ von Den Harrow.

Neu in der Hitparade damals: „Keine Sterne in Athen“ von Stephan Remmler, „Open Your Heart“ von Madonna, „Living on a Prayer“ von Bon Jovi, „Land of Confusion“ von Genesis (mit Ronnie und Maggie à la „Spitting Image“) sowie „Lady of Ice“ von Fancy – passend zum Wetter.

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Die schönen Tage des Jahres beginnen: Endlich sind auch die Kleinst-Skigebiete im Mittelland, in den Voralpen und im Jura offen. Damit geht es auch weiter mit der Serie „Vintage-Skifahren“, die demnächst Teil 30 feiern kann. Zunächst vier Gebiete, die ich in den letzten zwei Wintern besucht habe und desen Lifte nun auch endlich wieder surren.

Den Anfang macht heute der Skilift Chuderhüsi, den ich am 20. Januar 2015 besucht habe. Stand heute – 14. Januar 2017 – läuft der Lift!  Telefon 034 491 27 33 informiert jeweils über den Skiliftbetrieb. Die Skilift-Website hat keine aktuellen Infos, sondern vor allem allgemeine. Tipp: Hier wird auch Nachtskifahren und Schlitteln angeboten.

Nach einer Schneefront versuchte ich, an jenem Dienstagnachmittag vor zwei Jahren ein wenig Sonne zu suchen. Vergeblich… die versprochenen Aufhellungen fanden nur in den Alpen statt. Aber immerhin entdeckte ich einen neuen Hang.

Auf dem Weg von Bern nach Linden und in Linden selbst gefiel mir das Wetter nicht so recht…

… wie sich dann aber herausstellen sollte, war das so ziemlich die beste Sicht des Tages. Ich fuhr von Linden also weiter nach Norden und bog in Röthenbach links ab…

… bis es auf der Anhöhe Gauchern („Gouchärä“) rechts zum Lift runter geht:

Das wandelnde Seilbahnlexikon Michael Meier hat diese kurze Habegger-Anlage von 1968 vor vier Jahren schon bestens und bei besserer Sicht dokumentiert.

Der Hang gibt nicht wirklich viel her, das ganze ist mehr eine coole Freizeitbeschäftigung für einheimische Familien und Kids, die auch heute zahlreich über die arg dünne Schneedecke rasten. Mehr Fotos der Anlage hat es in diesem Album auf meiner Website skiliftfotos.ch.

Ein engagiertes Team sorgt für den Skilift, die Pisten und ein Pistenstübli. Mini-Skigebietsidylle pur! Erinnerte mich sehr an den Zweien-Hang in meinem Kindheitswohnort Itingen (BL), leider liftfrei, den wir jeweils stampfend selbst präparierten. Das sah dann auch so ähnlich aus wie hier:

Natürlich habe ich auch einen kurzen Film gemacht, auf dem man die wunderbaren alten Habegger-Skiliftbügel röhren hört. Genau so muss ein Skilift tönen!

Nachdem die 10er-Karte durchgefahren war und ich von Bügelgeber Sämu alles über Hagelkanonen erfahren hatte, ging es für zwei Fahrten durch den Nebel doch noch nach Linden zurück. Ich meine, wenn man schon hier ist…

Die Piste war aber eine mittlere Katastrophe (10cm nasser Neuschnee, unpräpariert, auf eine sehr dünne harte Altschneedecke), und man sah kaum etwas. Immerhin, die altehrwürdige Anlage (Bericht von Michael mir mehr Infos hier) ist für Liftfreunde ein Leckerbissen: Seit 1965 wird hier geliftelt; die GMD-Anlage ist eine Occasion aus Sörenberg. 1969 kam eine parallel verlaufende und längere Anlage dazu (Baco, mit Kurve).

Die Müller-Anlage (original von 1950!) ist im Schweizer Seilbahninventar eingetragen: „Vom innovativen, auf Umlaufkabinenbahnen spezialisierten Seilbahnhersteller Gerhard Müller sind nur noch sehr wenige Skilifte aus der Zeit der Firmengründung (1947) in Betrieb. Der in Linden am Schindelberg (…) zählt zu diesen äusserst seltenen Exemplaren und ist zudem in einem beeindruckenden Masse original erhalten.“

Interessant sind die verschiedenen GMD-Stützenformen. Nebst den bekannten Portalmasten mit den runden Ecken (wie Untere Wanne Langenbruck von 1952) sind auch die ganz alten noch zu bestaunen:

Nach diesen beiden Nostalgie-Fahrten gab es auch noch einen warmen Drink aus eines Nostalgie-Tasse:

Mehr Fotos der Skilifte in Linden in diesem Album.

Auch die Skilifte in Linden sind derzeit (14.1.2017) geöffnet. Die Website gibt dazu bestens Auskunft. Auch hier kann man Nachtskifahren; Teil 5 dieser Serie im Jahre 2009 behandelte einen Nachtskifahrabend in Linden, samt Video:


Fazit: Liebevoll gepflegte Anlagen mit höchstem Nostalgiewert, die bei besserem Wetter sicher mehr Spass gemacht hätten. Gerade der Hang in Linden gibt etwas mehr her.

Die bisherigen Teile dieser Serie: Eggiwil / Marbach und Bumbach / Les Breuleux und Tramelan / Nachtskifahren Linden / Selital (Gantrisch) / Hohe Winde / Grandval / Engstligenalp / Langenbruck / Prés-d’Orvin / Faltschen / Aeschiallmend / Gantrisch-Gurnigel / Les Bugnenets-Savagnières / La Corbatière / Rüschegg-Eywald / Dent de Vaulion / L’Audibergue (F) / Gréolières-les-neiges (F) / La Berra / Habkern / Heiligkreuz / Vallée de Joux / Elsigenalp / Eriz / Eischoll-Unterbäch / Le Pâquier-Crêt du Puy

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